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Ihre Erinnerungen

Wie haben Sie den Fall der Mauer erlebt?

Trabi durchbricht eine Mauer (Wandmalerei) (Bild:  picture-alliance/dpa)
Erzählen Sie davon! Wo waren Sie, als sich die Grenzen öffneten? Wie fühlte es sich an, plötzlich problemlos Freude und Verwandte im Westen oder bzw. in der DDR besuchen zu können? Haben sich Ihre Erwartungen von damals erfüllt? [zum Artikel]
 
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Olaf Kraft am 09.11.2009 12:58
09. November 1989, Ortszeit 14:00 Uhr..................
"die Grenze ist auf"........, mit diesen Worten kam unser Hauptmann in unser Büro des Deutschen Militärischen Bevollmächtigten USA/CA in Washington D.C..
Ein Satz, ein Erlebnis von ganz besondere "Note".
Man darf nicht vergessen, es gab noch kein Internet, auch noch nicht in den U.S.A.. Zu dieser Zeit war es nicht möglich deutsches Fernsehen in den USA zu empfangen.
Nach Feierabend, hatte man aber die Möglichkeit, Zuhause, durch diverse us.- amerikanische Fernsehanstalten diese Erreignis mitzuerleben. Für mich heute noch nicht nachvollziehbar, als Freunde Tage später mit mir telefonierten, und sagten, "hier bei uns gibt es keine gebrauchten Autos mehr zu kaufen" und "die Lebensmittelgeschäfte sind leergekauft".
Für mich unglaublich und unvorstellbar, da ich es nur aus der Ferne miterlebt habe................
Aber unvergessen..........................
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Sabine Frank am 09.11.2009 09:03
Ich war damals eine 18jährige Auszubildende bei der Stadt Tann (Rhön) im ehem. Zonenrandgebiet. Den Mauerfall in Berlin habe ich zwar mitbekommen und mit meinen Kumpels diskutiert, aber interessant wurde es für mich erst am 11. November, als die Menschen aus Thüringen über die Grenze kamen. Am 10. November war ich auf einer Party, kam spät nach Hause und war ziemlich betrunken. Der nächste Tag - ein Samstag - war zum Ausschlafen. Dachte ich zumindest. Meine Mutter weckte mich in den frühen Morgenstunden mit den Worten, die Stadtverwaltung habe angerufen und ich solle Begrüßungsgeld auszahlen. Also machte ich mich auf den Weg nach Tann und siehe da - Tann war voll mit Trabis und im Rathaus standen die Menschen Schlange. So hatte ich meinen ersten Kontakt mit Menschen aus der DDR nach dem Mauerfall - und das ziemlich verkatert und unausgeschlafen. :-)) Gruß aus der Rhön...
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Jochen Nass am 08.11.2009 15:55
Ich hatte gerade mein Studium an der Frankfurter Uni begonnen und hatte noch keine Wohnung in Frankfurt. Ich pendelte jeden Morgen und Abend zwischen Bad Hersfeld und Uni hin und her. Ich benutzte oft den sog. Interzonen-Zug und kann mich an ein Gespräch mit einer älteren Dame, die von der Beerdigung einer nahen Verwandten auf der Heimreise in den Osten war, erinnern. Das war kurz vor dem Mauerfall, und ich war mir aufgrund der Ereignisse in Leipzig und Prag ziemlich sicher, dass die DDR-Regierung dem Druck aus dem Inneren nicht länger standhalten konnte. Im Laufe des Gespräches, kurz vor meinem Zielort, sagte ich ihr, dass ich fest daran glaube, dass es nicht mehr lange dauert, bis Menschen aus dem Osten auch ohne familiären Trauerfall in den Westen reisen können. Sie antwortete mir, dass sie das wohl nicht mehr erleben werde. Ich habe mich selten so gefreut, dass ich recht behalten habe.

Am 12. Nov. stand ich auf der Brücke von Philippsthal nach Vacha und hatte Tränen in den Augen
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Dirk Berghoff am 06.11.2009 08:39
Wie jeden Freitag morgen machte ich mich von Charlottenburg Richtung Kreuzberg "SO36" auf zur Berufsschule. Schon nach ein paar Stationen bemerkte ich die ungewöhnliche Menschenmenge. Zuerst gingen meine Gedanken Richtung Zugausfälle bei den BVG. Nachdem ich, wie immer in der U-Bahn, meine "Zeitungsmitleseposition" eingenommen habe sah ich den Grund ganz dick geschrieben. "Die Mauer ist weg" stand dort ganz dick. Zuerst dachte ich an einen Scherz oder irgendeine Mauer die bei Bauarbeiten störte... Am Abend zuvor hatte ich keinerlei Nachrichten geschaut, auch die morgendlichen Nachrichten waren als Jungendlicher nicht so angesagt. Nach einiger Verspätung erreichte ich die Berufsschule, der Unterricht wurde auch spontan dann den etwa 500m entfernten Übergang verlegt. Unsere Lehrerin versuchte zu vermitteln, das dies "Geschichte zum Anfassen" sei. Es spielten sich Szenen ab von Leuten aus Richtung Friedrichshain nach Kreuzberg, das kann man sich gar nicht vorstellen. In unseren Ausbildungsläden (Lebensmittelbranche) war tagelang Ausnahmezustand. Ein Mitschüler war im KaDeWE beschäftigt, der hat von Szenen erzählt, das glaubt ihr nicht... Menschen in 3er Reihen an den Schaufenster - Trabbis überall - es gab spontan Konzerte von Radiosendern mit diversen Künstler. Die Leute erzählten von nix anderem mehr. Die Stadt war wochenlang in ein euphorischem Zustand.... Die "Mauerspechte" machten sich an die Arbeit, jeder wollte ein Souvenir haben. Bei der offiziellen Feier damals vorm Reichstag glich sie Stimmung wie an Sylvester. Menschen tanzen, Sektkorken knallten... Friedliche sehr ausgelassene Stimmung... Es war auch für uns westliche Jugendliche, als wäre eine verschlossen geheimnisvolle Tür geöffnet worden. Wir wollten mal den Osten erkunden...
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