Andrea Ypsilanti habe das Duell klar für sich entschieden, sagte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil mit Blick auf die Spitzenkandidatin seiner Partei. Sie sei sachlich und souverän und habe kompetent argumentiert, erklärte Heil. Beinahe wortgleich äußerte sich CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla zum Auftritt von CDU-Ministerpräsident Roland Koch. Er habe überzeugend mit Klarheit und Kompetenz gepunktet.
Pofalla übte jedoch Kritik an SPD-Generalsekretär Heil. Dieser habe Ypsilanti am Sonntag schon "14 Minuten nach Beginn der Sendung" zur Siegerin erklärt, sagte Pofalla am Montag im ARD-Morgenmagazin. Ein derartiges Urteil sei "unseriös", so gehe es nicht. Allerdings war die Sendung am Abend im hr-fernsehen eine Aufzeichnung. Die Kontrahenten hatten bereits am Nachmittag über 90 Minuten ihre Argumente ausgetauscht.
Wissenschaftler sieht Rennen weiter offen
Nach Einschätzung des Mainzer Politikwissenschaftlers Gerd Mielke hat sich SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti etwas besser präsentiert als ihr Kontrahent. Unter dem Strich könne sie einen Hauch zufriedener sein, so das Urteil des Wissenschaftlers. Ypsilanti habe einen "vergleichsweise lockeren, fast heiteren Auftritt hingelegt". Ministerpräsident Koch dagegen sei staatsmännisch, eher nachdenklich und milde im Tonfall aufgetreten. Gut ausgesehen habe Koch in dem Duell vor allem beim Thema Finanzen. Dort habe er seinen Ministerpräsidentenbonus ausspielen können. Ypsilanti hingegen habe bei den Themen Familie, Bildung und Integration "gut sortiert" gewirkt. Auch nach dem Duell sieht der Mainzer Politikprofessor das Rennen in Hessen offen.
Das Zuschauer-Interesse an dem Schlagabtausch der Spitzenkandidaten war groß. Im Schnitt haben bundesweit 560.000 Zuschauer das Rede-Duell zwischen Ministerpräsident Koch und Herausforderin Ypsilanti im hr-fernsehen verfolgt. In der Spitze lag die Zahl bundesweit sogar bei 1,5 Millionen. Hessenweit folgten phasenweise 450.000 Zuschauer der Diskussion. Im Schnitt schauten 360.000 Hessen das Duell an. Das entspricht einem Marktanteil von 13,7 Prozent.
Können erneuerbare Quellen den Energiebedarf tatsächlich decken? Hermann Scheer (SPD), Michael Boddenberg (CDU), Tarek Al-Wazir (Grüne) und Dieter Posch (FDP) im E-Mail-Duell.
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