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Der Mercedes, in dem Rosemeyer verunglückte, wird von Helfern angeschoben (Bild: )

Rekordfahrt in den Tod

"Bernd, lassen Sie es doch!"

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Rosemeyers Rennwagen Bei der "Aufwärmfahrt" erreichte Rosemeyer 429 km/h. Bis zum Unfall lag er auf Rekordkurs.


"Scheiß auf den Rekord"

Inzwischen winden sich die Baumwipfel neben der Autobahn bedenklich. Rivale Caracciola will ihn schon vor der Probefahrt gewarnt haben ("Bei dem Wind..."). Aber Rosemeyer weiß: Der größte Teil des abgesperrten Autobahnstücks liegt geschützt zwischen Bäumen. Nur in der Schneise bei Langen-Mörfelden kann Seitenwind ungehindert auf die nur 0,7 mm starke Alu-Haut treffen.

Trotzdem: Vor dem zweiten Versuch warnen auch die Mechaniker. Der Chefmonteur wird deutlich: "Bernd, scheiß doch auf die ganze Rekordfahrt." Jetzt steht Auto-Union Rennleiter Dr. Feuereissen in der Pflicht. Er ist wankelmütig. Statt eines Abbruchs belässt er es bei mahnenden Worten: "Rosemeyer, lassen sie es doch lieber sein. Wir wollen doch nichts riskieren." Wie ein seniler Bedenkenträger lässt sich der Chef abfertigen: "Ach Doktor, einmal fahre ich noch, ich bin doch kein Anfänger." Der Rennfahrer ist überzeugt, dass er mit raschem Gegenlenken auch starkem Seitenwind Herr werden kann.
 
Wie ein Flugzeug in der Luft

Um 11.46 Uhr wird der Silberpfeil in Richtung Darmstadt angeschoben und beschleunigt mit voller Kraft. Als immer kleiner werdender Punkt verschwindet das dröhnende Monstrum am Horizont. Weniger als zwei Minuten später ist Bernd Rosemeyer tot. Der Auto-Union wird von den ersten Lichtschranken noch deutlich schneller als der Mercedes gemessen, aber an Kilometer 9,2 kommt das Ende.

Nur wenige werden Augenzeuge der Tragödie. Ein Zeitnehmer schildert, wie der Wagen heranschießt und in der Schneise auf den Grünstreifen gedrückt wird. Vermutlich trifft eine besonders starke Böe aus Südwesten exakt im ungünstigsten Moment auf das wegen der extrem hohen Geschwindigkeit instabile Fahrzeug. Eine Sekunde früher oder später, der rasende Bolide hätte die gefährliche Stelle bei Langen-Mörfelden vielleicht ungehindert passiert.

 
 
 
 
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Redaktion: kima / alb
Bild: © picture-alliance/dpa - Archiv
Letzte Aktualisierung: 28.01.2013, 21:24 Uhr
 
 

Audio

 

Gedenkstein

Wer den Gedenkstein für Bernd Rosemeyer besuchen will, muss auf der A5 in südlicher Richtung fahrend unmittelbar nach der Ausfahrt Langen-Mörfelden den Parkplatz ansteuern. [Google Maps]
Das Sportidol Bernd Rosemeyer als Propagandafigur. [spiegel.de]
 
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