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Riedstadt-Goddelau

Büchnerhaus

Büchnerhaus in Riedstadt-Goddelau  (Bild: Gerd Kittel)
Büchnerhaus in Riedstadt-Goddelau
In dem kleinen Dorf Goddelau, das heute zu Riedstadt gehört, kam am 17. Oktober 1813 der Dichter und Revolutionär Georg Büchner zur Welt. Ein Museum in seinem Geburtshaus ist ihm gewidmet.
 

Information

Büchnerhaus und Kulturbüro

Büchnerhaus und Kulturbüro der Stadt Riedstadt
Weidstraße 9
64560 Riedstadt
Tel. 06158 930841 42

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Georg Büchners Vater war Arzt am Philippshospital, einem der ältesten psychiatrischen Krankenhäuser der Welt. Als Büchner drei Jahre alt war, zog die Familie nach Darmstadt, Büchner studierte in Straßburg und Gießen, sein Interesse aber galt der armen Landbevölkerung, wie er es in seiner zusammen mit Friedrich Ludwig Weidig verfassten Flugschrift „Der Hessische Landbote“ radikal formulierte:
Im Jahr 1834 sieht es aus, als würde die Bibel Lügen gestraft. Es sieht aus, als hätte Gott die Bauern und Handwerker am fünften Tage, und die Fürsten und Vornehmen am sechsten gemacht, und als hätte der Herr zu diesen gesagt: Herrschet über alles Getier, das auf Erden kriecht, und hätte die Bauern und Bürger zum Gewürm gezählt. Das Leben der Vornehmen ist ein langer Sonntag, sie wohnen in schönen Häusern, sie tragen zierliche Kleider, sie haben feiste Gesichter und reden eine eigne Sprache; das Volk aber liegt vor ihnen wie Dünger auf dem Acker. (…) Das Leben des Bauern ist ein langer Werktag; Fremde verzehren seine Äcker vor seinen Augen, sein Leib ist eine Schwiele, sein Schweiß ist das Salz auf dem Tische des Vornehmen.
[Georg Büchner: Werk und Briefe, hg. von Karl Pörnbacher, Gerhard Schaub, Hans-Joachim Simm und Edda Ziegler, München 1988]

Mit nur 23 Jahren starb Büchner im politischen Exil in Zürich an Typhus. Zu dieser Zeit war er bereits Privatdozent für vergleichende Anatomie und hatte das Drama „Danton’s Tod“, das unvollendet gebliebene Drama „Woyzeck“, das Lustspiel „Leonce und Lena“ und die Erzählung „Lenz“ geschrieben. Büchners Werke gehören heute zu den meistgespielten auf deutschen Bühnen, der Georg-Büchner-Preis ist die wichtigste Auszeichnung für deutschsprachige Autoren.
 
Büchners Geburtshaus in Goddelau wurde dagegen lange Zeit vernachlässigt. Zwar stand es bereits seit 1977 unter Denkmalschutz, konnte aber erst 1995 dank eines Fördervereins saniert werden. Seit 1999 ist das Büchnerhaus als Museum öffentlich zugänglich. Jedes Zimmer zeigt einen Abschnitt aus Büchners Leben, die Büchner-Bibliothek sammelt unter anderem Erstausgaben seiner Werke. Der schön angelegte Hof und die im ehemaligen Kuhstall eingerichtete „Galerie am Büchnerhaus“ sind heute ein kultureller Treffpunkt.

Zum zehnjährigen Jubiläum des Fördervereins Büchnerhaus konnten Rotraud Pöllmann, Leiterin des Büchnerhauses, und Bürgermeister Gerald Kummer am 16. Juli 2005 die Literaturland-Hessen-Plakette entgegennehmen.
 
Redaktion: anen / pefi
Bild: © Gerd Kittel
Letzte Aktualisierung: 3.02.2014, 15:49 Uhr
 
 (Bild:  picture-alliance/dpa)

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