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Glocken - Klänge der Heimat

Selters-Haintchen

Katholische Kirche St. Nikolaus

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Die Barockkirche St. Nikolaus (Bild: André Bördner)
Die Barockkirche St. Nikolaus
Die Barockkirche St. Nikolaus in Selters-Haintchen wurde im Jahr 1750 erbaut und ist etwas ganz besonderes: Die komplette Ausstattung des 18. Jahrhunderts ist noch erhalten.
 

Architektur

Die Johann Christian Köhler Barockorgel (Bild: André Bördner)
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Die Johann Christian Köhler Barockorgel
Die im Jahre 1750 von Baumeister Ulrich aus Limburg erbaute katholische Barockkirche, die unter dem Patrozinium von St. Nikolaus gestellt ist, zählt zu den wenigen Gotteshäusern im weiteren Umkreis, deren komplette Ausstattung des 18. Jahrhunderts sich erhalten hat. Es handelt sich um eine geostete Saalkirche mit einem schmäleren, dreiseitig geschlossenen Chor. Der Innenraum besitzt ein muldenförmiges Holztonnengewölbe mit acht gemalten Medaillons.

Vom Eingang zum Chor fortschreitend, auf der Evangelistenseite die heiligen Michael-Markus-Matthäus-Verkündigung und auf der Epistelseite Schutzengel Lukas - Johanes Evangelist - Josef.
Die klassizistische nüchterne Raumfassung stammt, soweit vorhanden, aus der Zeit um 1810. Fast vollständig erhalten ist dagegen die aufwendige Ausstattung der Barockzeit, diese stammt aus der Hadamarer Schule.

Der Blick wird sofort vom zweigeschossigen, holzgeschnitzten Hochaltar angezogen. Über dem Tabernakel befindet sich ein Pelikan, der mit seinem Herzblut seine Jungen nährt, ein Sinnbild Christi. Eine Abendmahlszene und ein Bild vom Schutzpatron der Kirche, dem Heiligen Nikolaus, der Brot unter die Armen verteilt, schließen den Altar nach oben ab. Zu beiden Seiten des Altares stehen mit den Symbolen Schlüssel und Schwert die Apostelfürsten Peter und Paul, in Lebensgröße geschnitzt. Der Nebenaltar auf der Epistelseite stellt den hl. Sebastian und darüber den hl. Wendelin, auf der Evangelienseite die hl. Dreifaltigkeit dar. Interessanterweise sind diese Figuren im Relief dargestellt, ebenso wie an der reichgeschnitzten Kanzel die ein Meisterwerk der Hadamarer Bildhauerwerkstatt, mit den Hochreliefs der Kirchenväter und dem teils vergoldeten Zierrat, darstellt. Das Chorgestühl und die Beichtstühle mit ihrem reichen Rokokoschnitzwerk zeugen von der Fertigkeit der damaligen Handwerker

Aus der mittelalterlichen Vorgängerkirche, sind noch einige Kunstwerke wie der Taufstein aus Schupbacher Marmor von 1671, ein Madonnenbild und ein Taufaltärchen von 1680 sowie zwei Weihwasserbecken von 1709 und ein Opferstock erhalten.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Chorraumes, befindet sich die zweistöckige Westempore. Die beiden Emporen sind mit Ölgemälden an den Emporbrüstungen ausgeschmückt, deren Stiftung wahrscheinlich auf die Camberger Amtmannsfamilien von Hohenfeld und von Schütz-Holzhausen zurückgeht, denn Haintchen gehörte in dieser Zeit zum Amt Camberg.

Die im Jahre 1753 erbaute Barockorgel von dem Frankfurter Orgelbauer Johann Christian Köhler umfasst 15 Register und 855 Pfeifen. Es gibt in Deutschland nur noch wenige dieser wertvollen, wohlklingenden Orgeln.
 

Geschichte

Winterimpressionen: Haintchen mit St. Nikolaus (Bild: André Bördner)
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Winterimpressionen: Haintchen mit St. Nikolaus
Die erste urkundliche Erwähnung von Haintchen ist aus dem Jahre 1388 belegt. In der Erwähnung vom 25. Juli 1388 in einem von der Äbtissin Sophie von Lindau angelegten Fortsetzung des Zinsbuches des Zisterzienserinnenklosters Gnadenthal heißt es: "Item gebin wir alle jar der kyerchin zu dem Hayne 1/2 punt waisis un(d) 6 junge h. zu oistirn auch von Husin, unsim hoibe." ( Somit geben wir alle Jahre der Kirche zu Haintchen ein halbes Pfund Wachs und sechs junge Heller zu Ostern auch von Hausen, unserem Hof).

Bereits 1388 bestand im Ort ein Vorgängerbau der heutigen Kirche, wegen der Lage an der alten Hessenstraße vermutlich ebenfalls dem Heiligen Nikolaus als Schutzpatron der Reisenden geweiht. Dazu kam ein umfangreicher Pfarrhof mit dem alten Pfarrhaus und der Scheune.
 
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Redaktion: su
Bilder: © André Bördner (3)
Letzte Aktualisierung: 21.12.2011, 9:46 Uhr

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Heinz Arnold am 30.07.2017 10:07
Der Klang erinnert mich an meine,von dort stammende Familie,unbeschwerte Ferientage und dort noch wohnende liebenswerte Menschen.Großvater ... [+]
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