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Ihre Erinnerungen

Wie haben Sie den Fall der Mauer erlebt?

Trabi durchbricht eine Mauer (Wandmalerei) (Bild:  picture-alliance/dpa)
Erzählen Sie davon! Wo waren Sie, als sich die Grenzen öffneten? Wie fühlte es sich an, plötzlich problemlos Freude und Verwandte im Westen oder bzw. in der DDR besuchen zu können? Haben sich Ihre Erwartungen von damals erfüllt? [zum Artikel]
 
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Heiko Koritkowski am 05.11.2009 19:46
Auch ich werde diesen Tag wohl nie vergessen.
Und zwar wurde ich am 9.11.1989, 20 Jahre alt und hatte einige Freunde zum feiern eingeladen. Nach dem Essen wollte ich uns etwas Musik anmachen,die im Hintergrund laufen sollte. Ich schaltete das Radio ein und suchte einen Sender,der schöne Musik spielt. Leider vergeblich...überall liefen Nachrichten und Liveberichte...aber keine Musik.
Ich muss zugeben,ich habe gar nicht darauf gehört,was in den Berichten erzählt wurde,( Ich weiß noch,das ich stinksauer war,weil ich keine Musik fand.)bis mal jemand sagte: "...mach mal lauter,die haben gerade etwas vom Mauerfall gesagt!" Wir hörten alle gespannt zu und feierten meinen Geburtstag und die Wiedervereinigung bis zum Morgengrauen!
 
Lorenz M. am 05.11.2009 10:08
Ich war damals 17 jahre alt und hatte kurz zuvor eine Druckerlehre bei der ehem. Druckerei Schanze in der Kohlenstraße begonnen. Zu der Zeit fuhr ich mit der Bundesbahn zur Arbeit und die Züge aus Richtung Bebra waren brechend voll mit Menschen aus er DDR, so daß ich von Rengershausen bis Wilhelmshöhe im Gepäckwagen (der auch schon mit Fahrgästen gefüllt war) mitfahren mußte. Man hatte Zeit für ein kurzes Gespräch mit Gleichaltrigen, ein sehr bewegender Moment! An den beiden ersten Wochenenden war man natürlich in Kassel, um sich unter die Menschenmassen zu mischen!
 
Katrin am 03.11.2009 20:45
Als die Mauer fiel, war ich 10 und lebte im Südharz (heutiges Nordthüringen). Ich erinnere mich genau an den Zeitpunkt, als ich erfuhr, dass ich mit meiner Familie am 10. November in den Westen nach Niedersachsen fahren würde.
Ich habe mich auf mein Bett fallen lassen und war auf einmal ganz leer. "Wir fahren morgen in den Westen...., wie soll das gehen?" Ein unglaubliches Gefühl, dass ich gar nicht so beschreiben kann. Auf jeden Fall schwirrte in meinem Kopf der Begriff "Freiheit". Und schon mit zehn Jahren war mir klar, dass in dem Moment etwas Gewaltiges passiert war und sich etwas in meinem Leben ändern würde. Denn die Nachrichten der vergangenen Tage/Wochen ließen die Krise der DDR-Führung klar werden....(wir hatten ja Dank dem Brocken Westfernsehen ;-) Ich bin froh, dass ich in meinem Leben etwas so Tolles erleben durfte und es wird wohl eines der beeindruckendsten Erlebnisse meines Leben bleiben.
Was bessere hätte mir nicht passieren können.
 
Roland Piper am 09.11.2009 08:24
Im September 1989 begann ich mein Forststudium an der TU Dresden, Sektion Forstwirtschaft in Tharandt. Tharandt ist ein kleines Städtchen, ca. 25 Minuten mit der S-Bahn von Dresden entfernt, eingeschlossen von kleinen Bergen.
Am 09.11.1989 waren einige Kommilitonen und ich abends im Kino in Tharandt. Es lief der Film "Der Name der Rose". Im Anschluss tranken wir noch ein paar Bier auf dem Weg zurück ins Wohnheim. Im zentralen Waschraum des Wohnheims bereitete ich mich gerade auf die Nacht vor, als ein anderer Kommilitone euphorisch in den Waschraum kam und sagte, dass die Grenzen offen wären. Das konnte ich erst gar nicht glauben, bekam aber die Bestätigung in den 0-Uhr-Nachrichten. Am nächsten Tag war der Vorlesungssaal weniger als zur Hälfte besetzt.
Ich unternahm eine Woche darauf, auf dem Heimweg von Dresden nach Schwerin, einen Abstecher nach Berlin.
Beeindruckende Momente, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde.
 
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