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Dem Strompreis trotzen

Energiespartipps für die Wohnung

Staubsauger mit 2400 Watt Leistung (Bild:  hr)
Elektrogeräte wie etwa Staubsauger haben großes Einsparpotenzial
In Zeiten steigender Strompreise wird für viele Verbraucher eines immer wichtiger: Energiesparend zu wohnen. Wo sind sie, die heimlichen Stromfresser in den eigenen vier Wänden, die die Rechnungen nach oben treiben? Alles Wissen geht mit einem Experten auf die Suche.
 

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14.03.2012, 21:00 Uhr
Video: Energiespartipps für die Wohnung 5:42 Min
(© hr | alles wissen, 14.03.2012)
Familie K. hat Post bekommen. Der Stromversorger schreibt und was da zu lesen ist, macht alle fassungslos: Schon wieder wurden die Preise erhöht. Künftig müssen sie pro Jahr über 2400 Euro zahlen!

Deswegen soll Uwe Kaska, Energieberater der Verbraucherzentrale Hessen im Haus nach versteckten Stromfressern schauen. Normalerweise berät Uwe Kaska Interessierte immer zuerst in der Beratungsstelle. Doch vielfach lassen sich Einsparmöglichkeiten nur vor Ort feststellen. Dann wird meist eine umfassende Besichtigung durchgeführt, die auf die individuellen Einsparmöglichkeiten eingeht. Für Alles Wissen wird Herr Kaska einen ersten oberflächlichen Blick auf mögliche Einsparmöglichkeiten bei den Kunzes werfen. Dabei beschränken wir uns auf allgemein gängige Probleme, wie sie in vielen Wohnungen vorkommen.
 
Einfach für alle. Der Rundfunkbeitrag.
Weitere Informationen erhalten Sie [hier].

Versteckte Stromfresser in der Küche

Der Rundgang beginnt in der Küche. Dem Energieberater fällt sofort ein fehlendes Lüftungsgitter an der Kühlkombination auf: "Hier unten ist es vollkommen dicht, da kann keine Luft einströmen." Hinter dem Kühlschrank produziert der Wärmetauscher einiges an Abwärme. Leicht kommt es zum Wärmestau und der verdoppelt die Stromkosten des Kühlgeräts. Ein Lüftungsgitter vom Küchenbauer kann da schnell Abhilfe schaffen.

Als nächstes überprüft der Energieberater die Temperatur im Kühlschrank. Die beträgt 5 Grad. Die Erhöhung der Lagertemperatur um 2 Grad im Kühlschrank gibt eine Energieeinsparung um bis zu 14%. Weniger kalt spart bares Geld: Die optimale Kühlschranktemperatur sind 7 Grad Celsius.

Frau Kunze benutzt bereits seit Jahren einen Dampfkochtopf. Das ist goldrichtig bestätigt Energieberater Kaska ihr: "So ein Dampfkochtopf spart am meisten Energie". Bis zur Hälfte der Stromkosten spart der Schnellgarer im Vergleich zu einem Topf ohne Deckel.
 

Manche Geräte lassen sich nicht richtig ausschalten

Weniger bekannt, dafür umso häufiger sind Elektrogeräte, die nach dem Ausschalten immer noch einen beträchtlichen Teil Energie verbrauchen. Das Küchenradio bei den Kunzes ist so ein Gerät. Ausgeschaltet verbraucht das Radio noch 60% der Leistung, die es im eingeschalteten Zustand besitzt.

Ob Geräte sich eventuell gar nicht richtig abschalten lassen, kann man am besten mit der Hand erfühlen empfiehlt Uwe Kaska bei Alles Wissen: "Wenn man hinten am Gehäuse mal die Hand dranhält und merkt, dass es da warm ist, auch wenn das Gerät schon seit Stunden aus ist, dann sollte man wirklich den Stecker ziehen." Solchen Geräten fehlt schlicht ein echter Ausschaltknopf.

Bei den Kunzes könnte sich allein das Einsparpotential in der Küche ordentlich bezahlt machen. Das Radio bei Nichtnutzung vom Netz zu trennen spart 4 Euro, ein Lüftungsgitter am Kühlschrank 30 Euro. Eine geringere Kühltemperatur 15,- Euro und der Dampfkochtopf 50,- Euro. Alles Zusammen macht bereits ca. 100 Euro Ersparnis pro Jahr.
 

Kleiner Fernseher und Steckerleisten sparen bares Geld

Weiter geht’s im Wohnzimmer. Sehr erfreut ist Uwe Kaska vom vergleichsweise kleinen Fernseher der Kunzes. Kein Wunder, denn was viele nicht wissen: "Jede Verdoppelung der Bildschirmdiagonalen erhöht den Strombedarf um das Vierfache."

