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OB Wahl 2012
Strahlen nach der ersten OB-Wahl-Runde: Stichwahl-Kandidaten Rhein (CDU, l.) und Feldmann (SPD, r.). (Bild:  picture-alliance/dpa)
Strahlen nach der ersten OB-Wahl-Runde: Stichwahl-Kandidaten Rhein (CDU, l.) und Feldmann (SPD, r.).

OB-Wahl Frankfurt

Rhein und Feldmann in Stichwahl

Der neue Frankfurter Oberbürgermeister wird in einer Stichwahl entschieden. Boris Rhein (CDU) und Peter Feldmann (SPD) treten in zwei Wochen gegeneinander an.
 

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11.03.2012, 19:30 Uhr

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Die Beobachter haben Recht behalten: Keiner der zehn Frankfurter Oberbürgermeister-Kandidaten hat am Sonntag auf Anhieb die notwendige absolute Mehrheit erreicht. Nach Auszählung aller Stimmen, die in den 461 Frankfurter Wahlbezirken abgegeben wurden, erhielt CDU-Kandidat Rhein 39,1 Prozent der Stimmen. SPD-Kandidat Feldmann kam nach dem vorläufigen Endergebnis auf 33,0 Prozent. Damit kommt es in zwei Wochen zu einer Stichwahl (25. März).

"Das ist nicht enttäuschend und nicht überraschend", sagte Rhein. Feldmann dagegen zeigte sich überglücklich. "Das ist ein richtiger Hammer", so der Sozialdemokrat. "Niemand hat das in dieser Deutlichkeit erwartet." Den dritten Platz im Rennen um den OB-Posten belegte Rosemarie Heilig. Die Grünen-Politikerin konnte 14,0 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Heilig und sprach von einem "passablen Ergebnis".
 

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Bei der OB-Wahl haben mehr Wähler ihre Stimme abgegeben als noch vor fünf Jahren - die Beteiligung fiel dennoch schwach aus. Nach Angaben des Wahlamtes beteiligten sich 37,5 Prozent. 2007 waren es nur 33,6 Prozent, wie das Wahlamt weiter berichtete. In Hessens größter Stadt waren rund 463.000 Bürger aufgerufen, einen Nachfolger für Petra Roth (CDU) zu wählen. Die 67-Jährige hatte nach 17 Jahren im Amt ein Jahr vor dem Ende ihrer Amtszeit ihren Rückzug angekündigt.
 
Innenminister Rhein, der schon in den Wahlumfragen vorne gelegen hatte, muss sich in der Stichwahl erneut beweisen. "Ich will, dass wir die schwarz-grüne Koalition fortsetzen." Dafür sei es am besten, wenn es einen schwarzen Oberbürgermeister gebe, so Rhein. Angesprochen auf die engen Zahlen, sagte CDU-Parteikollegin und Amtsinhaberin Roth: "Eng in dem Sinne finde ich es nicht."

Die Zahlen von Feldmann sorgten derweil für gute Laune bei den Sozialdemokraten. Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel schrieb auf Twitter über den Wahlausgang: "Super-Ergebnis. Jetzt geben wir noch einmal richtig Tempo!" Von einer "positiven Überraschung" sprach Nancy Faeser, die innenpolitische Sprecherin der SPD im Landtag. Sie blickte zugleich in Richtung Stichwahl: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Grünen öffentlich aufrufen, einen CDU-Minister zu wählen." OB-Kandidat Feldmann kündigte an, in den kommenden zwei Wochen weiter um Stimmen zu kämpfen. "Es gibt die Chance auf eine Änderung in dieser Stadt."
 

Grüne: Keine Wahlempfehlung

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Keine Pannen

Zu Pannen ist es nach Angaben der Stadt nicht gekommen. "Es ist reibungslos gelaufen", sagte Hans-Joachim Grochocki vom Wahlamt. Die Wahllokale waren von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Der Frankfurter Kreisvorsitzende der Grünen und Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour machte deutlich, dass seine Partei keine Wahlempfehlung für den schwarzen Koalitionspartner im Römer ausgeben werde: "Wir werden definitiv nicht für Feldmann oder Rhein aufrufen. Unsere Wähler sind klug genug selbst zu entscheiden."

Damit widersprach Nouripour den Erwartungen von CDU-Kandidat Rhein, der im Wahlkampf eine positive Positionierung des Koalitionspartners im Stadtparlament erwartet hatte. Auch Heilig betonte, dass es keine Wahlempfehlung geben würde. "Die Grünen haben noch nie Wahlempfehlungen abgegeben. Wir tun es auch dieses Mal nicht."
 

Diese Kandidaten standen zur Wahl 

 
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Janine Wissler, die Kandidatin der Linkspartei, zeigte sich über ihr Ergebnis (3,8 Prozent) etwas enttäuscht. "Wir haben uns schon ein besseres Ergebnis gewünscht", so die Fraktionschefin im Landtag. Im Zweikampf zwischen CDU und SPD seien die kleineren Parteien offenbar unter die Räder gekommen. Ob die Linke nun eine Wahlempfehlung aussprechen wird, vermochte Wissler noch nicht zu sagen. "Hätten wir Boris Rhein oder Peter Feldmann für einen guten Oberbürgermeister für Frankfurt gehalten, wären wir nicht angetreten." Auch Herbert Förster von der Piratenpartei blieb mit 3,8 Prozent unter den selbst gesteckten Erwartungen.
 

Flughafenausbaugegnerin wird Vierte

Ursula Fechter (FAG), die auf 4,0 Prozent der Stimmen kam und damit das viertbeste Ergebnis einfuhr, sagte im Römer: "Ich werte es als Erfolg, dass ich alle Mitkandidaten gezwungen habe, Stellung zum Flughafen zu beziehen." Die Flughafenausbaugegnerin betonte, dass es ihr gelungen sei, den Protest gegen den Flughafenausbau in die Wahlkabinen zu tragen. Im fluglärmbelasteten Wahlbezirk Sachsenhausen-Süd holte sie mit 28,1 Prozent das zweitbeste Wahlergebnis nach Rhein (30,9).

Einen kleinen Achtungserfolg erzielte Oliver Maria Schmitt von der Satire-Partei "Die Partei". Er kam auf immerhin 1,8 Prozent der Stimmen. Für keine Überraschung konnten die parteilosen Kandidaten Jean Jules Tatchouop (0,2), Harald Frenzel (0,2) und Carl Maria Schulte (0,1) sorgen.
 
Redaktion: kahu / beboe
Letzte Aktualisierung: 11.03.2012, 23:27 Uhr
 

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