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Ihre Erinnerungen

Wie haben Sie den Fall der Mauer erlebt?

Trabi durchbricht eine Mauer (Wandmalerei) (Bild:  picture-alliance/dpa)
Erzählen Sie davon! Wo waren Sie, als sich die Grenzen öffneten? Wie fühlte es sich an, plötzlich problemlos Freude und Verwandte im Westen oder bzw. in der DDR besuchen zu können? Haben sich Ihre Erwartungen von damals erfüllt? [zum Artikel]
 
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Katrin am 03.11.2009 20:45
Als die Mauer fiel, war ich 10 und lebte im Südharz (heutiges Nordthüringen). Ich erinnere mich genau an den Zeitpunkt, als ich erfuhr, dass ich mit meiner Familie am 10. November in den Westen nach Niedersachsen fahren würde.
Ich habe mich auf mein Bett fallen lassen und war auf einmal ganz leer. "Wir fahren morgen in den Westen...., wie soll das gehen?" Ein unglaubliches Gefühl, dass ich gar nicht so beschreiben kann. Auf jeden Fall schwirrte in meinem Kopf der Begriff "Freiheit". Und schon mit zehn Jahren war mir klar, dass in dem Moment etwas Gewaltiges passiert war und sich etwas in meinem Leben ändern würde. Denn die Nachrichten der vergangenen Tage/Wochen ließen die Krise der DDR-Führung klar werden....(wir hatten ja Dank dem Brocken Westfernsehen ;-) Ich bin froh, dass ich in meinem Leben etwas so Tolles erleben durfte und es wird wohl eines der beeindruckendsten Erlebnisse meines Leben bleiben.
Was bessere hätte mir nicht passieren können.
 
roy van der geld am 29.10.2009 22:12
good because i was born on that day
and i love trabant and 2-stroke

greetings from holland
roy van der geld
 
Harald Hofmann am 24.10.2009 02:18
Ich lebte damals im West-Berliner Stadtbezirk Wedding, knappe 300 Meter von der Berliner Mauer entfernt und sah abends fern, als ich live Schabowskis Meldung mitbekam und auch das, was daraufhin geschah, allerdings erst mal auf dem Fernsehschirm und am nächsten Morgen dann hautnah in meiner Straße am Gesundbrunnen. Die Straßen waren ebenso verstopft wie die U-Bahn in Richtung Kurfürstendamm. Bei meiner Bank um die Ecke war kein Durchkommen, weil alle DDR-Bürger ihr Begrüßungsgeld abholen und dafür Westwaren einkaufen wollten, und für den Weg zur Arbeit zur Spätschicht am Flughafen Tegel brauchte ich die doppelte Zeit wie sonst. Dieser "Ausnahmezustand" hielt dann auch noch eine ganze Zeit in den folgenden Wochen an und man konnte beobachten, wie viele DDR-Bürger in den Einkaufsstraßen West-Berlins flanierten, bisher Entbehrtes einkauften und immer wieder staunten, wie groß doch unser westliches Warenangebot war (bestimmte Artikel in meinem Supermarkt waren rasch ausverkauft). So war's!
 
Michael Kunze am 16.10.2009 17:09
Als die Mauer fiel, war ich gerade mal zehn Jahre alt. Die DDR kannte ich nur von Familienbesuchen nahe Naila in Oberfranken, wo ich die Grenze vom Hirschensprung im Höllental aus einmal aus der Ferne gesehen hatte. Über die DDR wusste ich damals natürlich nicht viel, nur dass sie nach dem Krieg entstanden ist und dass die Menschen im Land eingesperrt waren und nicht zu uns durften.
Als ich dann vor dem Fernseher mit meinen Eltern die Bilder der Überglücklichen sah, die plötzlich doch zu uns durften und in Massen über die Grenze kamen, war ich sehr berührt - irgendwie fühlte ich trotz meines jungen Alters, dass ich da ein unglaubliches Ereignis miterlebte, dass sich da eben die Welt zum Positiven wendete. Natürlich haben auch die Erklärungen meiner Eltern zum Verständnis der Ereignisse beigetragen. Aber ich kann mich nur an wenige Momente aus meiner Kindheit erinnern, deren Gefühl des Erlebens ähnlich intensiv haften geblieben ist, wie damals, als die Mauer fiel.
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