Im Wohnzimmer schlägt meist auch der Stand By Betrieb der Multimedia-Geräte (etwa Receiver, DVD-Player, Telefon) zu Buche. Bei den Kunzes sind das etwa 16 Kilowattstunden, wenn alle Geräte ausgeschaltet sind. Das kostet 35 Euro im Jahr.
Uwe Kaska: "Die einfachste Möglichkeit ist wirklich die Steckerleiste ausschalten," empfiehlt der Energieberater.
 

Ein versteckter Stromfresser ist oftmals der Staubsauger

Viele kaufen sich ein Gerät mit möglichst hoher Wattzahl in der Hoffnung, solche Staubsauger würden auch besonders gut saugen. Leider stimmt das nicht: "Ihr Staubsauger hat 2400 Watt nur von der Motorleistung her. Man kann froh sein, wenn er 800 Watt als Saugleistung auf die Düse vorne bringt. Der Rest geht als warme Luft in die Umgebung." Ein stromsparender Staubsauger kommt mit 1400 Watt aus - bei gleicher Saugleistung.
 

Mit Energiesparlampen lässt sich kräftig sparen

Nicht so begeistert ist der Energieberater von der neuen Über-Tisch-Leuchte der Kunzes: "Da sind fünf 28 Watt Birnen drin. Das sind rund 150 Watt, die haben Sie als Lichtleistung. Beleuchtung ist ein heikles Thema, zumal wenn einem Lampenmodelle vom Design eigentlich gut gefallen. Trotzdem sollte man beim Kauf darauf achten, dass ein energieeffizientes Leuchtmittel drin ist."

Beim Licht kommt sehr schnell sehr viel zusammen, bei all den Wand- und Deckenlampen, Tisch- und Deko-Leuchten. Sie gehören zu den Hauptverbrauchern im Haus. Wo immer es möglich ist, sollte man die Birnen gegen Energiesparlampen austauschen, so können die Kunzes ordentlich sparen.

Einsparpotential in Wohnzimmer und beim Licht
Das Einsparpotential im Wohnzimmer und bei der Beleuchtung im Haus kann sich sehen lassen. Die Stand-By-Kosten im Wohnzimmer kann die Familie um 35,- Euro reduzieren. Beim Licht im Haus sind 70,- Euro drin, die gespart werden können. Zusammen stolze 105,- Euro.
 

Wäschetrockner und Umwälzpumpe

Für die nächsten Spartipps gehen wir in den Keller, wo gerade der Wäschetrockner läuft. Dazu Uwe Kaska: "Da haben wir ja den Hauptakteur gleich mal in Aktion, den Trockner." Trockner sind in einem durchschnittlichen Haushalt immer die größten Stromverbraucher. Bei den Kunzes läuft das Gerät etwa dreimal in der Woche. Gelegentlich auch im Sommer. Das verursacht rund 220,- Euro Stromkosten im Jahr. Der Energieberater empfiehlt wann immer es möglich ist, auf die gute alte Wäscheleine umzusteigen.

Doch im Keller gibt es noch einen fast ähnlich gravierenden Stomfresser. Die Umwälzpumpe der Heizung. Uwe Kaska rät zum Austausch der Pumpe: "Eine Hocheffizienzpumpe spart bis zu 80 Prozent gegenüber einer ungeregelten Heizungspumpe. Die Pumpe auswechseln zu lassen rechnet sich bereits nach 2 Jahren."
 
Beim Trockner spart man am Meisten. Bei den Schuberts bis zu 220,- Euro. Eine neue Pumpe rechnet sich nach 2 Jahren und spart dann etwa 100,- Euro. Bis zu 320,- Euro könnten Schubers also im Idealfall insgesamt sparen.

Doch bereits ohne größere Investitionen ist das Sparpotential sehr erfreulich: "Sie können etwa 20 Prozent fast nicht investiv einsparen. Das sind bei Ihnen so zwischen drei- und vierhundert Euro im Jahr allein durch organisatorische Maßnahmen. Dann vielleicht noch die Umwälzpumpe und das trocknen mit dem Trockner einschränken und bei der Beleuchtung wo immer möglich energiesparende Leuchtmittel einsetzen."

Die Kunzes sind begeistert. Unser kleiner Rundgang durchs Haus hat gezeigt: Es lohnt sich den versteckten Stromfressern zu Leibe zu rücken. Und das funktioniert bestimmt nicht nur bei den Kunzes.

Autor: Wolfgang Zündel
 
Redaktion: mad
Bild: © hr
Letzte Aktualisierung: 15.03.2012, 13:02 Uhr
 
 
 

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