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Landtagswahl in Hessen
 (Bild:  picture-alliance/dpa)
Der Wahlkampf in Hessen bleibt spannend.

hr-Hessentrend

Hauchdünner Vorsprung für Rot-Grün

Einen Monat vor der Landtagswahl in Hessen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den politischen Lagern ab. Im neuen hr-Hessentrend haben SPD und Grüne derzeit eine knappe Mehrheit vor CDU und FDP. Doch fast jeder dritte Wähler ist noch unentschlossen.
 

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21.08.2013, 19:30 Uhr
Video: hr-Hessentrend: Rot-Grün knapp vorne 8:03 Min
(© hr | hessenschau, 21.08.2013)

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Im aktuellen Hessentrend des hr ist weiter kein klarer Sieger auszumachen. Wenn am nächsten Sonntag gewählt würde, bliebe die CDU mit 39 Prozent klar stärkste Partei in Hessen. Der Koalitionspartner FDP muss mit 5 Prozent aber weiter um den Einzug in den Landtag bangen. Zweitstärkste Kraft ist dem Hessentrend zufolge die SPD mit 31 Prozent. Die Grünen kommen laut der Umfrage, die Infratest dimap in den vergangenen Tagen im Auftrag des hr erhoben hat, auf 14 Prozent.

Die Linke würde mit 4 Prozent knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Alle anderen Parteien kämen zusammen genommen auf 7 Prozent, wobei sowohl AFD als auch Piraten unter 3 Prozent liegen.
 

Hessentrend im August 2013 

 
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Rot-Grün hauchdünn vor Scharz-Gelb

Damit liegt das rot-grüne Lager in der Wahlsonntagsfrage mit 45 Prozent hauchdünn vor Schwarz-Gelb (44). Viel hängt aktuell von der Linken ab: Verpasst die Partei den Einzug in den Landtag, würde der knappe Vorsprung von Rot-Grün auch für eine Mehrheit an Sitzen und damit die Regierungsfähigkeit reichen. Kommen die Linken in den Landtag, reicht es für keines der beiden Lager. Mit diesen Umfrageergebnissen dürfte der Wahlkampf, der in dieser Woche mit zahlreichen Auftaktveranstaltungen der Parteien an Fahrt aufnimmt, noch weiter befeuert werden.



Im Vergleich zum Hessentrend vom Dezember 2012 konnte sich die CDU bei der Sonntagsfrage um drei Prozentpunkte steigern. Die FDP gewann einen Prozentpunkt. Während die Grünen Einbußen hinnehmen mussten (-4), hielt die SPD ihr Niveau konstant (+/-0).
 

Bouffier im direkten Vergleich knapp vorne

Zur ohnehin knappen Ausgangslage kommt auch noch die Unsicherheit der Wähler hinzu. Denn knapp jeder dritte Wahlberechtigte (30 Prozent) hat sich laut Hessentrend noch nicht eindeutig festgelegt bei seiner Wahlentscheidung. Vor allem die jüngeren Wähler (unter 29 Jahren) überlegen noch: Hier schwanken 56 Prozent, wen sie am 22. September in Hessen wählen sollen.

Auch im direkten Vergleich der beiden Konkurrenten Volker Bouffier (CDU) und Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. So würden bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten 41 Prozent für Amtsinhaber Bouffier stimmen (-3) und 39 Prozent für Herausforderer Schäfer-Gümbel (+4). Während der CDU-Politiker vor allem beim Thema Wirtschaft punktet und als stärkere Führungspersönlichkeit wahrgenommen wird, wird Schäfer-Gümbel vor allem ein stärkerer Einsatz beim SPD-Kernthema soziale Gerechtigkeit zugeschrieben. Zudem gilt der SPD-Politiker dem Hessentrend zufolge als sympathischer.
 

Schul- und Bildungspolitik wichtigstes Thema

Mit der Arbeit von Ministerpräsident Volker Bouffier zeigen sich 49 Prozent der Befragten zufrieden, was im direkten Vergleich aller Spitzenkandidaten den Bestwert bedeutet. Grünen-Chef Tarek Al-Wazir kommt auf 45 Prozent, gefolgt von Schäfer-Gümbel (43). FDP-Chef und Vize-Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn bekommt nur 25 Prozent Zustimmung für seine Arbeit, liegt damit aber immer noch deutlich vor der Linken-Fraktionsvorsitzenden Janine Wissler (8). Der Vergleich der Bewertung aller Landtagsparteien zeigt, dass die Grünen mit 48 Prozent bei den Hessen das größte Ansehen genießen und damit knapp vor der CDU (46) liegen.

Das mit Abstand drängendste landespolitische Problem für die Bürger ist die Schul- und Bildungspolitik (37 Prozent, +1). An zweiter Stelle folgt mit 22 Prozent die Lage auf dem Arbeitsmarkt (-2 Punkte). Der Bereich Familienpolitik / Kinderbetreuung / Krippenplätze rangiert an dritter Stelle (18 Prozent, +3). Deutlich an Brisanz gewonnen hat das Thema Verkehrspolitik, das nun nach einem Plus von 7 Punkten für 12 Prozent der Befragten besonders wichtig ist.
 

Zufriedenheit mit Regierung - trotzdem Wechselstimmung

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Untersuchungsgrundlage

Infratest dimap hat in der Zeit vom 15. bis 18. August insgesamt 1.000 Wähler per repräsentativer Zufallsauswahl befragt. Die Fehlertoleranz liegt bei 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.
Die konjunkturelle Lage in Hessen wird von der Bevölkerung als sehr positiv gesehen. 71 Prozent beurteilen die wirtschaftliche Lage in Hessen als sehr gut. Von der guten wirtschaftlichen Stimmung profitiert offenbar auch die Landesregierung. 51 Prozent der Wähler zeigen sich mit ihrer Arbeit "zufrieden" oder "sehr zufrieden". Trotzdem wünscht sich gut jeder zweite Hesse (53 Prozent) einen Regierungswechsel. 51 Prozent der Befragten sprechen sich für eine SPD-geführte Regierung aus. Eine CDU-geführte Regierung wünschen sich nur 39 Prozent. Gleichwohl glauben nur 30 Prozent, dass eine SPD-geführte Regierung die Probleme auch besser lösen könnte.
 

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Redaktion: aba
Letzte Aktualisierung: 29.08.2013, 9:42 Uhr
 

Volker Bouffier (CDU):
"Will nicht der oberste Spalter sein"
Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD):
"Schwarz-Gelb hat keine Ahnung"
Jörg-Uwe Hahn (FDP):
Hahn gegen Mietpreisbremse
Tarek Al-Wazir (Grüne):
"Steuern für Gutverdienende anheben"
Janine Wissler (Linke):
"Ist das Wahlkampf oder schon Urlaub?"
 

Wie werben die Parteien im Internet? Wie präsentieren sich die Kandidaten bei facebook und Co.? hr-online wirft regelmäßig einen Blick auf die Wahl im Netz.
 

 
 (Bild:  hr-online)
 

 

 
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Wahlen und Umfragen seit 2008

Schwarz-Gelb oder Rot-Grün: Wer hat in Hessen die Nase vorn? Wahlergebnisse und Umfragen seit 2008. [Popup]
 
 
 (Bild:  picture-alliance/dpa)

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