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27.01.2008

Vorläufiges Endergebnis

CDU hat ganz knapp die Nase vorn

Ministerpräsident Roland Koch hat seine Regierungsmehrheit bei der Landtagswahl verloren. Die CDU bleibt nur hauchdünn stärkste Kraft vor der SPD. Die Linke zieht mit 5,1 Prozent erstmals in den Landtag ein. Damit kündigt sich eine schwierige Regierungsbildung an.

Zusammenfassung - Das war der Tag in Hessen 3:44 Min
(© Hessischer Rundfunk 2008, 28.01.2008)
Die CDU stürzte auf 36,8 Prozent ab. Die SPD bekam nur 3.595 Stimmen weniger als die Union und erzielte 36,7 Prozent. Die FDP steigerte sich auf 9,4 Prozent, die Grünen verzeichneten Verluste und kamen auf 7,5 Prozent. Die Linke zieht mit 5,1 Prozent in den Landtag ein. Somit haben weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün eine Mehrheit. CDU (42) und FDP (11) kommen gemeinsam auf 53 Sitze, SPD (42) und Grüne (9) auf 51 Sitze. Die Linken errangen 6 Mandate.




Die CDU büßte im Vergleich zur letzten Landtagswahl 12,0 Prozentpunkte ein (2003: 48,8 Prozent). Mit 36,8 Prozent fuhr die Union das schlechteste Ergebnis bei einer hessischen Landtagswahl seit 42 Jahren ein. "Das Ergebnis ist nicht einfach, auch nicht für mich persönlich", räumte Koch ein. Er sprach von einer "Diffamierungskampagne" gegen sich. Nur weil er ein wichtiges Thema aufgegriffen habe, sei er als Hetzer und Rassist verunglimpft worden.

Die FDP konnte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 9,4 Prozent steigern (2003: 7,9 Prozent). FDP-Spitzenkandidat Jörg-Uwe Hahn sagte, seine Partei habe "kräftig zugelegt" und habe ihr bestes Ergebnis in Hessen seit 38 Jahren erzielt. Er sei glücklich, dass die FDP erstmals seit 1983 wieder eindeutig die dritte politische Kraft in Hessen sei. Hahn erneuerte seine Absage an eine "Ampelkoalition". "Wir werden nicht das Ersatzrad für Rot-Grün sein."
 

SPD holt auf

Die SPD konnte im Vergleich zur Wahl 2003 deutlich zulegen. Vom historischen Tief von 29,1 Prozent steigerten sich die Sozialdemokraten um 7,6 Prozentpunkte auf 36,7 Prozent. Noch nie zuvor konnte die hessische SPD bei einer Landtagswahl so stark zulegen. "Wir haben für eine andere politische Kultur in diesem Land gekämpft, und wir haben gewonnen", freute sich Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti. "Die Sozialdemokratie ist wieder da."

Die Grünen als Wunschpartner büßten 2,6 Prozentpunkte ein und kommen nur noch auf 7,5 Prozent (2003: 10,1 Prozent). Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir wertete die Wahl als Entscheidung gegen Ministerpräsident Koch. "Koch hat in Hessen keine gesellschaftliche Mehrheit mehr", sagte Al-Wazir. Der Ministerpräsident sei für die Art und Weise bestraft worden, wie er den Wahlkampf geführt habe. Das sei gut für die "gesamte politische Kultur" in Deutschland. Gemeinsam haben SPD und Grüne 44,2 Prozent.

Die Linke, die erstmals in Hessen antrat, erzielte 5,1 Prozent und zieht mit 6 Mandaten in den Landtag einziehen. Spitzenkandidat Willi van Ooyen erklärte, seine Partei sei bereit, Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin zu wählen. Die anderen Parteien kommen auf 4,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 64,3 Prozent nicht ganz so hoch wie vor fünf Jahren (2003: 64,6 Prozent).

 

Fakten zur Wahl

  • Die CDU verzeichnet ihr schlechtestes Ergebnis seit 1966

  • Ein vergleichbares Minus gab es für die CDU nur 1950

  • Der SPD gelingt der größte Stimmenzuwachs in Hessen aller Zeiten

  • Die SPD hat auf die CDU 19,6 Prozentpunkte aufgeholt

  • Die FDP erzielt ihr bestes Ergebnis seit 1970

  • Die FDP ist erstmals seit 1983 stärker als die Grünen

  • Die Linke zieht zum ersten Mal in den Landtag ein

  • Erstmals gibt es fünf Parteien im Landtag

 
Redaktion: woje
 
Hessens Spitzenkandidaten: Roland Koch (CDU), Andrea Ypsilanti (SPD), Jörg-Uwe Hahn (FDP), Tarek Al-Wazir (Grüne) und Willi Ooyen (Die Linke; v.l.n.r.)  (Bild:  picture-alliance/dpa)

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