hr-online Informationen aus Hessen

Radio

Tierporträt: Eidechsen

Freitag, 7. Juni 2013, 8:40 Uhr
Smaragdeidechse (Bild:  hr)
Smaragdeidechse
Eidechsen sind wechselwarme Tiere. Am besten lassen sie sich beim Sonnenbaden beobachten. Weibliche Waldeidechsen bringen auf diese Weise nicht nur sich selbst auf Betriebstemperatur.

Beitrag mit Anregungen für den Einsatz im Unterricht zum Runterladen
 
Wenn sie sich im Sonnenschein aufwärmen, kommt das auch dem Nachwuchs zugute, der gewissermaßen im Mutterleib ausgebrütet wird. Mit diesem Trick kann die Waldeidechse in Regionen vordringen, die der Zauneidechse viel zu kühl wären.

Wie bei den meisten Eidechsenarten üblich, vergräbt die Zauneidechse ihre Eier in Sand oder Erde. Deshalb braucht sie Stellen, die in der Sonne warm genug werden, damit die Jungen im Ei heranwachsen können. Passende Reviere sind bei den männlichen Zauneidechsen entsprechend heiß umkämpft. In einem attraktiven Revier muss es also auf jeden Fall sonnige Stellen geben. Ebenso wichtig sind Versteckplätze, die bei unwirtlichem Wetter Unterschlupf bieten oder Zuflucht bei Gefahr. Außerdem muss es in der Nähe genug zu fressen geben.
 

Eidechsen sind in Deutschland streng geschützt

Die Zauneidechse gehört zu den streng geschützten Arten in Deutschland. Man darf sie also weder fangen noch woanders hinbringen. Das gilt auch für alle anderen Eidechsenarten, die hierzulande heimisch sind. Neben der Zauneidechse ist das die kleine braune Waldeidechse, die ähnlich kleine, aber sehr seltene Mauereidechse und die Smaragdeidechse. Die prächtig grüne Smaragdeidechse ist wie die Mauereidechse eher südlich der Alpen zu Hause. In Deutschland macht sie sich ausgesprochen rar.

Bei Zauneidechsen zeigen nur die Männchen ein leuchtendes Grün, und auch das nur während der Paarungszeit, und nicht am ganzen Körper. Die Hinterbeine, der Schwanz und ein Streifen auf dem Rücken bleiben ausgespart. Sie sind - wie bei weiblichen Zauneidechsen - stets ähnlich bräunlich mit hellen und dunklen Flecken.
 

Der Lebensraum wird immer kleiner

Früher waren Wiesen und Weiden ein günstiges Terrain für Insekten, Spinnen und andere kleine Beutetiere. Auch an Wegrainen fand die Zauneidechse oft gute Lebensbedingungen, und sogar in Gärten tauchte sie auf.
Heutzutage gibt es allerdings kaum noch Gärten, in denen Zauneidechsen heimisch werden könnten, in den Dörfern selten und mitten in der Stadt schon gar nicht.

Wenn man aber etwas am Stadtrand wohnt und angrenzend eine große Wiese mit vielen Insekten hat, dann kann es durchaus sein, dass Eidechsen sich dort halten, vorausgesetzt, die Lage ist sonnig genug.

Der Eidechsennachwuchs braucht nämlich noch wärmeres Terrain als die erwachsenen Tiere. Deshalb müssen die Zauneidechsen den Platz, an dem ihre Eier ablegen, sorgfältig aussuchen. Besonders geeignet sind sandige Böden. Sie wärmen sich schnell auf, und es gräbt sich dort leicht. Allerdings muss die Eidechse vermeiden, dass der Sand ins Rutschen gerät, schließlich muss die Grube so groß werden, dass die Zauneidechse dort ihr gesamtes Gelege unterbringen kann.
 

Eidechsen werden von vielen Tieren gejagt

Wann die jungen Zauneidechsen schlüpfen hängt vor allem vom Wetter ab. Wenn es schön warm und sonnig ist, dann kann die Entwicklung der Embryonen schon nach sechs Wochen abgeschlossen sein. Bei kühlerem Wetter dauert es etwa acht Wochen, manchmal auch zehn Wochen.
In dieser Zeit leben die heranwachsenden Eidechsenjungen von dem Dottervorrat, den ihnen die Mutter mitgegeben hat.

Eidechsen sind versierte Jäger. Aber fast ebenso oft sind sie auch Gejagte. Es gibt viele Vögel, große und kleine, die gerne Eidechsen fressen. Außerdem gilt es vor Schlangen auf der Hut zu sein, vor Igeln und vor Hauskatzen. Und einer kleinen, frisch aus dem Ei geschlüpften Eidechse können sogar Spitzmäuse gefährlich werden.
 

Schnelle Reaktion und ungewöhnliche Strategie

Auf nahende Schritte reagieren Eidechsen ebenso empfindlich wie auf plötzlichen Schatten. Oft sieht man gerade noch, wie ein langer, dünner Schwanz unter Laub oder Gras verschwindet. Einem hungrigen Vogel ergeht es ähnlich, er bekommt eine Eidechse am ehesten am Schwanz zu fassen.

Mit einem Trick kann die so Attackierte dann ihr Leben retten: Sie wirft ihren Schwanz einfach ab. Genau genommen ist das aber gar kein aktiver Vorgang. Ein Eidechsenschwanz bricht ganz von allein ab und so kann die Eidechse oft nur mit knapper Not entwischen. Zurück bleibt der Angreifer mit dem Eidechsenschwanz im Schnabel. Die Eidechse ist dann mit dem Leben davongekommen, muss zunächst aber ohne Schwanz zurechtkommen. Nur langsam wächst ihr ein neuer.

Von Diemut Klärner
Manuskript-Nr. 12-063
 

Teilen

Redaktion: kim / nrc
Bild: © hr
Letzte Aktualisierung: 8.01.2016, 14:42 Uhr
 
 
hr-online enthält Links zu anderen Internetangeboten. Wir übernehmen keine Verantwortung für Inhalte fremder Webseiten.
SZM-Daten dieser Seite