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Ihre Erinnerungen

Wie haben Sie den Fall der Mauer erlebt?

Trabi durchbricht eine Mauer (Wandmalerei) (Bild:  picture-alliance/dpa)
Erzählen Sie davon! Wo waren Sie, als sich die Grenzen öffneten? Wie fühlte es sich an, plötzlich problemlos Freude und Verwandte im Westen oder bzw. in der DDR besuchen zu können? Haben sich Ihre Erwartungen von damals erfüllt? [zum Artikel]
 
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Gerda Jäger am 22.11.2009 19:23
Wir wohnten in der 5km Sperrzone , konnten also kaum Besuch empfangen und aus der Bundesrepublik gar nicht. Am 8.11.1989 war Einwohnerversammlung in unserem Ort.Da wir am 23.12. Silberhochzeit hatten und mein Mann eine Schwester in Heringen hatte, wollten wir außerhalb der Sperrzone feiern.So fragte ich in der Versammlung ,daß gemunkelt wird die Sperrzone wird augehoben. Das könnte ich mir aus dem Kopf schlagen, war die Antwort. Als ich am Tag darauf kurz vor 19Uhr im DDR Fernsehen die Worte von Schabowski vernahm hab ich das erst garnicht verstanden. Mein Mann kam nach Hause und wollte Fußball schauen. Ich wollte Aktuelle Kamera sehen und sagte: "An der Grenze ist irgend was, ich hab das nicht richtig verstanden." Seine Antwort:"Die Lügen kannst du morgen noch in der Zeitung lesen". Erst nach dem Fußballspiel haben wir begriffen was da geschehen ist. Wir haben noch eine Flasche Sekt aus dem Keller geholt und angestoßen.Am nächsten Tag sind wir über Herleshausen nach Heringen gefahren.
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andrea löher am 06.11.2009 11:28
Im 8.Monat schwanger habe ich im Flieger von Berlin nach Hannover gesessen, ein guter Engel hatte die Flugtickets zu einer Tagung gesponsort, sonst hätte ich sicher den MegaSuperStopandGo auf der Autobahn erlebt - und mich wahrscheinlich nicht so doll über den Mauerfall und die Widervereinigung gefreut ;-) Am Sonntagabend war Berlin so herrlich voll und beschwingt wie nie. Und auf dem Rathausplatz Steglitz stand allen Ernstes ein voller Laster und verteilte Bananen!!!!
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Michael Kunze am 16.10.2009 17:09
Als die Mauer fiel, war ich gerade mal zehn Jahre alt. Die DDR kannte ich nur von Familienbesuchen nahe Naila in Oberfranken, wo ich die Grenze vom Hirschensprung im Höllental aus einmal aus der Ferne gesehen hatte. Über die DDR wusste ich damals natürlich nicht viel, nur dass sie nach dem Krieg entstanden ist und dass die Menschen im Land eingesperrt waren und nicht zu uns durften.
Als ich dann vor dem Fernseher mit meinen Eltern die Bilder der Überglücklichen sah, die plötzlich doch zu uns durften und in Massen über die Grenze kamen, war ich sehr berührt - irgendwie fühlte ich trotz meines jungen Alters, dass ich da ein unglaubliches Ereignis miterlebte, dass sich da eben die Welt zum Positiven wendete. Natürlich haben auch die Erklärungen meiner Eltern zum Verständnis der Ereignisse beigetragen. Aber ich kann mich nur an wenige Momente aus meiner Kindheit erinnern, deren Gefühl des Erlebens ähnlich intensiv haften geblieben ist, wie damals, als die Mauer fiel.
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Roland Piper am 09.11.2009 08:27
Im September 1989 begann ich mein Forststudium an der TU Dresden, Sektion Forstwirtschaft in Tharandt. Tharandt ist ein kleines Städtchen, ca. 25 Minuten mit der S-Bahn von Dresden entfernt, eingeschlossen von kleinen Bergen.
Am 09.11.1989 waren einige Kommilitonen und ich abends im Kino in Tharandt. Es lief der Film "Der Name der Rose". Im Anschluss tranken wir noch ein par Bier auf dem Weg zurück ins Wohnheim. Im zentralen Waschraum des Wohnheims bereitete ich mich gerade auf die Nacht vor, als ein anderer Kommilitone euphorisch in den Waschraum kam und sagte, dass die Grenzen offen wären. Das konnte ich erst gar nicht glauben, bekam aber die Bestätigung in den 0-Uhr-Nachrichten. Am nächsten Tag war der Vorlesungssaal weniger als zur Hälfte besetzt.
Ich unternahm eine Woche darauf, auf dem Heimweg von Dresden nach Schwerin, einen Abstecher nach Berlin.
Beeindruckende Momente, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde.
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