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Hessen trifft Thüringen

"Die Grenze ist auf!" - Erinnerungen vor Ort

Sonntag, 8. November 2009, 18:30 Uhr
Im osthessischen Philippsthal wird einer der insgesamt fünf innerdeutschen Grenzübergänge in Hessen geöffnet (Archivbild vom 12.11.1989). (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
November 1989. Die Menschen können es kaum fassen: Nach vierzig Jahren dürfen sie zum ersten Mal wieder über die Werra-Brücken ans andere Ufer, von Thüringen nach Hessen - von Hessen nach Thüringen. [zum Artikel]
 

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Ihre Erinnerungen: Wie haben Sie den Fall der Mauer erlebt?

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roy van der geld am 29.10.2009 22:12
good because i was born on that day
and i love trabant and 2-stroke

greetings from holland
roy van der geld
 
Harald Hofmann am 24.10.2009 02:18
Ich lebte damals im West-Berliner Stadtbezirk Wedding, knappe 300 Meter von der Berliner Mauer entfernt und sah abends fern, als ich live Schabowskis Meldung mitbekam und auch das, was daraufhin geschah, allerdings erst mal auf dem Fernsehschirm und am nächsten Morgen dann hautnah in meiner Straße am Gesundbrunnen. Die Straßen waren ebenso verstopft wie die U-Bahn in Richtung Kurfürstendamm. Bei meiner Bank um die Ecke war kein Durchkommen, weil alle DDR-Bürger ihr Begrüßungsgeld abholen und dafür Westwaren einkaufen wollten, und für den Weg zur Arbeit zur Spätschicht am Flughafen Tegel brauchte ich die doppelte Zeit wie sonst. Dieser "Ausnahmezustand" hielt dann auch noch eine ganze Zeit in den folgenden Wochen an und man konnte beobachten, wie viele DDR-Bürger in den Einkaufsstraßen West-Berlins flanierten, bisher Entbehrtes einkauften und immer wieder staunten, wie groß doch unser westliches Warenangebot war (bestimmte Artikel in meinem Supermarkt waren rasch ausverkauft). So war's!
 
Michael Kunze am 16.10.2009 17:09
Als die Mauer fiel, war ich gerade mal zehn Jahre alt. Die DDR kannte ich nur von Familienbesuchen nahe Naila in Oberfranken, wo ich die Grenze vom Hirschensprung im Höllental aus einmal aus der Ferne gesehen hatte. Über die DDR wusste ich damals natürlich nicht viel, nur dass sie nach dem Krieg entstanden ist und dass die Menschen im Land eingesperrt waren und nicht zu uns durften.
Als ich dann vor dem Fernseher mit meinen Eltern die Bilder der Überglücklichen sah, die plötzlich doch zu uns durften und in Massen über die Grenze kamen, war ich sehr berührt - irgendwie fühlte ich trotz meines jungen Alters, dass ich da ein unglaubliches Ereignis miterlebte, dass sich da eben die Welt zum Positiven wendete. Natürlich haben auch die Erklärungen meiner Eltern zum Verständnis der Ereignisse beigetragen. Aber ich kann mich nur an wenige Momente aus meiner Kindheit erinnern, deren Gefühl des Erlebens ähnlich intensiv haften geblieben ist, wie damals, als die Mauer fiel.
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Hans - Michael Greiß am 14.10.2009 09:26
Mehr als an die Öffnung kann ich mich an den Bau der Mauer erinnern. Sonntag, der 13. August 1961 war der Tag unserer Heimfahrt aus den Sommerferien. In Würzburg, unterhalb der Marieburg meldete der DLF um 11 Uhr, in Berlin sei eine Mauer gebaut. In den folgenden Wochen schürte jede weitere Nachricht die Angst vor einem neuen Krieg. Aufeinander gerichtete Panzerrohre beherrschten die Bilder der Fernsehnachrichten.
Meine Wortmeldung auf einem CDU Parteitag, Geißlers Aussage, die Grenzen von Neunzehnhundert xy seien für ihn nicht bindend, empöre mich, da für mich die Deutsche Frage nicht abgeschlossen sei, brachte mir Verleumdungen in der CDU bis zur öffentlichen Diffamierung ein, ich sei ein unbelehrbarer Nazi.
Am 9. November 1989 sah ich die Fernsehnachrichten und heulte los. Meinem kleinen Sohn, der auf meinem Bauch lag, sagte ich: "Vergieß nie diesen Augenblick, hier erlebst Du Weltgeschichte."
 
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 (Bild: hr )

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