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Heinz Schenk mit Bembel 200 Folgen Blauer Bock (Bild: hr/ Kurt Bethke)
Über 20 Jahre war Heinz Schenk das prominenteste Gesicht vom "Blauen Bock".

Sänger, Autor, Moderator

Heinz Schenk - der Chef vom "Blauen Bock"

Früher galt er einigen als "Inkarnation des Spießertums", doch heute ist Heinz Schenk einfach Kult. Stationen einer Karriere.
 
Heinz Schenk (Bild:  hr)
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"Mister Äppelwoi", "Bembel-Troubadour" oder "Babbelschnuut"?
"Mister Äppelwoi", "Bembel-Troubadour" und "Babbelschnuut" - Namen hat der Oberkellner des "Blauen Bocks" viele. Seinen Humor mag nicht jeder teilen, seine Sprachkaskaden nicht jeder interessant finden, seine Stimme nicht jeder ansprechend und seine schauspielerischen Fähigkeiten nicht jeder grandios, aber seine Vielseitigkeit und sein Können stehen außer Zweifel. Heinz Schenk ist der hessische David Bowie.

Eines vorweg: Der große Entertainer kommt gar nicht aus Hessen. Geboren ist Heinz Schenk in Mainz. Und dort fing er auch an mit Büttenreden bei der Mainzer Fastnacht. Mit 15 nimmt er Schauspielunterricht und nach dem Krieg versucht er sich als Conférencier beim Zirkus und in Varietés. In den 50er Jahren beginnt er beim Hessischen Rundfunk zunächst mit Schlagersendungen im Radio, in denen er selbstverfasste Sketche und Quiz-Spiele einbaut. Gerne blickt er auf diese Zeit zurück: "Ich möchte keinen Tag davon missen", sagt er. Sendungen wie "Heinzelmännchens Lachparade" oder "Frankfurter Spätlese" – damals schon mit Reno Nonsens - machten ihn langsam populär.
 

Auftritt im legendären "Frankfurter Wecker"

Audio: Der letzte Wecker (© hr, 06.07.1967)
Einem breiten Publikum wird Schenk durch die Radiosendung "Frankfurter Wecker" bekannt. 1966 dann der Sprung ins Fernsehen. Schenk wird Oberkellner im "Blauen Bock" - ihm immer an der Seite: Lia Wöhr. Opern- und Schlagerstars wie Hermann Prey, Caterina Valente, Dunja Reiter, Paul Kuhn oder das Medium Terzett geben sich hier die Klinke in die Hand. Das Konzept für die Showeinlagen und seine Texte schreibt der Moderator alle selbst.
 

20 Millionen Zuschauer

Bei der ersten Sendung, erinnert sich Schenk, sei er furchtbar aufgeregt gewesen: "Noch eine Minute vor Beginn ging mir durch den Kopf, jetzt kannst Du noch gehen." Schenk bleibt - 21 Jahre lang. 1987 hört er, nach über 200 Folgen, auf. Von den Einschaltquoten, die er in dieser Zeit erzielte, können Moderatoren heute nur noch träumen. Bis zu 20 Millionen Deutsche schalteten ein, wenn er im ersten Programm die Türen seiner TV-Schankwirtschaft "Zum Blauen Bock" öffnete und Musik, Humor und viel Äppelwoi servierte. Auch um seinen Bekanntheitsgrad dürfte Schenk manch einer beneiden. Laut Umfragen kennen 95 Prozent der Deutschen den ehemaligen Entertainer.
 

Mit Kerkeling im Kino

Auch in den vergangenen Jahren ist Heinz Schenk immer wieder aufgetreten - vor allem im Theater. Im "Frankfurter Volkstheater" spielte er in der Komödie "Rendezvous im Palmengarten", den Dr. Doolittle in "My Fair Lady" oder den Geizhals in der hessischen Adaption von Molières "Der Geizige". Er veröffentlichte Bücher und Schallplatten. Unter dem Motto "Witzischkeit kennt keine Grenzen" nahm er an der Seite von Hape Kerkeling 1993 die deutsche Fernsehlandschaft auf die Schippe - mit großem Erfolg an den Kinokassen.
 

Autor, Ideenlieferant und Verseschmied - Ikone und Kultfigur

Für den hr war Heinz Schenk ohne Zweifel neben Hans-Joachim Kulenkampf der größte TV-Star. Er gehörte zu einer Moderatorengeneration, die mehr können musste als selbstsicher in die Kamera schauen. Heinz Schenk wirkte in Hörspielen mit, war Autor eigener Sendungen mit selbstverfassten Sketchen, schrieb Lieder - auch für andere wie z.B. Heino- reimte und tut dies heute noch und schauspielert bisweilen, wenn es die Zeit erlaubt.
 
Redaktion: almu
Letzte Aktualisierung: 18.12.2008, 16:37 Uhr
 

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 (Bild:  hr)

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