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Hessen trifft Thüringen

"Die Grenze ist auf!" - Erinnerungen vor Ort

Sonntag, 8. November 2009, 18:30 Uhr
Im osthessischen Philippsthal wird einer der insgesamt fünf innerdeutschen Grenzübergänge in Hessen geöffnet (Archivbild vom 12.11.1989). (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
November 1989. Die Menschen können es kaum fassen: Nach vierzig Jahren dürfen sie zum ersten Mal wieder über die Werra-Brücken ans andere Ufer, von Thüringen nach Hessen - von Hessen nach Thüringen. [zum Artikel]
 

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Schmidt Joachim am 06.11.2009 16:29
Am Donnerstag 9.Nov. 1989 war ich aus beruflichen Gründen mit meinem Lkw in der ehemaligen DDR unterwegs. Ich hatte an diesen Abend meinen Lkw in Unterloquitz (Kreis Saalfeld) geladen und befand mich auf den Rückweg Richtung Westen. Im Radio hörte ich etwas von Grenzöffnung und Ausreise. Mittlerweile fuhr ich in Erfurt-Ost auf die Autobahn. Dort herrschte dichter Fahrzeugverkehr, welcher für die DDR eher ungewöhnlich war. Bei Gotha legte ich eine Pause ein, wo mich ein älterer Herr mit seinem Sohn ansprach ob ich sie mit nach Herleshausen in den Westen nehmen könnte. Nachdem auch noch die Volkspolizei vorbei gekommen ist und bestätigte das die Grenze geöffnet wurde nahm ich die beiden Männer mit. Wir sind nur bis Eisenach-Ost gekommen, ab da hatte man nur noch rote Rücklichter gesehen und es ging nur noch im Schritttempo Richtung Westen. Wir sind gegen morgen in Herleshausen angekommen und da stiegen sie aus. Sie schenkten mir noch zwei Gläser Wurst und einen Strauß Wiesenblumen.
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Oliver Ohl am 07.11.2009 19:09
Der 09.11.89 - oder auch die "Inkompetenz" eines Unteroffizieres.

Meine Wehrpflicht in Kassel-Wilhelmshöhe (Wittich-Kaserne) begann am 02.10.89. In den ersten 3 Monaten der Grundausbildung war Bettruhe ab 22 Uhr vorgeschrieben. Meine Kameraden und ich schauten TV und wurden hierdurch über die Öffnung der Grenzen informiert. Später mussten wir bei den" Tagesthemen" auf Befehl des Unteroffzieres (war als UvD für die Einhaltung der Bettruhe verantwortlich) das TV-Gerät abschalten und ins Bett gehen. Ich entgegnete ihm, dass dies heute ein historischer Tag sei. Er blieb jedoch bei seinem Befehl. Unfassbar - wir mussten ins Bett! Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bundeswehr-Bus zum Gelöbnis nach Göttingen. Uns begegneten auf der Autobahn zahlreiche Trabbi und Wartburg-Fahrer, welche uns fröhlich zuwinkten und wir uns mit diesen sehr freuten.

Unfassbar - am "Freudentag der Deutschen" mussten wir frühzeitig ins Bett, obwohl wir im Dienst der Bundesrepublik standen!
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Olaf Kraft am 09.11.2009 12:58
09. November 1989, Ortszeit 14:00 Uhr..................
"die Grenze ist auf"........, mit diesen Worten kam unser Hauptmann in unser Büro des Deutschen Militärischen Bevollmächtigten USA/CA in Washington D.C..
Ein Satz, ein Erlebnis von ganz besondere "Note".
Man darf nicht vergessen, es gab noch kein Internet, auch noch nicht in den U.S.A.. Zu dieser Zeit war es nicht möglich deutsches Fernsehen in den USA zu empfangen.
Nach Feierabend, hatte man aber die Möglichkeit, Zuhause, durch diverse us.- amerikanische Fernsehanstalten diese Erreignis mitzuerleben. Für mich heute noch nicht nachvollziehbar, als Freunde Tage später mit mir telefonierten, und sagten, "hier bei uns gibt es keine gebrauchten Autos mehr zu kaufen" und "die Lebensmittelgeschäfte sind leergekauft".
Für mich unglaublich und unvorstellbar, da ich es nur aus der Ferne miterlebt habe................
Aber unvergessen..........................
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Sabine Frank am 09.11.2009 09:03
Ich war damals eine 18jährige Auszubildende bei der Stadt Tann (Rhön) im ehem. Zonenrandgebiet. Den Mauerfall in Berlin habe ich zwar mitbekommen und mit meinen Kumpels diskutiert, aber interessant wurde es für mich erst am 11. November, als die Menschen aus Thüringen über die Grenze kamen. Am 10. November war ich auf einer Party, kam spät nach Hause und war ziemlich betrunken. Der nächste Tag - ein Samstag - war zum Ausschlafen. Dachte ich zumindest. Meine Mutter weckte mich in den frühen Morgenstunden mit den Worten, die Stadtverwaltung habe angerufen und ich solle Begrüßungsgeld auszahlen. Also machte ich mich auf den Weg nach Tann und siehe da - Tann war voll mit Trabis und im Rathaus standen die Menschen Schlange. So hatte ich meinen ersten Kontakt mit Menschen aus der DDR nach dem Mauerfall - und das ziemlich verkatert und unausgeschlafen. :-)) Gruß aus der Rhön...
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