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30.10.2009

Die Serie zum Nachhören

Meine persönliche DDR-Geschichte

Gabriele Mark (1989) (Bild: Jürgen Volz)
Gabriele Mark (1989)
In der neunteiligen hr-iNFO-Serie erzählt unsere Kollegin Gabriele Mark die DDR-Geschichte vom Beginn bis zum Ende anhand ihrer persönlichen Erlebnisse.
 
Ihre ganz persönliche DDR-Geschichte beginnt während der Kindergarten- und Schulzeit in Potsdam und Ostberlin und dem Journalistik-Studium an der Karl-Marx-Universität in Leipzig. In weiteren Folgen berichtet sie über die Arbeit bei der "Tagesschau" des Ostens, der "Aktuellen Kamera". Und wie sie durch eine Heirat mit einem Westberliner, einem sogenannten Ausländer, in den Westen nach Frankfurt am Main kam. Die Serie endet mit dem 9. November 1989, den sie in der Fernseh-Nachrichten-Redaktion beim Hessischen Rundfunk erlebte.
 

(1) DDR-Kindergarten und Stalins Tod, 1953 - 1954

Audio: DDR-Kindergarten und Stalins Tod 3:37 Min
(© hr-iNFO, 02.11.2009)
Gabriele Mark erlebte ihre Kindergartenzeit, als die Politik und die Ideologie der 1949 gegründeten DDR stark unter dem Einfluss der Sowjetunion und des Stalin-Kults standen. Das nahm manchmal groteske Züge an. Eine amüsante Geschichte ereignete sich auch in Gabriele Marks Kindergarten: Die Sache mit dem Stalin-Bild.
 

(2) Schulzeit zwischen Fahnenappell und Helden-Gedenken, 1954 - 1966

In Gabriele Marks Schulzeit wehte ein agitatorisch scharfer Wind. Jeden Montag begann die Schulwoche mit einem militärischen Fahnenappell, so eine Art Rotlichtbestrahlung. Am doktrinärsten organisiert waren aber die Jahres- und Ehrentage. Einer dieser Tage war der 8. Mai, der Tag der Befreiung. An diesem Tag im Jahre 1964 passierte etwas, das für eine Klassenkameradin von Gabriele Mark ein böses Nachspiel hatte.
 

(3) Journalistik-Studium am "Roten Kloster" in Leipzig, 1967 - 1971

In den 60er-Jahren, den Aufbaujahren des Sozialismus in der DDR, studierte unsere HR-info-Kollegin Gabriele Mark am "Roten Kloster", wie die journalistische Fakultät in Leipzig genannt wurde. Die zukünftigen Journalisten sollten, als Sprachrohr der Partei, das ideologische Gedankengut verbreiten. Sie lernte, nach dem Leninschen Prinzip der sozialistischen Presse, die hohe Schule der Agitation. Dazu wurden Klausuren zu Themen geschrieben wie "Überholen ohne Einzuholen". Es hagelte Fünfen. Die Jung-Journalisten hatten es nicht kapiert, wie das gehen sollte, den Westen links zu überholen.
 

(4) Die Zeit bei der "Tagesschau" des Ostens, der "Aktuellen Kamera", 1971 - 1986

Audio: Die Zeit bei der "Aktuellen Kamera" 3:35 Min
(© hr-iNFO, 04.11.2009)
Nach dem Journalistik Studium in Leipzig begann Gabriele Mark als Reporterin bei der "Aktuellen Kamera", der Tagesschau des Ostens zu arbeiten. Dort musste sie eines Tages auch beim Ersten Sekretär der SED und Staatsratsvorsitzenden, Erich Honecker drehen. Dabei hat sie sich in ein Gespräch mit ihm verwickeln lassen, was unangenehme, aber letztendlich glückliche Folgen hatte.
 

(5) Die großen Agitations-Reportagen "Wettlauf mit der Zeit", 1983 - 1986

Als die Produkte der DDR-Wirtschaft sich nicht mehr auf dem Weltmarkt verkaufen ließen, startete das DDR-Fernsehen eine Reportagen-Reihe unter dem Titel "Wettlauf mit der Zeit". Diese Reportagen sollten zeigen, dass in einigen Branchen mit Hilfe elektronisch gesteuerter Produktion wieder Weltniveau erreicht wurde. Gabriele Mark drehte eine dieser Reportagen beim einzigen Mikrochip-Hersteller der DDR, im Halbleiterwerk Frankfurt/Oder. Als sie den Film ablieferte, bekam sie die harte Hand der Zensur zu spüren.
 

(6) Feindberührung auf der Autobahn und deutsch-deutsche Lovestory, 1986 - 1987

Audio: Feindberührung auf der Autobahn 4:35 Min
(© hr-iNFO, 06.11.2009)
Als unsere hr-iNFO Redakteurin, Gabriele Mark, mittendrin in den Dreharbeiten zu den Agitprop-Reportagen war, lernte sie auf der Transit-Autobahn einen Westberliner kennen. Das war der Beginn einer jenen romantischen Lovestorys, die sich manchmal in der geteilten Stadt ereigneten.
 

(7) Die schwierige Hochzeit und der Tränenpavillon, 1986 - 1987

In dieser Folge erzählt Gabriele Mark, wie schwierig es war, einen Ausländer zu heiraten, wenn er – wie in ihrem Fall, ein deutscher Westberliner war. Und sie erfährt, warum der Grenzübergang am Bahnhof Berlin-Friedrichstraße "Tränenpavillon" hieß.
 

(8) Ankunft im Westen und das Privileg der Pressefreiheit, 1987 - 1989

In dieser Folge erzählt Gabriele Mark, wie sie bei der Nachrichtensendung "3-Aktuell" beim Fernsehen des Hessischen Rundfunks einen Job bekommt. Und warum sie dankbar war, am Tag des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 in Peking in einem Fernseh-Studio in Frankfurt am Main zu sitzen und die Wahrheit sagen zu dürfen.
 

(9) 9. November 1989, der Tag an dem die Mauer fiel

In dieser Folge erzählt Gabriele Mark, wie sie den Tag des Mauerfalls in einem TV-Nachrichtenstudio des Hessischen Rundfunks erlebte. Und am späten Abend die Schwester und deren Familie aus Ostberlin vor der Haustür stand. Sie waren noch am Morgen des 9. November über die Tschechoslowakei in den Westen geflüchtet und wussten nichts vom Fall der Mauer.
 
Redaktion: mad
Bild: © Jürgen Volz
Letzte Aktualisierung: 13.01.2010, 14:41 Uhr
 
 (Bild: hr )

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