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Birne kaputt

Die Energiesparlampe – eine Gesundheitsgefahr?

Die Energiesparlampe, der neue Umweltliebling, denn sie spart sehr viel Strom: bis zu 80 Prozent im Vergleich zur Glühbirne. Allerdings brauchen Energiesparlampen Quecksilber um Licht zu erzeugen. Winzige Mengen, aber hochgiftig. Im Normalfall kein Problem: das Quecksilber ist fest verschlossen in der Lampe. Aber was, wenn eine solche Lampe kaputt geht? Wie schädlich ist das für unsere Gesundheit?
 

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24.08.2011, 21:00 Uhr
Video: Die Energiesparlampe - eine Gesundheitsgefahr? 5:25 Min
(© hr | alles wissen, 24.08.2011)
Das wollte das Umweltbundesamt wissen und hat eine Studie in Auftrag gegeben. Wie wirkt Quecksilber im menschlichen Körper? Der Präsident des Umweltbundesamts in Berlin, Jochen Flasbarth, erklärt: "Quecksilber ist ein Gift, das im Körper gesundheitsschädigend wirkt. Es kann insbesondere Gesundheitsschäden im Gehirnbereich auslösen, vor allem in der Entwicklungsphase bei Kleinkindern."
 
Was tun bei Lampenbruch?
Deshalb lautet die offizielle Empfehlung: bei Lampenbruch sofort das Fenster aufmachen, Heizung oder Klimaanlage abstellen und den Raum erst nach 15 Minuten wieder betreten. Beim Reinigen das Fenster offen lassen und Gummihandschuhe tragen. Keinen Besen oder Staubsauger verwenden - stattdessen die Glassplitter mit Karton zusammenkehren. Mit feuchten Papiertüchern wischen und alle Reste in ein luftdicht verschließbares Gefäß tun. Dieses muss zum Recyclinghof gebracht werden, der Karton und die Handschuhe können in den Restmüll.


"Grundlage für die Empfehlungen ist eine amerikanische Studie", so Jochen Flasbarth vom Umweltbundesamt: "In der Mainstudie wurde getestet: was passiert, wenn Energiesparlampen mit Quecksilber zerschlagen werden und zwar im beleuchteten Zustand. Es wurde dann gemessen, wie sich die Qualität der Innenraumluft und zwar in unterschiedlichen Höhen, also bodennah und etwas höher, im Laufe der Zeit verändert. Das war die Grundlage für die Empfehlungen, die bislang galten."

Für Quecksilberbelastungen gibt es Richtwerte in Deutschland: ab 0,35 Mikrogramm pro Kubikmeter Raumluft muss sofort gehandelt werden. In der amerikanischen Studie lag die Belastung beim unsachgemäßen Aufräumen sogar bis zu 100-fach darüber.
 

Umweltbundesamt gibt Pilotstudie in Auftrag

Wie hoch ist die Belastung bei deutschen Lampenmodellen? Das Umweltbundesamt will Klarheit. Es beauftragt das Fraunhofer Institut in Braunschweig. In einer ersten Studie werden im Dezember 2010 zwei Lampenmodelle getestet.

Der Test wird in einer großen Metallkammer durchgeführt. Hier können die Wissenschaftler genau steuern, wie viel Luft rein und raus darf. Sie simulieren ein relativ gut belüftetes Zimmer. Die Energiesparlampe leuchtet für eine Stunde, dann wird sie abgeschaltet. Durch den Betrieb ist das Quecksilber gasförmig geworden. Jetzt zerschlagen die Wissenschaftler die Lampe. Sie wollen wissen: wie hoch ist die Belastung im schlimmsten Fall – wenn niemand die Scherben wegräumt und das Fenster zu bleibt?

In bestimmten Abständen messen die Forscher. Das Ergebnis: nach 5 Minuten übersteigt die Quecksilberbelastung den Richtwert um das 5-fache, bei einer der beiden Lampen liegt sie nach 30 Minuten sogar 20-fach darüber. Welche Lampen sind denn unbedenklich? „Es gibt leider nicht die guten und die schlechten Lampen. Alle diese Lampen setzen Quecksilber frei und es ist auch nicht so, dass man aufgrund des Aufdrucks, dass die Lampe so und so viel Quecksilber enthält wissen könnte, ob sie das auch freisetzt. Auch eine Lampe mit einem kleinen Quecksilbergehalt kann also durchaus nennenswert Quecksilber freisetzen“, erklärt Studienleiter Erik Uhde vom Fraunhofer Institut in Braunschweig.

Um noch genauere Ergebnisse zu bekommen, beauftragt das Umweltbundesamt eine zweite Studie – schließlich wurden bisher nur zwei Lampentypen untersucht. Diesmal werden vier Lampentypen getestet. Auch hier werden die Richtwerte überschritten. Die genauen Ergebnisse werden aber erst in den nächsten Tagen veröffentlicht.
 

Zurück zur Glühbirne?

Das wird schwierig, denn das AUS für die Glühbirne ist längst eingeläutet. Ab September wird die 60 Watt Glühbirne vom Markt genommen. Der Verbraucher wird sozusagen zur Energiesparlampe gezwungen. Aber sollten wir, der eigenen Gesundheit zuliebe, zurück zur Glühbirne? "Nein, das ist sicher nicht vernünftig2, so Jochen Flasbarth vom Umweltbundesamt: "Die alte Glühbirne verschwendet in großem Umfang Energie. Gleichwohl muss man natürlich Bruch von Quecksilberlampen vermeiden."

Wenn es doch passiert? Es bleibt bei der Empfehlung: Zunächst 15 Minuten gut lüften, erst dann den Lampenbruch entfernen. Das sollte die Quecksilberbelastung im Raum auf ein Niveau senken, bei dem keine Gesundheitsgefährdung zu befürchten ist, bestätigt die Studie des Umweltbundesamtes. "Insgesamt erwarten wir von der Industrie, dass sie auch bruchsichere Energiesparlampen auf den Markt bringt und mit einer längeren Perspektive ist es sicherlich vernünftig ganz auf Quecksilber zu verzichten", sagt Jochen Flasbarth.
 

Fazit

Eine kaputte Energiesparlampe birgt kein akutes Gesundheitsrisiko. Allerdings reichert sich Quecksilber im Körper an – deshalb am Besten jede Belastung vermeiden. Wer ganz sicher gehen will, sollte eine Lampe mit Bruchschutz nehmen: bei ihr geht nur die Schutzummantelung kaputt und die Energiesparlampe im Inneren bleibt ganz.

Autorin: Davina Weitowitz
 
Redaktion: almu / mad
Bild: © picture-alliance/dpa
Letzte Aktualisierung: 15.03.2012, 12:12 Uhr
 
 
 

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