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Point Alpha Blick in die Wachturm-Stube (Bild: hr/Martin Kania) Blick in die Ausstellungsräume (Bild: hr/Martin Kania) Zwei US-LKW und ein Kampfpanzer, daneben Besucher (Bild: hr/Martin Kania) Fahrzeuge der DDR-Grenztruppen in der Ausstellungshalle (Bild: hr/Martin Kania) Der DDR-Stahlgitterzaun war rautenförmig gestanzt. An den scharfen Metallkanten verletzten sich Flüchtende schnell an den Fingern, wenn sie über den Zaun kletterten (Bild: hr/Martin Kania)
Die Grenzanlagen am Point Alpha sind noch erhalten

Gedenkstätte Point Alpha

Der heißeste Ort des Kalten Krieges

Beeindruckend und bedrückend: An der Mahn- und Gedenkstätte Point Alpha zwischen Rasdorf und Geisa in der Rhön sind die Grenzanlagen der DDR erhalten.
 
Stahlgitterzaun, Sprengfallen und zwei multimediale Ausstellungen verdeutlichen den Irrsinn des Kalten Krieges - und erzählen von tragischen Schicksalen. Das Dokumentations- und Informationszentrum an der Grenze zwischen Hessen und Thüringen ist besonders für die jüngeren Generationen ein "Lernort der Geschichte", der die menschenverachtende Grenzpolitik der DDR veranschaulicht und im Wortsinne greifbar macht.
 

Point Alpha - der heißeste Ort des Kalten Krieges 

 
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Auge in Auge mit dem Gegner

US-Kampfpanzer M60 (Bild: hr/Martin Kania)
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US-Kampfpanzer M60

Information

Öffnungszeiten:

April bis Oktober
Täglich von: 9 - 18 Uhr
November und März
Täglich von: 10 - 17 Uhr
Dezember bis Februar
Dienstag bis Sonntag:
10 - 16:30 Uhr
Auf der hessischen Seite des einstigen Eisernen Vorhangs steht der "Observation Point Alpha", wo bis 1990 amerikanische Soldaten stationiert waren. Hier, im Zentrum der so genannten Fuldaer Lücke (Fulda Gap) erwarteten die NATO-Staaten im Kriegsfall einen schnellen, massiven Vorstoß der sowjetischen Truppen in Richtung Frankfurt. Der Beobachtungsposten war insofern bedeutend, als dass von diesem Höhenzug aus Truppenbewegungen der Gegenseite schon einige Kilometer im Inneren der DDR zu erkennen waren. Im Ernstfall wären die Soldaten von Point Alpha wahrscheinlich zuerst in Kämpfe verwickelt worden. Die einst dort stationierten schweren Waffen sind auf dem Freigelände ausgestellt, z. B. ein Kampfpanzer.
In den Baracken der US-Streitkräfte informiert eine multimediale Ausstellung über die Geschichte des Stützpunktes und die Aufgaben des dort stationierten US-Regiments "Blackhorse". Die spannungsgeladene Zeit des Kalten Krieges wird so aus westlicher Sicht leicht verständlich veranschaulicht.
Vom Wachturm aus sind die denkmalgeschützten DDR-Grenzanlagen und das Hinterland bis weit nach Thüringen hinein zu überblicken.

In einer Baracke ist eine Kantine eingerichtet. Hier werden einfache Tagesgerichte, kalte Speisen und Getränke zu normalen Preisen angeboten. Eine Linsensuppe kostet z. B. 2,50 Euro.
 

Das "Haus auf der Grenze"

Das "Haus auf der Grenze" (Bild: hr/Martin Kania)
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Haus auf der Grenze

Information

Eintrittspreise

Erwachsene: 5 €
Ermäßigt: 4 €
Familienkarte: 15 €

Eine Übersicht aller Preise für Gruppen, Führungen und Wanderungen finden Sie auf der Seite www.pointalpha.com
Nur einen Steinwurf entfernt sind die ehemaligen Grenzanlagen erhalten: Der nahezu unüberwindbare Stahlgitterzaun samt KFZ-Sperrgraben, Kolonnenweg und Wachturm. Folgt man dem Weg einige hundert Meter, gelangt man – vorbei an den rekonstruierten Ausbaustufen der Grenzbefestigung – zum Dokumentationszentrum "Haus auf der Grenze". Es bildet das Gegenstück zum US-Stützpunkt und dokumentiert die Zeit der deutschen Teilung bis zur Einheit im Jahr 1990 aus Sicht der DDR. Neben zahlreichen ausgestellten Ausrüstungsgegenständen und Fahrzeugen der Grenztruppen erläutert die ebenfalls multimediale Ausstellung die Geschichte des Grenzausbaus und der Menschen, die "zwangsumgesiedelt" wurden, versuchten zu flüchten oder als Grenzsoldat eben dies mit allen Mitteln verhindern mussten. Zu sehen sind auch zahlreiche einst geheime Dokumente über die Kontrolle und Überwachung der DDR-Bürger und des grenznahen Gebietes. Zeitzeugen-Erinnerungen zum Anhören erzählen zudem aus der Zeit des Umbruchs 1989/90. Interessierte Besucher können auch an geführten Grenzwanderungen (Länge ca. 10 km, dauer 3 Std.) teilnehmen. Zudem werden regelmäßig verschiedene Gruppenführungen angeboten. (Über Inhalt und Umfang der Führungen lesen Sie mehr auf der Webseite www.pointalpha.com) Zudem ist die Teilnahme an geführten Grenzwanderungen möglich.
 

Lebensraum am Todesstreifen

Im oberen Stockwerk des "Hauses der Geschichte" wird ausführlich über den einzigartigen Lebensraum am Grenzstreifen informiert. Das so genannte Grüne Band erstreckt sich über nahezu 1400 Kilometer durch Deutschland. In diesem jahrzehntelang fast ungenutzten Gebiet haben sich zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten angesiedelt. Wer sich nicht nur für die Geschichte der Grenze interessiert, kann vom "Haus an der Grenze" aus dem Rundweg "Gesteine und die Entwicklung der Landschaft" folgen, der rund 200 Millionen Jahre Erdgeschichte veranschaulicht.

Von Martin Kania

Anfahrt und Adresse:
Verlassen Sie die Autobahn A7 am Knotenpunkt 90 (Ausfahrt Hünfeld/Schlitz) und folgen Sie der L 3176 nach Hünfeld. Folgen Sie den braunen Hinweischildern mit der Aufschrift "Point Alpha". Durchqueren Sie Hünfeld und fahren Sie auf die B 84 in Richtung Rasdorf. Rund einen Kilometer hinter Rasdorf sind Sie am Ziel. Vorsicht: Entlang der Strecke stehen Blitzer.

Adresse:
Gedenkstätte Point Alpha
Platz der Deutschen Einheit 1
36419 Geisa
Telefon: 06651/919030
Fax: 06651/919031
E-Mail: service@pointalpha.com
Internet: www.pointalpha.com
 
Redaktion: mad
Letzte Aktualisierung: 16.10.2013, 10:12 Uhr
 
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