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1914 - Hessen vor 100 Jahren

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August Euler war so etwas wie der Fluglehrer des Reiches. (Bild:  hr)
Tollkühne Männer in ihren fliegenden Kisten.
 

Die Etappen

Etappenplan
 
Zur ersten Etappe Darmstadt-Pforzheim-Straßburg-Speyer-Frankfurt sollten trotz des schlechten Wetters ungefähr 30 Flugapparate in die Luft gehen, "man sah manches Flugzeug recht bedenklich mit dem Wind kämpfen". Insgesamt 400 Kilometer waren auf dieser Etappe zu fliegen.

Die zweite Etappe war ein Rundflug, der in Frankfurt begann und endete. Der Flug führte über die Kontrollstationen in Wiesbaden, Koblenz, Köln, zurück nach Frankfurt und hatte eine Länge von rund 375 Kilometern.

Die dritte und vierte Etappe bilden zusammen den zweiten und längsten Teil des Zuverlässigkeitsfluges, der vom 20. bis zum 22. Mai zu absolvieren war: Fast 1.000 Flugkilometer hatten Maschinen und Piloten zu absolvieren, eine Strecke, die noch wenige Jahre zuvor nicht zu bewältigen war.

Die Maschinen starten wieder in Frankfurt. Über Marburg, Kassel, Braunschweig ist nach 440 Kilometern Hamburg das Ziel. Der Aufenthalt in Hamburg ist unbeschränkt, weiter geht es über die Kontrollstationen Hannover, Minden, Herford, Münster, Osnabrück und Bremen zurück nach Hamburg. Im Anschluss daran findet eine strategische militärische Aufklärungsübung zwischen Hamburg, Münster und Köln statt.
 

Volksfeststimmung überall

Sowohl auf dem Griesheimer Flugplatz, wie auch in Frankfurt, Wiesbaden, Marburg und Kassel wurden die Pioniere der Lüfte mit ihren hochmodernen Flugapparaten mit Spannung erwartet. Wahre Volksfeste wurden begleitend organisiert, Eintritt genommen, offizielle Flugtagspostkarten gedruckt und verkauft.

In Wiesbaden wurde der Leistungsflug zum großen gesellschaftlichen Ereignis, in Marburg feierten die Burschenschaftler die Piloten und der "Kurhessische Verein für Luftschifffahrt" half bei der Organisation. Für den 1909 gegründeten Verein war der Wettbewerb ein besonderes Ereignis, weil der Marburger Flugplatz auf den Afföller-Wiesen am 19. Mai 1914 als Kontrollpunkt angeflogen wurde. Die Beteiligung des Vereins für die Organisation und Durchführung wurde vom Prinzen Heinrich von Preußen mit einer besonderen Medaille gewürdigt. Sie befindet sich noch heute im Archiv des Vereins.
 

Flugunglück in Kassel

In der nordhessischen Residenzstadt kamen auch der organisierte Hilfsdienst und Flugzeugtechniker zum Einsatz. Paul Bejeuhr beschrieb im polytechnischen Journal den Vorfall: "Von den 19 Teilnehmern landeten in Kassel vier, u.a. auch Oberleutnant Kastner und Stiefvater, denen leider diese Landung verhängnisvoll wurde. Der Prinz-Sigismund-Argus-Eindecker von Stiefvater setzte erst hinter dem Landungskreuz auf, konnte aber, da er über keine Bremse verfügt, nicht rechtzeitig mehr vor dem Apparat Kastners halten, wich auch nicht nach rechts oder links aus, und so stießen beide Maschinen mit Wucht zusammen, wobei sie schwer beschädigt wurden. Personen wurden zum Glück nicht verletzt, obwohl Kastner gerade in seinem wieder flugbereiten Apparat saß."
 
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Redaktion: maho
Letzte Aktualisierung: 16.05.2014, 16:27 Uhr
 
 

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