Theaster Gates "12 Ballads" sind nach Ansicht von hr-Kulturredakteur Rudolf Schmitz eine ansteckend optimistische Geste.
Wie kann sie aussehen, die soziale Fantasie? Der 1973 in Chicago geborene Theaster Gates hat da genügend Ideen. Mithilfe von Teilnehmern aus Arbeitsförderungsmaßnahmen aus Chicago und Kassel hat er das seit den 1970er Jahren verfallene Hugenottenhaus in ein inspirierendes Gemeinschaftslabor verwandelt. Hier wird gewohnt, gegessen, diskutiert, Jazz gespielt.
Mit vor Ort gefundenen und fantasievoll zweckentfremdeten Materialien Türen, Fenster, Holzverschalungen sind Räume zum Schlafen, Kochen, Tagträumen und Musikmachen entstanden. Die neu gezimmerten Anrichten, Regale, Podeste, Treppen erinnern an alte Tage, aber versprechen in ihrer Originalität eine bunte, noch nicht definierte Zukunft. Besucher werden freundlich begrüßt und gern herumgeführt.
Diese Verwandlung einer Ruine in einen lebendigen Ort der Kommunikation ist eine ansteckend optimistische Geste. Exemplarisch führt sie vor, wie die documenta 13 die Krise versteht: als Chance für neue Ideen und eine andere Organisation des Lebens.
Quelle: hr
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