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12.04.2007

Interview mit Kai Knörr

Er rettete zwei Hesselbach-Kinofilme

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Kai Knörr (Bild:  hr-online)
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Kai Knörr
Kai Knörr ist geborener Hesse, studiert Geschichte und Medienwissenschaft in Berlin und Potsdam und beschäftigt sich seit seinem dreizehnten Lebensjahr mit der Familie Hesselbach. Der angehende Historiker mit eigenem Wolf-Schmidt-Archiv kennt die Serie wie kaum ein Zweiter.
 
hr-online: Sie waren 14 Jahre alt, als Sie nach langer Suche die letzten Rollen von Schmidts Filmen entdeckten. Warum interessieren sie sich so brennend für die alten Geschichten?

Kai Knörr: Die Sache fing an, als im Radio die Hesselbach-Hörspiele wiederholt wurden. Das hat mich so fasziniert, dass die Familie Hesselbach meine gesamte Kindheit und Jugend begleitet hat. Seit 1993 war ich deswegen auch beim Hessischen Rundfunk, wo ich sehr nette Leute getroffen habe, die mich mit Presseartikeln versorgten. Ich habe dann über eine Mitarbeiterin des hr Lia Wöhr kennen gelernt – das war für mich sozusagen der Startschuss, eine umfangreiche Sammlung über Wolf Schmidt und die Familie Hesselbach aufzubauen.
Mir geht es darum, das Lebenswerk von Wolf Schmidt zu dokumentieren, es zu beschreiben und mich damit auch in meinem Studium mit einer Magisterarbeit über Wolf Schmidts Kinofilme auseinanderzusetzen – und damit auch für mich persönlich zu einem Abschluss zu kommen. Das alles möchte ich später auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.
 

Information

Für immer verloren?

Wo die restlichen vier Filmrollen von "Die Familie Hesselbach" und der komplette vierte Kinofilm "Herr Hesselbach und die Firma" verblieben sind, ist unbekannt.
hr-online: Wo haben Sie die besagten Kinofilme wieder aufgetrieben?

Knörr: Lia Wöhr hat 1993 gesagt: „Den Kai Knörr hätte ich gern bei der Produktion einer Sendung über mich dabei.“ Die Sendung hieß „Ich weiß es noch wie heut“ – da war ich dann auch dabei. Als ich sie zu der Zeit einmal am Telefon fragte, was denn mit den Spielfilmen sei, antwortete sie sehr überzeugt und resolut, wie es so ihre Art war: „Von diesen Filmen existiert kein Schnipsel mehr!“
Ich hatte viel Zeit, konnte daher viel herumtelefonieren. Irgendwann sprach ich dann auch einmal mit Maria Mucke, die im ersten Hesselbach-Spielfilm eine Untermieterin bei Hesselbachs spielt. Sie hat mir den Tipp gegeben, dass der Komponist, der damals die Filmmusiken zu diesen Selfmade-Filmen von Wolf Schmidt geschrieben hat, möglicherweise noch etwas wissen könnte. Den habe ich dann angerufen, und er - Wolfram Röhrich - war auch der Treffer: „Ja, es gibt hier noch Hesselbach-Filmrollen“ sagte er. Wir haben dann herausgefunden, dass es vom ersten Spielfilm von 1954, „Die Familie Hesselbach“ der erste Akt war, das heißt die erste von fünf Rollen. Von den nachfolgenden Hesselbach-Spielfilmen, „Die Familie Hesselbach im Urlaub“ und „Das Horoskop der Familie Hesselbach“, waren die kompletten Akte erhalten.
Ich habe diese Filmrollen dann wieder an den Sohn des Komponisten abgegeben, der bei der Bavaria arbeitete und die Restaurierung des zweiten Spielfilms, „Familie Hesselbach im Urlaub“, veranlasste – der dann später beim Hessischen Rundfunk ur-gesendet wurde.
 
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Redaktion: mad / maho
Bild: © hr-online
Letzte Aktualisierung: 1.03.2013, 14:11 Uhr
 

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