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Hessen trifft Thüringen

"Die Grenze ist auf!" - Erinnerungen vor Ort

Sonntag, 8. November 2009, 18:30 Uhr
Im osthessischen Philippsthal wird einer der insgesamt fünf innerdeutschen Grenzübergänge in Hessen geöffnet (Archivbild vom 12.11.1989). (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
November 1989. Die Menschen können es kaum fassen: Nach vierzig Jahren dürfen sie zum ersten Mal wieder über die Werra-Brücken ans andere Ufer, von Thüringen nach Hessen - von Hessen nach Thüringen. [zum Artikel]
 

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Inge Seibel am 09.11.2009 09:28
Wir haben den 70. Geb. eines Bekannten gefeiert. Zu der Geburtstagsfeier war die Nichte des Geburtstagskindes aus Thüringen mit ihrem Mann angereist. Sie mußten noch Anträge ausfüllen um zu kommen und die Tochter durfte nicht mit. Nachts kam ein Gast plötzlich mit der Nachricht, das die Grenze offen ist. Zwei Tage später war die Tochter des Ehepaares aus Thüringen auch da. Sie ist heute meine Nachbarin.
 
Sabine Frank am 09.11.2009 09:03
Ich war damals eine 18jährige Auszubildende bei der Stadt Tann (Rhön) im ehem. Zonenrandgebiet. Den Mauerfall in Berlin habe ich zwar mitbekommen und mit meinen Kumpels diskutiert, aber interessant wurde es für mich erst am 11. November, als die Menschen aus Thüringen über die Grenze kamen. Am 10. November war ich auf einer Party, kam spät nach Hause und war ziemlich betrunken. Der nächste Tag - ein Samstag - war zum Ausschlafen. Dachte ich zumindest. Meine Mutter weckte mich in den frühen Morgenstunden mit den Worten, die Stadtverwaltung habe angerufen und ich solle Begrüßungsgeld auszahlen. Also machte ich mich auf den Weg nach Tann und siehe da - Tann war voll mit Trabis und im Rathaus standen die Menschen Schlange. So hatte ich meinen ersten Kontakt mit Menschen aus der DDR nach dem Mauerfall - und das ziemlich verkatert und unausgeschlafen. :-)) Gruß aus der Rhön...
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Jens Bertrams am 09.11.2009 08:47
Ich war Schüler an der Deutschen Blindenstudienanstalt und belegte als Leistungskurs Gemeinschaftskunde. Wir haben die Entwicklung in der DDR intensiv verfolgt, aber keiner von uns hätte mit dem Mauerfall gerechnet. Der 9. November war ein trüber, kalter Tag. Obwohl ich oft DDR-Sender hörte, habe ich die Pressekonferenz von Günter Schabowski verpasst. Auch die nächsten 2 Stunden geschah nichts Besonderes, bis ich im Deutschlandfunk die Bundestagssitzung hörte, in der plötzlich die Nationalhymne gesungen wurde. Von da an blieb ich die ganze Nacht am Radio oder Fernseher. Es war eine Freudennacht, obwohl ich keine Verwandten in der DDR hatte. Von diesem Tag wusste ich: Die Einheit kommt. Die Opposition in der DDR tat mir leid, sie würde überrollt werden. Übrigens empfand ich es eher als schön, dass am Wochenende überall Trabikolonnen auftauchten und die Kaufhäuser auch in Marburg voll waren. Es war das Gefühl einer Zeitenwende, und ich durfte fühlen, dabei gewesen zu sein.
 
Roland Piper am 09.11.2009 08:27
Im September 1989 begann ich mein Forststudium an der TU Dresden, Sektion Forstwirtschaft in Tharandt. Tharandt ist ein kleines Städtchen, ca. 25 Minuten mit der S-Bahn von Dresden entfernt, eingeschlossen von kleinen Bergen.
Am 09.11.1989 waren einige Kommilitonen und ich abends im Kino in Tharandt. Es lief der Film "Der Name der Rose". Im Anschluss tranken wir noch ein par Bier auf dem Weg zurück ins Wohnheim. Im zentralen Waschraum des Wohnheims bereitete ich mich gerade auf die Nacht vor, als ein anderer Kommilitone euphorisch in den Waschraum kam und sagte, dass die Grenzen offen wären. Das konnte ich erst gar nicht glauben, bekam aber die Bestätigung in den 0-Uhr-Nachrichten. Am nächsten Tag war der Vorlesungssaal weniger als zur Hälfte besetzt.
Ich unternahm eine Woche darauf, auf dem Heimweg von Dresden nach Schwerin, einen Abstecher nach Berlin.
Beeindruckende Momente, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde.
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 (Bild: hr )

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