Hessisches Landesmuseum
Hessisches Landesmuseum

Die Geschichte

Über 100 Jahre ist das Hessische Landesmuseum Darmstadt alt. Entstanden ist es aus den großherzoglichen Sammlungen und dem Willen, das kleine Land nach außen würdig zu repräsentieren.
 
Seit dem 17. Jahrhundert hatten die Landgrafen von Hessen-Darmstadt eine umfassende Kunst- und Naturaliensammlung zusammengetragen. Den ersten Schritt zu einem Museum, das diese Schätze auch der breiteren Öffentlichkeit zeigen sollte, machte Großherzog Ludewig I. 1820 vermachte er seine Sammlungen dem Staat. Dazu gehörte beispielweise das gesamte druckgraphische Werk Albrecht Dürers und Rembrandts sowie Elfenbeinarbeiten und Gemälde aus dem Mittelalter und des 17. und 18. Jahrhunderts, die ihm zum Teil geschenkt worden waren. Später kamen Glasmalerei, altdeutsche Altäre und niederländische Gemälde hinzu, nicht zu vergessen die Sammlung von Naturalien und physikalischen Instrumenten seiner Mutter, Landgräfin Karoline. Mit diesen Exponaten war der Grundstein für die naturwissenschaftlichen Abteilungen gelegt.
 

Zu wenig Platz

Waren die Kunstschätze bis dahin im Residenzschloss untergebracht, kamen sie 1817 in das Neue Schloss. Weitere Kunstwerke ergänzten die Sammlung im Lauf der Jahrzehnte, der Raum wurde zu knapp. Großherzog Ernst Ludwig machte 1897 dann Nägel mit Köpfen und gab den Bau eines Museumsgebäudes in Auftrag. Architekt war der gebürtige Darmstädter Alfred Messel, der durch den Bau des Warenhauses Wertheim in Berlin bekannt geworden war.
 

Bedeutende Stiftungen

1906 fand die feierliche Eröffnung des Museums statt. Viel Kunst, viel Geschichte, viel Natur - ein Konzept, das sich bis heute im Darmstädter Universalmuseum erhalten hat. Die Zoologie konnte mit damals neu eingerichteten Dioramen punkten: kleinen Räumen, in denen die Fauna der verschiedenen Kontinente in Form von ausgestopften Tieren dargestellt wurde. 1924 vermachte ein Stifter dem Museum seine Sammlung von bedeutenden Gemälden Arnold Böcklins.
 

Beschädigung im Krieg

Der Krieg, die Beutelust der Nationalsozialisten und die schwere Beschädigung des Hauses durch den Luftangriff der Alliierten 1944 vernichteten den Bestand der Graphischen Sammlung und von deutschen Gemälden des Expressionismus fast unwiderruflich. Bis 1955 dauerten die Aufbauarbeiten am Museum, erst dann konnte es wiedereröffnet werden.
 

Großartige Schenkungen und Leihgaben

In den letzten Jahrzehnten kamen bedeutende Sammlungen hinzu, sei es durch Schenkungen oder durch Erwerb: etwa eine umfangreiche Korallen- und Molluskensammlung, aber auch die Jugendstil-Kollektion des Amsterdamer Juweliers Karel A. Citroen. Ab 1966 fanden die damals frisch ausgegrabenen Fossilien der Grube Messel ihren Weg in die geologisch-paläontologische Abteilung. Der Darmstädter Industrielle Karl Ströher vermachte seine umfangreiche Pop Art-Sammlung an das Hessische Landesmuseum (inzwischen verkauft) und verlieh mit "Block Beuys" den größten Werkkomplex von Joseph Beuys (1989 angekauft). Hinzu kommt eine bedeutende Sammlung von Werken von Beuys' Schüler Blinky Palermo.

Im Jahr 2004 dann die Sensation: Der Schweizer Sammler Simon Spierer schenkte dem Landesmuseum seinen "Wald der Skulpturen": 40 Werke zeitgenössischer Künstler mit einem Schätzwert von 15 Millionen Euro.
 

Endlich Wiedereröffnung

Das Museum schloss am 30. September 2007, um die umfangreichen Sanierungsarbeiten zu beginnen. Der Termin der Wiedereröffnung wurde immer wieder verschoben, weil sich nicht vorhersehbare Baumängel zeigten, die vor allem dem mit mangelhaften Materialien durchgeführten Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg geschuldet sind. Nun eröffnet es nach sieben Jahren Bauzeit am 13./14. September 2014.
 

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Redaktion: nrc
Letzte Aktualisierung: 2.09.2014, 11:39 Uhr
 
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Hessisches Landesmuseum Darmstadt

Eintrittspreise & Öffnungszeiten


Eintrittspreise: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei.

Öffnungszeiten Dauerausstellung:
  • Di, Do, Fr: von 10 bis 18 Uhr
  • Mi: von 10 bis 20 Uhr
  • Sa, So und an Feiertagen: von 11 bis 17 Uhr

Montags, an Karfreitag, Heiligabend und Silvester geschlossen.

Studiensaal der Graphischen Sammlung:
  • Mi von 14 bis 20 Uhr
  • Do 10 bis 13 Uhr
  • Fr von 10 bis 18 Uhr

Bibliothek:
  • Di + Fr von 10 bis 12 Uhr
  • Mi + Do von 13.30 bis 16 Uhr

Der Eintritt in die Bibliothek und in den Studiensaal ist frei.

Anfahrt & Kontakt:

Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt

Tel.: 06151-1657000
E-Mail: info@hlmd.de
Internet: http://www.hlmd.de
Facebook: Hessisches Landesmuseum Darmstadt

 
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