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5.10.2009

hr-iNFO-Serie zum Nachhören

Hessische Grenzgeschichten

Eine Trabi-Kolonne schiebt sich über den Grenzübergang Herleshausen in Richtung Bundesrepublik Deutschland(Archivfoto vom 11.11.1989). Zwei Tage zuvor, am 9.11.1989, hatte die DDR ihre Grenzen geöffnet. Es sind Bilder, die es nach dem Mauerfall in die Geschichtsbücher schafften: kilometerlange Kolonnen von Wartburg und Trabant, die auf den wenigen Autobahnen gen Westen rollten. (Bild:  picture-alliance/dpa)
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11. November 1989: Trabi-Kolonne am Grenzübergang Herleshausen
hr-iNFO-Reporter berichten von der ehemaligen Zonengrenze zwischen Hessen und Thüringen. 20 Jahre nach der Grenzöffnung erzählen sie Geschichten von zwei Staaten und Systemen, aber auch von Liebe zwischen Ost und West und anderen Schicksalen am sogenannten Todesstreifen.
 
Grenzgeschichten von Liebe und Leid, von einer trennenden Brücke und einem geteilten Haus. Und nicht zuletzt von einem mysteriösen Angriff auf die DDR - die Serie in hr-iNFO.
 

(1) Der Grenzübergang Herleshausen

Audio: Die Grenzöffnung am Übergang Herleshausen 3:19 Min
(© hr-iNFO, 29.09.2009)
Herleshausen ist eigentlich ein Dorf wie viele andere in Hessen. Hier leben etwa 3.000 Menschen, es gibt hübsche Fachwerkhäuser, ein Schloss und eine alte Kirche. Doch Herleshausen war jahrzehntelang für viele Menschen vor allem mit einem verbunden: dem Grenzübergang zur DDR. Wer hier rüber wollte, der reiste mit mulmigen Gefühlen. Denn die Grenzer filzten Autos, Passagiere und Gepäck bis ins Detail. Dann kam 1989 die Wende, und damit wurde alles anders.
 

(2) Das Grüne Band

Audio: Das Grüne Band – ein Spaziergang 3:03 Min
(© hr-iNFO, 29.09.2009)
Naturfreunde in Vereinen, Verbänden und auch der Politik haben sich dafür eingesetzt, dass aus dem ehemaligen Todesstreifen über die Jahre eine Lebenslinie wurde - ein grünes Band. Eine Besonderheit bildet der sogenannte Ulstersack bei Wenigentaft in der Kuppenrhön in Osthessen (Kreis Hersfeld-Rotenburg). Hier verlief die Grenze mit dem Flusslauf der Ulster und bildete einen Sack, der für die westliche Seite nur durch eine Engstelle zu begehen und zu befahren war. So entstand eine rund 20 Hektar große hessische Enklave, umschlossen von der DDR.
 

(3) Eine Liebe zwischen Ost und West

Audio: Eine Liebe zwischen Ost und West 3:08 Min
(© hr-iNFO, 30.09.2009)
Die Grenze zwischen Ost und West hat nicht nur Länder getrennt, sondern auch Menschen. Freunde, Familie, Verwandte – nach dem zweiten Weltkrieg lag auf einmal die Zonengrenze zwischen ihnen. Besonders schmerzhaft war die Trennung für Irmgard und Kurt Leinhos: Sie wohnte im nordhessischen Herleshausen-Willershausen, er im nur drei Kilometer entfernten thüringischen Pferdsdorf.
 

(4) Das Haus auf der Grenze

Audio: Das Haus auf der Grenze 3:08 Min
(© hr-iNFO, 30.09.2009)
In Philippsthal ganz im Osten von Hessen gibt es ein Haus, das genau auf der Grenze zwischen Hessen und Thüringen steht - dort, wo einmal die Grenze zwischen Ost und West verlief. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass das in einem geteilten Deutschland für die Besitzer ein Problem war. Eine Gedenktafel erinnert an die Geschichte des Hauses.
 

(5) Angriff auf die DDR

Audio: Angriff auf die DDR 3:14 Min
(© hr-iNFO, 01.10.2009)
Die innerdeutsche Grenze war eine der am besten bewachten Grenzen der Welt. Auf der einen Seite patrouillierten die DDR-Truppen, auf der anderen der Bundesgrenzschutz. Trotz der starken Bewachung soll sich im August 1989 – also kurz vor dem Fall der Mauer – an der Grenze Außerordentliches abgespielt haben. Über eine Stunde soll die DDR vom Westen aus beschossen worden sein, ohne dass jemand eingriff.
 

(6) Tod an der Grenze

Audio: Tod an der Grenze 2:54 Min
(© hr-iNFO, 02.10.2009)
Hunderte Menschen ließen im sogenannten "Todesstreifen" ihr Leben bei dem Versuch, aus der DDR zu flüchten. Auch Heinz-Josef Große. Als er 1982 mit Arbeiten am Grenzstreifen beschäftigt war, wendete er seinen Traktor, legte die Gabel über den Zaun und kletterte hinüber. Doch die DDR-Grenzer entdeckten den Mann und erschossen ihn. Westgrenzer mussten hilflos zuschauen. Der Grenzzaun, über den er 1982 sprang, steht heute noch: im Grenzmuseum Schifflersgrund bei Bad Sooden-Allendorf im Werra-Meißner-Kreis.
 

(7) Bebra - Aufstieg und Fall der Eisenbahnerstadt

Audio: Die Eisenbahnerstadt Bebra 2:48 Min
(© hr-iNFO, 02.10.2009)
Schon Mitte des 19. Jahrhunderts konnten Bahnreisende mit dem Zug von Kassel nach Eisenach und von Göttingen nach Frankfurt oder Würzburg fahren. Die Strecke verlief über Bebra, bis heute bekannt als ehemals wichtigster Eisenbahnknotenpunkt Deutschlands. Doch die Öffnung der innerdeutschen Grenze brachte neue Eisenbahnstrecken mit sich. Dadurch verlor Bebra weitgehend den Anschluss an den Zugverkehr. Die Wirtschaftskraft der Stadt ist arg gebeutelt.
 
Redaktion: mad
Bild: © picture-alliance/dpa
Letzte Aktualisierung: 5.10.2009, 10:39 Uhr
 
 (Bild: hr )

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