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Glocken - Klänge der Heimat

Friedrichsdorf

Evangelische Kirche Friedrichsdorf

 (Bild: Gemeinde Friedrichsdorf)
Die Kirchensprache in Friedrichsdorf war bis zum 1. Weltkrieg französisch. Daran erinnert die französische Inschrift auf dem Altar: 'Je suis le pain de vie, celui qui vient á moi, n’aura plus faim, et celui qui croit en moi, n’aura jamais soif. (Jean VI, 35)' - 'Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten - Johannes 6, 35'.
 

Die Gemeinde

Audio: Geläute ev. Kirche Friedrichsdorf 4:36 Min
(© hr4, 21.12.2011)
1687 unterzeichnete Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg einen Privilegienbrief, der besagte, dass hugenottische Glaubensflüchtlinge bei der Residenzstadt Homburg vor der Höhe ein neues Dorf gründen dürften. Das "nouveau village" erhielt den Namen des Landgrafen, Friedrichsdorf. Die Kirchensprache war bis zum Ersten Weltkrieg französisch. Daran erinnern eine französische Gedenktafel in der Kirche und die französische Inschrift auf dem Altar: Je suis le pain de vie, celui qui vient á moi, n’aura plus faim, et celui qui croit en moi, n’aura jamais soif. Jean VI, 35 (Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten, Johannes 6, 35.)
 

Die Kirche

Die Kirche wurde 1837 fertiggestellt, zur 150-Jahrfeier der Gründung Friedrichsdorfs. Der Entwurf stammte von dem Frankfurter Architekten Rudolf Burnitz. Die zuvor vom Darmstädter Hofbaumeister Georg Moller mit Unterstützung der Landgräfin Elisabeth entworfene neugotische Kirche war von der Gemeinde abgelehnt worden. Der gotische Stil weckte unliebsame Erinnerungen an den gerade im Herkunftsland der Hugenotten verbreiteten Stil katholischer Kirchen. Burnitz dagegen konzipierte eine Kirche von schlichter Strenge, die keinem durchgehenden Stil verpflichtet, sondern mit dekorativen Versatzstücken verschiedener Stile besetzt war und keinen Figurenschmuck kannte. Die Kirche wurde 1834-1837 unter Leitung des aus dem benachbarten Dorf Burgholzhausen stammenden Baumeisters Jacob Westerfeld gebaut.
 

Das Geläut

Im ersten Weltkrieg wurden zwei der drei Glocken eingeschmolzen. Die damals große Glocke von 1836 wurde erhalten. Sie trägt einen französischen Text, zum Lobe des "edelmütigen und großherzigen Souverän". Gegossen wurde sie von der Glockengießerei Bach aus Windecken (Vogelsberg). Auch im Zweiten Weltkrieg mussten wieder zwei Glocken abgeliefert werden, jedoch auch dieses Mal durfte die als historisch wertvoll eingestufte große Glocke hängen bleiben. Die neuen Glocken von 1950 stammen von der Gießerei Schilling aus Heidelberg.

  • Neue große Glocke: Ton ‘d, 1.150 kg
    Inschrift: Louez l’Éternel! Que tout ce qui respire, louez l‘Èternel! (Lobet den Herrn! Alles was atmet, lobe den Herrn!)
  • Alte große Glocke: Ton `f, 900 kg
    Inschrift: Célébrez l’Èternel parce qu’il est bon et que sa miséricorde dure éternellement.
    (Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich.)
  • Kleine Glocke: Ton ‘g, 450 kg
    Inschrift: Preiset mit mir den Herrn. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild


Auszüge aus dem Buch Angelika Baeumerth, Evangelische Kirche Friedrichsdorf, zusammengestellt von Reinhold Steinhilber
 
Redaktion: su
Bild: © Gemeinde Friedrichsdorf
Letzte Aktualisierung: 21.12.2011, 10:22 Uhr
 

 
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