Bei der behördlichen Erfassung von radioaktiven Abfällen wird prinzipiell zwischen wärmeentwickelnden Abfällen und solchen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung unterschieden.
Wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle
Die wärmeentwickelnden Abfälle sind teilweise hochgradig radioaktiv. Dazu zählen insbesondere die abgebrannten Brennelemente selbst und bei der Wiederaufbereitung des Kernbrennstoffs entstandene Abfälle. Diese bestehen aus konzentrierter, verglaster Spaltproduktlösung und werden als so genannte High Active Waste-Glaskokillen in Castor-Behältern eingelagert. Eine HAW-Glaskokille hat ein Volumen von 180 Liter bei einem Nettoinhalt von ca. 460 kg.
Die Hülsen und Endstücke der bei der Wiederaufbereitung zerlegten Brennelemente erzeugen ebenfalls Wärme, sind jedoch als mittelradioaktiv klassifiziert. Im Fachjargon werden sie als CSD-C Gebinde bezeichnet. Zwecks Endlagerung werden die Hülsen und Endstücke vermischt mit anderen festen Abfällen zusammengepresst (kompaktiert) und in Gebinden zu je ca. 600 kg verpackt.
Während des Wiederaufbereitungsprozesses fällt radioaktiv belastetes Wasser an. Dieses wird verdampft und anschließend die Reststoffe in konzentrierter Form als so genannte Glasprodukte bzw. CSD-B-Kokillen eingelagert. In einer CSD-B Kokille sind rund 460 kg Abfallmasse enthalten.
Radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung
Zu den radioaktiven Abfällen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung gehören z.B. ausgediente oder defekte Pumpen, Dichtungen, Rohre und sonstige Anlagenteile wie auch Filter, Werkzeuge, Schutzkleidung, Dekontaminations- und Reinigungsmittel.
Hinweis:
Alle Angaben zu Abfallmengen und Lagerorten basieren auf Informationen des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sie geben den Kenntnisstand des Ministeriums vom April 2011 wieder. Laut Ministerium können sich Abweichungen aufgrund der Konditionierungsverfahren ergeben. Zudem können die Summen und Berechnungen Rundungsdifferenzen enthalten.
Bei den Abfallmengen der Wiederaufbereitungsanlagen handelt es sich um so genannte Abfalläquivalente, die dem Atomkraftwerk Biblis zugeordnet werden können.
Von Martin Kania