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hr-online-Special zum 25. Todestag des Rennfahrers Stefan Bellof
 (Bild: Ferdi Kräling Motorsport-Bild)
18.08.2010

Größtes deutsches Talent

Siegertyp und Spätzünder

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Bellof auf dem Siegerpodest in Hockenheim 1982 (Bild: Ferdi Kräling Motorsport-Bild)
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Triumph in Hockenheim
Für sein Umfeld war er der Sunnyboy und nette Junge von nebenan, für Experten und Fans Hoffnungsträger und Formel 1-Weltmeister von morgen. "Was wäre gewesen, wenn...?" ist eine Frage, die sich heute noch viele stellen.
 
Jo Siffert in seinem Rennwagen 1968 beim GP von Mexico (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
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Siffert ohne "Gutschein"
Rennfahrer packen ihr Verhältnis zum Tod gerne in Vergleiche. Einer der treffendsten stammt vom Schweizer Jo Siffert. Jeder Pilot habe ein "Heftli" mit Gutscheinen für Unfälle, die glimpflich ausgehen. Das Dumme sei nur, dass man vor einem Rennen nicht wisse, ob noch "ein Coupon im Heftli isch".

Routine behält im Zweikampf die Oberhand
 
 (Bild: Porsche Werksfoto)
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Aufholjagd in Spa
Am 1. September 1985 hatte der Gießener Stefan Bellof keinen Gutschein mehr in petto. Dabei war der Sportwagen-WM-Lauf im belgischen Spa zunächst eines wie viele andere. Es lief gut für Stefan Bellof und seinen Partner Thierry Boutsen, mit dem er sich bei dem Langstreckenrennen im Cockpit ablöste. Der Boxenstopp zum Fahrerwechsel kostete eine Position, doch Bellof konnte den Rückstand rasch wieder verringern.

Nun versucht der deutsche Aufsteiger auf dem anspruchsvollen Berg-und-Tal-Kurs eine Lücke zu finden, um sich an dem vor ihm liegenden Jacky Ickx vorbeizupressen. Es wird ein Kampf um jeden Zentimeter. Rad an Rad ziehen die beiden über 600 PS starken Porsche-Boliden ihre Runden. Bellof täuscht, fintiert, zeigt sich riesengroß im Rückspiegel, doch Ickx behält mit all seiner Routine die Nase vorn.

Kampfansage für Sportlerseele
 
Jacky Ickx mit Lorbeerkranz (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
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"Kreise" um ihn fahren
Die Zuschauer verfolgen das Katz-und-Maus-Spiel gebannt. Sie sind erstaunt, dass weit vor der entscheidenden Phase des Rennens ein so beinharter Zweikampf geführt wird. Nicht alle wissen: Das Verhältnis der beiden ist gespannt. Hier beharken sich zwei Kontrahenten, die sich immer wieder ins Gehege kommen. Jacky Ickx war Weltmeister dieser damals sehr populären Rennsportkategorie, bevor ihn ausgerechnet sein neuer Teamkollege Stefan Bellof als Champion entthronte. Der Newcomer in der Porsche-Werksmannschaft hatte auf Anhieb den Platzhirsch geschlagen. Zudem zeigt Bellof keinen Respekt vor großen Namen. Am Lenkrad sowieso, aber gerne auch mal mit einem losen Spruch. "Kreise" könne man inzwischen um seinen in die Jahre gekommenen Kontrahenten fahren; für sensible Sportlerseelen mehr als eine Kampfansage.

 
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Redaktion: mad
Bilder: © Ferdi Kräling Motorsport-Bild (1), © Porsche Werksfoto (1), © picture-alliance/dpa - Archiv (2)
Letzte Aktualisierung: 10.09.2010, 9:45 Uhr
 
 

DVD-Tipp

 (Bild: Selkirk und Heimann Media)

»Das vergisst man nicht!«

Im September 2011 hat der Wiesbadener Filmemacher Philip Selkirk eine sehenswerte Dokumentation über Jacky Ickx veröffentlicht. In "Frankly-Jacky Ickx" äußert sich der nun 66jährige Belgier auch zum Bellof-Unfall.
 

Am Unfallort

»Es war grauenhaft«

Der Unfall aus der Sicht von Experte Marc Surer. [Video]
 

Zum 5. Todestag

Unvergessen

Familie und Freunde erinnern sich. Beitrag aus dem Jahr 1990. [Video]
 

Portrait

 
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