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(1) Die Auflösung der DDR, von außen betrachtet

Gorbatschow in Berlin (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Gorbatschow auf Besuch in Berlin
Mit der Reformpolitik Gorbatschows Mitte der 80er Jahre rückte das Ende der Block-Konfrontation näher und begannen Außenpolitiker und Diplomaten vom „gemeinsamen Haus Europa“ zu sprechen.
 

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Mauer-Fälle, Folge 1
Den raschen Durchbruch der dicken Wand zwischen den deutschen Zimmern zu einer neuen Großwohnung aber lehnten die meisten wegen Gefährdung der Statik ab. Der französische Staatspräsident Mitterrand soll zur Frage einer Wiedervereinigung gesagt haben, er liebe Deutschland so sehr, dass er froh sei, dass es zwei davon gibt. Was empfanden Polen oder Tschechen, als Sprechchöre zunächst „Wir sind das Volk!“ und dann „Wir sind ein Volk“ riefen? Wie wurde das Ende der DDR von außen wahrgenommen?

Von Reinhard Lauterbach
 

(2) Reihenhaus meets Datsche

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Mauer-Fälle, Folge 2
Ein folgenreicher Urlaub in Budapest im Jahr 1989: Ein Mann und eine Frau verlieben sich. Er kommt aus dem Osten, sie ist durch und durch Wessi. Der Mauerfall bringt das erste Glück und das tiefste Unverständnis, auf beiden Seiten.

Wie kann man seinem Staat vertrauen, an die Demokratie glauben, und sich im Kapitalismus einrichten? Wie erträgt man das Zugrundegehen eines Systems, wie entkommt man der ewigen Litanei der Gescheiterten? Die beiden werden ein Paar, ohne jemals zu einer politischen Übereinkunft zu finden. Die kulturelle und politische Herkunft prägt aber nicht nur Vorbehalte, sondern eröffnet ungeahnte Räume der Persönlichkeitsentfaltung. Die Bestandsaufnahme einer Ost-West Beziehung aus der Stadt, wo Ost- und Westmentalität noch heute so humorvoll wie böse aufeinanderprallen: Berlin.

Von Claudia Fried
 

(3) Mathias Wedel, Satiriker

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Mauer-Fälle, Folge 3
"Seitdem wir ostdeutschen Dichter ohne Angst vor Bautzen oder vor ABM-Zwangsarbeit (Renaturierung Senftenberger Tagebaurestlöcher) die Wahrheit sagen dürfen" – so Mathias Wedel über Mathias Wedel – "habe ich mich in die Herzen meiner LeserInnen geschrieben".

Schreiben ist, wie er selbst sagt, das einzige, was er gut kann: "Geboren 1953 in Erfurt, Autor, keine Preise, keine Orden, keine Einladungen von der SPD." Das bekennende frühere Krippenkind und zeitweilige Haupt des Potsdamer "Kabaretts am Obelisk" wurde im Mai 2009 Chefredakteur des Satiremagazins Eulenspiegel ("unbestechlich, aber käuflich"), für das er auch schon vor der Wende schrieb. Seine überwiegend im Eulenspiegel-Verlag erschienenen Bücher tragen Titel wie "Leinenzwang für Schwaben" oder "Pflaumen, die im Osten reiften – Geschichten aus der Merkelei".

Von Christa Schell
 

(4) Wahlheimat DDR- der Fotograf aus Baalbek

 (Bild: Mahmoud Dabdoub)
Mahmoud Dabdoub

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Mauer-Fälle, Folge 4
Der palästinensische Fotograf Mahmoud Dabdoub veröffentlichte in einem kleinen Verlag sein Fotobuch: "Alltag in der DDR".

In dem Fotobuch sind Schwarz-Weiß- Fotos aus den 80er Jahren versammelt, Porträts zumeist: Arbeiter an einer Bockwurstbude, traurige Punks, eine alte Frau, verloren in der Neubauwüste von Leipzig-Grünau. Es sind Dokumente aus den letzten Jahren der DDR. Man spürt: Der Fotograf aus der Fremde hat Sympathie für die Leute, weniger aber für das System. Mahmoud Dabdoub wurde 1958 in einem palästinensischen Flüchtlingslager in Baalbek, im Libanon, geboren. 1981 kam er über ein Solidaritätsprogramm nach Leipzig. Er studierte Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst und blieb als freier Fotograf in seiner Wahlheimat DDR.
Mit der Wende wurde Mahmoud Dabdoub "Migrant" in Leipzig. Hier lebt er, fotografiert immer noch - den Alltag der kleinen Leute. Mittlerweile besitzt Mahmoud Dabdoub einen deutschen Pass und fühlt sich "daheim in der Fremde".

Von Steffen Lüddemann
 

(5) Christa Wolf, Schriftstellerin

 (Bild:  picture-alliance/dpa)
Christa Wolf 2002 auf der Leipziger Buchmesse.

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Mauer-Fälle, Folge 5
Christa Wolf schreibt gegen "Lebensblindheit" an, macht an ihren Figuren die Macht geschichtlicher und gesellschaftlicher Verhältnisse sichtbar.

Es ist der Mauerbau, der das Liebespaar – er geht nach Westen, sie bleibt im Osten – im Roman "Der geteilte Himmel" voneinander trennt. In "Kindheitsmuster" spürt Wolf den Verformungen durch das "Dritten Reich" nach. Sie zeigt, wie die ökonomisch-technischen Zwänge - ob sie vom kapitalistischen oder sozialistischen Wettbewerb ausgehen - das moderne Individuum verbiegen und vergiften können. Christa Wolf gelingt es, zugleich "Staatsdichterin" wie auch Dissidentin zu sein, die gegen die Enge der SED-Kulturpolitik kämpft, zugleich Wegbereiterin der friedlichen Revolution in der DDR wie auch Kritikerin des Vereinigungsprozesses.

Von Kirsten Heckmann-Janz
 

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Redaktion: mad
Bilder: © Mahmoud Dabdoub (1), © picture-alliance/dpa (2)
Letzte Aktualisierung: 1.09.2010, 17:00 Uhr
 
 (Bild: hr )

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