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hr-online-Special zur Eröffnung des Flughafens Kassel-Calden am 4. April 2013
21.03.2013

Flughafen-Testbetrieb

Abheben in Calden mit "Kassel-Airline"

Vier Menschen sitzen im Terminal (Bild:  picture-alliance/dpa)
Warten auf den "Flieger": Testbetrieb in Kassel-Calden
Busse statt Flugzeuge – und eine Airline, die es gar nicht gibt: Am Donnerstag ist am Flughafen Kassel-Calden der Probebetrieb zu Ende gegangen. "Wir können starten", heißt es zwei Wochen vor der Eröffnung.
 

Information

Testbetrieb in Calden

Check-in, Kontrollen, Boarding und Gepäckabholung: Seit Mitte Januar läuft der Testbetrieb in Calden. Am Donnerstag endete die Testphase. Rund 7.000 Testpassagiere prüften den neuen Airport
auf Herz und Nieren. Am 4. April soll der erste Flieger in Richtung Antalya abheben.
Aus Calden berichtet Dirk Wagner, hr-iNFO

"Meine Damen und Herren, wir bitten um Ihre Aufmerksamkeit: Der Kassel-Airline-Flug XY...", schallt es aus den Lautsprechern des neuen Terminals. 600 Freiwillige sind an diesem Tag auf dem neuen Airport in Calden unterwegs und simulieren den Flughafen-Betrieb. Die "Kassel-Airline" existiert natürlich nicht. Man dürfe nicht die Namen der richtigen Fluglinien verwenden, erläutert Thomas Uihlein, der den Testbetrieb in Calden organisiert hat. "Es lag daher nahe, nur für diesen Testbetrieb eine Kassel-Airline zu nehmen."

Die "Passagiere" freuen sich, die Generalprobe des Airports mitgestalten zu dürfen. Sie kommen aus der Region – und tun so, als würden sie gerade in den Urlaub fliegen oder zurückkommen. An diesem Tag gibt es pinke und blaue Buttons an der Kleidung der Fluggäste: Die pinken Passagiere kommen aus Split, die blauen aus Antalya.

Flugzeuge dürfen vor dem offiziellen Betriebsbeginn in Calden am 4. April noch nicht verkehren – deshalb wird improvisiert.
 
Kanzel des neuen Towers (Bild: Flughafen Kassel-Calden)
Das Herzstück des Flughafens: der Tower
Die Passagiere steigen nicht in eine Boeing oder einen Airbus, sondern in Busse. Sie haben Gepäck dabei, das vom Flughafenbetreiber gestellt wird. Wie im späteren Betrieb auch müssen die Fluggäste durch die Sicherheitskontrolle. Testbetriebsleiter Uihlein zeigt sich zufrieden. "Das Licht geht, die Gepäckanlage funktioniert, die Brandmeldeanlage ist in Ordnung. Wir können starten."
 

Zu Fuß zu den Flugzeugen

Außenansicht des Terminalgebäudes (Bild: Flughafen Kassel-Calden)
Außenansicht des Terminalgebäudes
Die Dimensionen sind gleich mehrere Nummern bescheidener als an einem Großflughafen: Es gibt nur ein Terminalgebäude mit zehn Schaltern. Die Passagiere laufen zu den Flugzeugen und werden nur bei extrem schlechtem Wetter mit dem Bus gebracht. Die Aufsicht über die Fluglotsen im Tower hat nicht – wie etwa in Frankfurt – die Deutsche Flugsicherung, sondern "Austrocontrol", ein österreichisches Unternehmen. Das alles soll Kosten sparen, damit der Flughafen so günstig wie möglich betrieben werden kann – ohne Abstriche bei der Sicherheit zu machen.
 

"Hier wird es ruhiger zugehen"

Bei den Testpassagieren kommt der neue Flughafen gut an. "Es ist nicht so stressig wie auf einem großen Flughafen", sagt eine Frau. Der Frankfurter Flughafen sei "sehr wuselig, hier wird es vielleicht ein bisschen ruhiger zugehen."

Genau das befürchten die Kritiker des Flughafen-Projekts: Dass es aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu ruhig zugehen wird. Denn selbst wenn einmal die erhofften 600.000 Passagiere im Jahr kommen sollten, wären das nur etwa acht Ferienflieger am Tag.
 

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Redaktion: beboe
Bilder: © Flughafen Kassel-Calden (2), © picture-alliance/dpa (1)
Letzte Aktualisierung: 21.03.2013, 15:55 Uhr
 
Stand des Specials:
4. April 2013 | aktuelle Flughafen-Meldungen finden Sie auf [hessenschau.de]
 

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