hr-online Informationen aus Hessen
ARD.de Hilfe Feedback Die RSS-Angebote des hr Folgen Sie uns auf twitter hr-online bei Facebook
Der Mercedes, in dem Rosemeyer verunglückte, wird von Helfern angeschoben (Bild: )

Rekordfahrt in den Tod

"Bernd, lassen Sie es doch!"

Seite: 1/5
Bernd Rosemeyer im Rennwagen

Schicksal, Leichtsinn oder übertriebener Ehrgeiz? Am 28. Januar 1938 stirbt der Rennfahrer Bernd Rosemeyer bei Rekordfahrten auf der Reichsautobahn Frankfurt-Darmstadt. Bei Langen-Mörfelden wird dem umjubelten Vorkriegs-Schumi bei Tempo 440 eine Windböe zum Verhängnis.
 
Die heute kaum noch beachteten Rekordfahrten auf normalen Verkehrsstraßen gehörten vor dem Krieg zu populären Prestigeduellen der großen Automobil-Hersteller. Wegen des weitgehend geraden Streckenverlaufs und der breiten Fahrbahn war das Autobahnstück im Süden Hessens für solche Tempowettstreite prädestiniert.
 

Der Unfall in Bildern 

 
Klicken Sie auf ein Bild, um in die Galerie zu gelangen (20 Bilder)
 
 (Bild: Daimler AG Classic Media)
Vergrößern
Die Silberpfeile von Mercedes-Benz und Auto Union lieferten sich in den Jahren 1934-39 spektakuläre Zweikämpfe.
Im Zweikampf der Silberpfeile von Mercedes-Benz und Auto-Union ging es aber nicht nur um Ruhm und Ehre: Die einzigartigen Erfolge im Autorennsport waren internationales Aushängeschild der Nazis und symbolisierten im Weltbild der braunen Machthaber deutsche Überlegenheit. Das hatte seinen Preis. Denn alleine konnten Mercedes und Auto-Union ihre enorme Summen verschlingende Aktivitäten nicht finanzieren. Sie mussten subventioniert werden, doch die Beträge der NS-Regierung flossen nicht zu gleichen Teilen, sondern nach dem Prinzip: mehr Siege, mehr Geld. Beide Firmen standen daher unter erheblichem Erfolgsdruck.
 
 (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
Vergrößern
Der Führer fährt Mercedes.
Der Führer fährt Mercedes

Die Auto-Union (ein Zusammenschluss mehrerer Hersteller, u. a. Audi) kämpfte dabei von Beginn an mit einem Handicap. Hitlers Sympathien gingen in Richtung Mercedes-Benz, zumal das badisch-schwäbische Unternehmen mit ihrem langjährigen Spitzenfahrer Rudolf Caracciola erfolgreicher war. Welch Glück für die Auto-Union, dass sie auf einen jungen Draufgänger aus Lingen an der Ems aufmerksam wurden, wie er optisch kaum besser ins Idealbild der Nazis passen konnte. Groß, blond, blauäugig, ein Naturtalent, dazu rotzfrech und vor allem eines: sauschnell.


 
Seite:   [1]    2    3    4    5    >>   
Redaktion: kima / alb
Bilder: © Daimler AG Classic Media (1), © picture-alliance/dpa - Archiv (2)
Letzte Aktualisierung: 28.01.2013, 21:24 Uhr
 
 

Audio

 

Gedenkstein

Wer den Gedenkstein für Bernd Rosemeyer besuchen will, muss auf der A5 in südlicher Richtung fahrend unmittelbar nach der Ausfahrt Langen-Mörfelden den Parkplatz ansteuern. [Google Maps]
Das Sportidol Bernd Rosemeyer als Propagandafigur. [spiegel.de]
 
hr-online enthält Links zu anderen Internetangeboten. Wir übernehmen keine Verantwortung für Inhalte fremder Webseiten.