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Jérôme Bel: Disabled Theatre

Kunst in 60 Sekunden

Die Würde des Menschen wird bei Jérôme Bels "Disabled Theatre" deutlich, meint hr-Kulturredakteur Rudolf Schmitz.


Geistig Behinderte auf der Bühne, die nach selbst gewählter Musik tanzen und sich verausgaben – geht das? Oder werden sie damit noch einmal vorgeführt? Der französische Choreograf Jérôme Bel zeigt das "Disabled Theatre" im ehemaligen Kaskade-Kino. 1952 wurde es von Paul Bode entworfen, seit langem steht es leer.

Zunächst treten die elf Schauspieler des Züricher Theaters Hora einzeln auf die Bühne, stellen sich vor. Dann nennen sie ihre Krankheit und kommentieren sie: "Julia Häusermann, Down-Syndrom, es tut mir leid." Schon da treten ihre Persönlichkeiten hervor. Wenn sie schließlich zu tanzen beginnen, gibt es kein Halten mehr: Sie wirbeln herum, ekstatisch, sehnsüchtig, sie jagen ihren Wunschträumen nach.

Dann bittet sie der Choreograf, den Abend zu beurteilen. Die meisten wirken glücklich und stolz, doch sie erzählen auch von den Reaktionen ihrer Familie – "Freakshow". Eine verstörende, oft rührende und zugleich erleichternde Performance: Grenzen, Gefühle, Urteile stehen auf dem Prüfstand. Würde der Person – kein abstrakter Begriff mehr, hier wird sie greifbar.

Redaktion: kahu / aba, Bild: © Feran Mc Rope © hr-online, Letzte Aktualisierung: 05.07.2012, 16:35

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