Die SPD konnte im Vergleich zur Wahl 2003 deutlich zulegen. Vom historischen Tief von 29,1 Prozent steigerten sich die Sozialdemokraten um 7,6 Prozentpunkte auf 36,7 Prozent. Noch nie zuvor konnte die hessische SPD bei einer Landtagswahl so stark zulegen. "Wir haben für eine andere politische Kultur in diesem Land gekämpft, und wir haben gewonnen", freute sich Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti. "Die Sozialdemokratie ist wieder da."
Die Grünen als Wunschpartner büßten 2,6 Prozentpunkte ein und kommen nur noch auf 7,5 Prozent (2003: 10,1 Prozent). Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir wertete die Wahl als Entscheidung gegen Ministerpräsident Koch. "Koch hat in Hessen keine gesellschaftliche Mehrheit mehr", sagte Al-Wazir. Der Ministerpräsident sei für die Art und Weise bestraft worden, wie er den Wahlkampf geführt habe. Das sei gut für die "gesamte politische Kultur" in Deutschland. Gemeinsam haben SPD und Grüne 44,2 Prozent.
Die Linke, die erstmals in Hessen antrat, erzielte 5,1 Prozent und zieht mit 6 Mandaten in den Landtag einziehen. Spitzenkandidat Willi van Ooyen erklärte, seine Partei sei bereit, Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin zu wählen. Die anderen Parteien kommen auf 4,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 64,3 Prozent nicht ganz so hoch wie vor fünf Jahren (2003: 64,6 Prozent).