Glocken - Klänge der Heimat
Die größte der Pfungstädter Glocken (Bild: Gudrun Olschewski)
Die größte der Pfungstädter Glocken

Pfungstadt

Evangelische Kirche

Die Evangelische Kirche Pfungstadt wurde in der Zeit von 1746 bis 1748 neu erbaut. Ihre älteste Glocke feiert im Mai 2010 ihren 342. Geburtstag.
 

Die Kirche

Audio: Geläute - St. Martin in Pfungstadt 5:10 Min
(© hr4, 06.05.2010)
Die Evangelische Kirche Pfungstadt wurde in der Zeit von 1746 bis 1748 nach einem Plan des Pfarrers Johann Conrad Lichtenberg über den Fundamenten mehrerer Vorgängerkirchen neu erbaut. Der mittelalterliche Turm wurde umgestaltet und 1752 vollendet. Die äußere Gestalt einer barocken Predigtkirche ist bis heute erhalten geblieben.

Die Glocken

Von den Pfungstädter Glocken: f’ b’ d’ g’

Wenn sie läuten, laden sie zum Gottesdienst oder zum Gebet ein und erinnern an die, die verstorben sind. Die vier Glocken, die heute in der evangelischen Kirche in Pfungstadt hängen, sind unterschiedlich groß und schwer, vor allem aber unterschiedlich alt.

Dreistimmig klang es bis zum Kerbsonntag im September 1960 aus dem Turm. Es ist eine Besonderheit in unserer Gegend, denn das Geläut hat die beiden Weltkriege unversehrt überstanden. Weil die Glocken wegen ihres hohen Alters schon damals unter Denkmalschutz gestanden haben, durften sie nicht eingeschmolzen werden. Sicher hingen sie schon in der Vorgängerkirche, die 1746 abgerissen wurde.

Die älteste Glocke trägt weder eine Jahreszahl noch den Namen des Gießers. Ihre schlanke gotische Form lässt vermuten, dass sie aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammt. Sie erklingt mit dem Schlagton b’.

Die kleinste Glocke (Vaterunserglocke) wurde 1412 von Meister Gerlach aus Frankfurt gegossen und erklingt mit dem Schlagton d’.

Die größte Glocke, die im Mai 2008 ihren 340. Geburtstag feiertem erklingt mit dem Schlagton f’ und wiegt circa 1000 Kilogramm (siehe Bild). Sie hat einen Durchmesser von 120 cm und wurde von Guido Monginot, der vermutlich aus Lothringen kam, gegossen. Auf der Glockeninschrift heißt es: "Ich gebe einen guten Klang und zier den Gesang. Wenn man mich ziehen tut, gebe ich guten Mut, dass man eile Gott zu ehren sein h(eilig) Wort zu hören. Pfungstadt, anno MDCLXVIII mense maio, tempore M(agistri) Georg Finkii, L.P. Guido Monginot".
Übersetzt heißt das: Pfungstadt, im Monat Mai 1668 zur Zeit des Magisters Georg Fink als Ortspfarrer.
Seit Juli 1977 begleitet sie allein die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg. 15 Minuten nach Beginn der Trauerfeier erklingt sie für die Dauer von zehn Minuten - und erinnert mit ihrer Stimme an die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens hier auf Erden.

Gudrun Olschewski
 
Redaktion: than
Bild: © Gudrun Olschewski
Letzte Aktualisierung: 6.05.2010, 15:50 Uhr

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