O impossivel

Maria Martins in der Neuen Galerie

Kunst in 60 Sekunden

Eine explosive Wirkung macht hr-Kulturredakteur Rudolf Schmitz bei den Skulpturen von Maria Martins aus.


Die Verrücktheit in der Konventionalität zu entdecken: Das ist das beiläufige Anliegen der documenta 13. Und diese acht Bronze-Skulpturen aus den Jahren 1940-49 gehören mit Sicherheit dazu. Sie stehen auf kleinen weißen Sockeln, in einem Raum der Neuen Galerie, und verblüffen durch ihr gediegenes Material: Bronze.

Es sind Paarkonstellationen, kleine monsterartige, oft pflanzlich wirkende Figuren. Doch ihre Beziehung ist kannibalisch, das sind fleischfressende Pflanzen, die ihre Tentaklen aufspreizen, weil sie gerade ein Opfer gefunden haben. Geschlechterkampf, so assoziiere ich, da geht es um Verschlingen und Verschlungenwerden, um Angriff und Abwehr, um Ekstase und Panik. Die brasilianische Künstlerin Maria Martins, in den 1940er Jahren von den Surrealisten entdeckt, hat sie geschaffen. Geht es um das Thema des Begehrens, der aufzehrenden Erotik, der verfehlten Kommunikation zwischen Mann und Frau?

Ein bisschen Animismus, ein bisschen brasilianische Mythologie ist da auch im Spiel. Vor allem gefällt mir, dass die ganze Konstellation überaus museal wirkt, aber inhaltlich ungewöhnlich monströs ist. Kleines Format, konventionelles Material, explosive Wirkung.

Redaktion: kahu / aba, Bild: © picture-alliance/dpa, Letzte Aktualisierung: 24.07.2012, 16:36

Hintergrundinformationen

Maria Martins

Kunst in 60 Sekunden

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