Im Jahr 1297 gegründet von Mechthild von Kleve, war das Elisabeth-Hospital eines der ersten Siechenhäuser Kassels. 1586 errichtete Landgraf Wilhelm IV. an der Stelle ein Altersheim. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Gebäude aus. Nur die Vorderfront konnte gerettet werden. Danach wurden dort Sozialwohnungen gebaut - dabei gingen im Inneren zwei originale Treppentürme verloren. Heute beherbergt das Haus neben Wohnungen einen Gastronomiebetrieb.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts verwirklichte Landgraf Karl eine architektonische Phantasie: Zur Fulda hin ließ er von 1701 bis 1710 die weitläufige Karlsaue mit Orangerie entstehen. Die Orangerie diente ihm als Sommerresidenz und wurde bis zum Kriegsbeginn 1939 für verschiedene Zwecke genutzt. Bei dem großen Bombenangriff auf Kassel im Oktober 1943 wurde die Orangerie stark zerstört. Bis 1976 war sie eine Ruine, dann begann die Rekonstruktion der Fassade, bis 1992 die Wiedereröffnung als Astronomisches Museum mit Planetarium, heute Astronomisch-Physikalisches Kabinett, gefeiert wurde.
Das Gloria ist das einzige Kasseler Traditionskino, das noch heute in Betrieb ist. Neben dem Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest ist es auch Spielort der documenta. Vor kurzem ist es für rund 100.000 Euro saniert worden: Unter anderem bekam die Fassade einen neuen Anstrich, der Schriftzug wurde aufgehübscht und im Foyer der alte Fliesenboden freigelegt.
Kunst unter freiem Himmel: Auf der documenta 13 sind viele Kunstwerke auf der 125 Hektar großen Karlsaue zu sehen. Die Karlsaue geht auf einen geometrisch geformten Lustgarten zurück, der 1586 angelegt wurde. Seit der zweiten Ausgabe hat die documenta die Karlsaue regelmäßig für Außenprojekte genutzt. In Erinnerung sind zum Beispiel Thomas Schüttes "Eis Pavillon" bei der documenta 8 oder der umstrittene Aue-Pavillon bei der documenta 12.
Die documenta-Halle liegt zwischen Fridericianum und Neuer Galerie direkt neben dem Kasseler Staatstheater und schmiegt sich an den Hang zur Karlsaue an. Die Halle wurde 1992 vom Architektenbüro Jourdan und Müller errichtet. Für Ausstellungen ist der lang gestreckte Glasbau eigentlich nur bedingt tauglich. Das Kasseler Staatstheater nutzte die Halle zwischenzeitlich als Spielort.
Das Fridericianum war das erste Gebäude auf dem europäischen Kontinent, das als Museum konzipiert war. Fast 80 Meter lang und durch 19 Licht durchflutete Achsen gegliedert, nahm das Fridericianum nach seiner Eröffnung 1776 die von Landgraf Friedrich II. begonnene Antikensammlung auf. Im Königreich Westphalen war das Fridericianum von 1810 bis 1813 Ständepalast mit Parlamentssaal. Damit ist der Bau zugleich das älteste Parlamentsgebäude auf deutschem Boden. Im 2. Weltkrieg wurde das Fridericianum stark beschädigt. Trotzdem machte es Arnold Bode 1955 zum zentralen Ort der ersten documenta.
Das Brüder Grimm-Museum im 1714 erbauten barocken Palais Bellevue ist im Januar 2012 nach zweijähriger Sanierung wiedereröffnet worden. Die Dauerausstellung beschäftigt sich mit Leben, Werk und Wirkung der Brüder Jacob und Wilhelm. Highlight sind die Handexemplare der Grimmschen Märchen von 1812, die zum Unesco-Welterbe gehören. Unklar ist die Zukunft des Museums. Die Stadt Kassel plant ein neues, größeres Haus auf dem Weinberg, das 2014 fertig sein soll. Kosten: 18 Millionen Euro.
Kurfürst Wilhelm II. ließ von 1834 bis 1836 ein Gebäude für die neue Ständeversammlung errichten und gab damit dem Druck der frühen Demokratiebewegung in Kassel nach. Danach war es Sitz des Kurhessischen Landtages und Tagungsort der Kommunal- und Provinziallandtage. Von den Weltkriegsbombardements im Oktober 1943 war das Ständehaus weniger betroffen als andere wichtige Gebäude Kassels. Schon in den ersten Nachkriegsjahren wurde es wieder hergestellt. Heute ist es Sitz des Landeswohlfahrtsverbandes. Die documenta 13 nutzt das Gebäude vor allem als Vortrags- und Tagungsort.
Errichtet wurde es zwischen 1603–1606 von Landgraf Moritz. Er benannte es nach Otto, seinem Lieblingssohn. Konzipiert als Theater, wurde es auch als Ausstellungshaus und Lateinschule genutzt. 1943 wurde das Gebäude durch Brand- und Sprengbomben stark beschädigt. Heute ist das Ottoneum ein Naturkundemuseum: Auf drei Etagen finden sich Dauerausstellungen zum "Wandel im Verständnis der Natur im Laufe von Jahrhunderten".
Eigentlich sollte hier einmal eine Moschee entstehen, doch das Projekt wurde niemals realisiert.
Seit einem halben Jahr erstrahlt die Neue Galerie in neuem Glanz. Ende 2011 wurde der Sandstein-Bau nach fünfjähriger Renovierung wiedereröffnet. Während das zwischen 1869 und 1877 im Stil der Neorenaissance errichtete Gebäude von außen weiterhin prunkvoll anmutet, gibt es sich in seinem Inneren nun schlicht und modern: Weiße Wände, große Tore und offene Räume bestimmen auf den drei Etagen das Bild. Ursprünglich beherbergte das Gebäude die "Alten Meister". Nach seiner weitgehenden Zerstörung im 2. Weltkrieg eröffnete das Museum erst 1976 wieder als "Neue Galerie". Schwerpunkt der Sammlung ist die europäischen Kunst von 1750 bis heute, dazu gehören auch Werke früherer documenta-Ausstellungen.
Im Jahr 1995 wurde der Kasseler Hauptbahnhof grundlegend saniert - seitdem ist er "Kulturbahnhof". Neben Kunstgalerien, Architekturzentrum und Gastronomie entstand auch eine Ausstellungsfläche für komische Kunst, die Caricatura. Außerdem sind zwei Programmkinos beheimatet. Zur documenta 10 wurden erstmals neue Räume des "Südflügels" als Ausstellungsflächen genutzt.
Wir haben 13 Besucher des "Museums der 100 Tage" nach ihren drei Lieblingswerken gefragt. Entstanden sind ganz persönliche Rundgänge von Prominenten, Kunstexperten und Kunstinteressierten durch die documenta.