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1914 - Hessen vor 100 Jahren

Fürst, Wappen und Flagge Kaiser, Wappen und Flagge Großherzog, Wappen und Flagge
Fürst Friedrich Adolf Hermann herrschte 1914 im Fürstentum Waldeck-Pyrmont.

Landesteile

Hessen 1914

Das heutige Bundesland Hessen existierte so im Jahre 1914 nicht. Innerhalb der heutigen Grenzen bestanden damals drei eigenständige Staaten.
 
In dieser Zeit ist das Gebiet, das wir heute als Bundesland Hessen kennen, in kleine Fürstentümer oder Regierungseinheiten unterteilt: das Fürstentum Waldeck im Nordwesten, die preußische Provinz Hessen-Nassau und das Großherzogtum Hessen mit den drei Provinzen Oberhessen, Rheinhessen und Starkenburg.

Hessen-Karte

Diese Unterteilung war auch Ergebnis des Deutschen Krieges zwischen Preußen und Österreich im Jahr 1866: Das Kurfürstentum Hessen-Kassel, das Herzogtum Nassau und die Freie Stadt Frankfurt waren dabei auf der Seite Österreichs. Das siegreiche Preußen annektierte die bis dahin unabhängigen Gebiete und fasste sie nach Kriegsende zur Provinz Hessen-Nassau zusammen. So sah die Landkarte auch bei Kriegsbeginn 1914 aus.
 
In diese Zeit fiel der Bau von Eisenbahnlinien, die Entwicklung der Fliegerei sowie die fortschreitende Industrialisierung in Hessen. In Marburg wurden die modernsten Impfseren bei Behring hergestellt.

Doch es kriselte in Europa. Im August wurde mobil gemacht - auch in Hessen, das mit Kassel, Darmstadt und Arolsen etwa bedeutende Garnisonsstandorte hatte.
 

Millionenprojekt im Norden wird vollendet

Ein ganz besonderes Jahr begann vor 100 Jahren in Hessen. Ein Jahr, das viele Erneuerungen und moderne Errungenschaften brachte: Das gigantische Bauprojekt im Norden, die Edertalsperre, wurde abgeschlossen und in Betrieb genommen. 25 Millionen Goldmark hat sie gekostet, 48 Meter hoch ist die Staumauer und der so entstandene See ist der drittgrößte Stausee deutschlandweit.

900 Menschen mussten für dieses Vorhaben ihre Heimat aufgeben, weil ihre Dörfer und Höfe geflutet wurden. All das, damit die großen Wasserstraßen und die neu gebauten Kanäle zuverlässig ganzjährig schiffbar wurden.
 
Einfach für alle. Der Rundfunkbeitrag.
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Frankfurt erhält Universität

In Frankfurt setzt sich 1914 der engagierte und weitsichtige Oberbürgermeister Franz Adickes durch. Als Franziska Speyer, eine Bankierswitwe, aus ihrem Vermögen zwei Millionen Goldmark für das Vorhaben stiftete, war endlich mit 14 Millionen Goldmark Stiftungsvermögen ausreichend Startkapital für die Gründung der Universität da, die neben der Universität in Berlin als am besten ausgestattete Hochschule Preußens galt.

Adickes erreicht, dass kein geringerer als Kaiser Wilhelm II. persönlich die Gründung der Stiftungsuniversität genehmigt. Paul Ehrlich, der spätere Nobelpreiträger ist unter den ersten Professoren.

Text: Birgit Sommer
 

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Redaktion: nago / maho
Letzte Aktualisierung: 27.02.2014, 11:02 Uhr
 
 

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