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26.03.2014

"Bin gleich zuha... - Willkommene Ablenkung?"

Gefahr durch Unaufmerksamkeit am Steuer

Das Plakat zur Kampagne "Bin gleich zuha... - Willkommene Ablenkung?" (Bild: Sicher unterwegs in Hessen)
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Das Plakat zur Kampagne "Bin gleich zuha... - Willkommene Ablenkung?"
Abgelenkt durch Handy, Zigarette oder Navi - bis zu 30 Prozent aller Verkehrsunfälle sind auf Unachtsamkeit am Steuer zurückzuführen. Die Aktion "Bin gleich zuha... - Willkommene Ablenkung?" will deshalb Autofahrer für die Gefahren durch Ablenkung beim Fahren sensibilisieren.
 
Bereits eine Erhöhung der Reaktionszeit um 0,35 Sekunden führt bei Tempo 50 im Stadtverkehr zu einer Verlängerung des Reaktionswegs von etwa fünf Metern. Für das Kind, das seinem Ball hinterherrennt dürfte das schon zu spät sein. Viele ablenkende Tätigkeiten, wie das Telefonieren, nehmen aber Sekunden der Aufmerksamkeit in Anspruch.
 

Handy kann zur teuren Nebenbeschäftigung werden

 (Bild: Sicher unterwegs in Hessen)
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Aufstellen des Plakats zur Aktion an der B457
Rund ein Drittel der Befragten gab in einer Studie zu, das Handy normal zu benutzen. Vor allem bei den unter 24-Jährigen wird häufig zum Handy gegriffen. Doch Telefonieren, das Lesen von E-Mails oder das Schreiben einer SMS am Steuer können nicht nur gefährlich, sondern auch teuer werden. Ein Handy darf im Auto nur in die Hand genommen werden, um es von einem Platz auf einen anderen zu legen. Wer mit dem Gerät telefoniert oder es anderweitig bedient, dem drohen ein Bußgeld in Höhe von 70 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.
 

Abgelenkt auf dem Hindernisparcours 

 
Klicken Sie auf ein Bild, um in die Galerie zu gelangen (3 Bilder)
 
Gerichts-Urteile ergingen auch bei der Nutzung des Handys zu anderen Zwecken. Selbst das Ablesen der Uhrzeit, das Wegdrücken eingehender Anrufe und das Bedienen der Navi-Funktionen fallen unter das Verbot. Im Ausland sind die Strafen meist drakonischer. In Italien drohen etwa bis zu 600 Euro. Am teuersten kann es in Großbritannien werden. Im Extremfall riskieren Fahrer hier eine Anklage und eine Strafe von umgerechnet über 1000 Euro.
 

Aufmerksamkeitskiller Rauchen

Video: Fehleinschätzung Multitasking 3:48 Min
(© hr | hessenschau, 26.03.2014)
Auch andere Faktoren gehören zu den wesentlichen Unfall-Ursachen. So sind Radiohörer im Berufsverkehr die gefährdetste Gruppe vor allen anderen Verkehrsteilnehmern. Navigationsgeräte und Klimaanlagen erfordern konzentriertes Hingucken und sollten vor dem Losfahren programmiert werden. Viele Fahrer geben aber erst während der Fahrt Ziele ein oder "spielen" mit den Einstellungen. Auch Tätigkeiten wie Essen und Trinken nehmen die Aufmerksamkeit des Fahrers in Beschlag.

Zu den zeitintensivsten Ablenkungen gehört das Rauchen. Es wird nur übertroffen von Haustieren. Eine Zigarette lässt sich schnell ausdrücken, aber für das Anstecken müssen mehrere Sekunden der Aufmerksamkeit veranschlagt werden. Selbst das Suchen nach dem Päckchen und Rausholen der "Kippe" dauert seine Zeit. Ganz zu schweigen von der Suche nach einer heruntergefallenen brennenden Zigarette.
 

Routine schützt nicht

"Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden." Das besagt die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) und mahnt, sich im Straßenverkehr nicht ablenken zu lassen. Auch ein erfahrener Fahrer, der das Gefühl haben mag, "im Schlaf" fahren zu können, kommt dabei schnell an die Grenzen der Routine.

Fast immer sind eigentlich zu viele Sinneseindrücke gleichzeitig zu verarbeiten. Man kann sich nicht auf den Verkehr konzentrieren, abschätzen, was ein Fußgänger am Straßenrand gleich machen könnte, einen Streit mit den Kindern schlichten, eine Zigarette rauchen und dabei noch ein Telefonat führen.
 

Konzentriertes Fahren ist die Ausnahme

Oft werden Ablenkungen nicht bewusst als solche wahrgenommen. So besteht häufig der Irrglaube, mit steigender Erfahrung auch mehr Aufgaben am Steuer gleichzeitig bewältigen zu können. Nebentätigkeiten werden als eine willkommene Ablenkung vom automatisierten oder gar langweiligen Fahren gesehen.

Der "nur" Auto fahrende Autofahrer ist in der Minderheit: Eine Befragung ergab, dass sich nur vier Prozent während einer halbstündigen Fahrt ganz auf das Fahren konzentriert hatten. Drei von vier Personen hatten mindestens zwei fahrfremde Dinge getan. Dazu gehörten vor allem das Bedienen von Geräten, Gespräche mit den Mitfahrern und gedankliche Ablenkung.
 
 

Über die Initiative

Die Initiative "Sicher unterwegs in Hessen" besteht seit 20 Jahren. Seit 1993 gehören ihr das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, der ADAC Hessen-Thüringen, der Hessische Rundfunk mit seinem hr3-Radioprogramm, der TÜV Hessen und die Landesverkehrswacht Hessen an.


Wirtschaftsministerium ADAC Verkehrswacht hr3 TÜV
 
Redaktion: besi
Bilder: © Sicher unterwegs in Hessen (2)
Letzte Aktualisierung: 12.04.2014, 19:23 Uhr
 
 

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