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OB Wahl 2012
29.03.2012

Nach OB-Wahl

Wundenlecken bei Frankfurts Grünen

Rote Boxhandschuhe mit aufgedrucktem Grünen-Logo (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
Die Frankfurter Grünen müssen sich mit einem SPD-OB arrangieren.
Zwischen der Führung der Frankfurter Grünen und ihrer Basis haben sich bei der OB-Wahl Gräben aufgetan. Bei einer Mitgliederversammlung war der Ruf nach inhaltlicher Erneuerung zu hören.
 
Der überraschend klare Sieg von SPD-Kandidat Peter Feldmann gegen CDU-Mann Boris Rhein bei der Frankfurter Oberbürgermeister-Stichwahl hat bei den meisten Frankfurter Grünen zumindest verhaltene Freude ausgelöst. "Ich habe mich, ehrlich gesagt, gefreut, weil so einen Rechten wie den Boris Rhein kann man einfach nicht wählen", meinte ein Frankfurter Grünen-Mitglied am Rande der Mitgliederversammlung am Mittwoch. "Ich bin damit sehr zufrieden", sagte ein anderes Parteimitglied. "Ich war ein Anhänger von Peter Feldmann und habe ihn auch gewählt."

So ging es offenbar den meisten Grünen-Anhängern. Erste Analysen der Stichwahl zeigen: Feldmann punktete vor allem in "grünen" Stadtteilen. Offenbar wog das "Lagerdenken" in Rot-Grün schwerer als die schwarz-grüne Stadtregierung im Römer. Dabei ist allen Frankfurter Grünen klar, dass die Arbeit für das Bündis von CDU und Grünen unter einem SPD-Oberbürgermeister schwieriger werden dürfte.
 

Unmut über Pro-Rhein-Bekenntnis der Führungsriege

Olaf Cunitz (Grüne), Helmut Heuser (CDU) und Boris Rhein (CDU) bei der Unterzeichnung des schwarz-grünen Koalitionsvertrags im Mai 2011 (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
Da war die schwarz-grüne Welt noch in Ordnung: Unterzeichnung des Koalitionsvertrags im Mai.
Einige Parteimitglieder gaben denn auf der Mitgliederversammlung auch zu, für Rhein gestimmt zu haben. Sie habe sich "für die Vernunft und gegen mein Herz" entschieden, sagte eine Grüne. Doch ansonsten war es eher die Parteispitze gewesen, die sich für Rhein stark gemacht hatte – allen voran die Dezernenten Olaf Cunitz und Sarah Sorge. Sorge hatte noch am Abend des ersten Wahlgangs unverblümt für Rhein geworben: "Wir sagen ganz klar, dass für uns natürlich derjenige der bessere Kandidat ist, der mit uns den Koalitionsvertrag ausgehandelt hat."

An der grünen Basis sorgte das Pro-Rhein-Bekenntnis der Führungsriege bei vielen für Kopfschütteln. "Ich glaube, das war ein Fehler", meinte ein Frankfurter Grünen-Mitglied: "Einen wirklichen Ablehnungskurs gegenüber einem SPD-Bürgermeister können die Grünen nicht durchhalten." Künftig werde es wohl schwieriger für die Grünen.

Ruf nach inhaltlicher Erneuerung

An Schwarz-Grün rüttelte auf der Mitgliederversammlung zwar noch niemand, aber der Ruf nach inhaltlicher Erneuerung wurde bereits laut. Sorge ist derweil bemüht, Gräben zuzuschütten, die die Stichwahl aufgerissen hat. Enttäuscht über die Wahl Feldmanns sei sie nicht, betonte sie: "So sehr war Boris Rhein dann auch nicht unser Kandidat." Die Schwierigkeiten, die viele Grünen-Wähler mit Rhein gehabt hätten, könne sie gut nachvollziehen. Aussagen wie diese dürften die Stimmung in der schwarz-grünen Koalition im Römer allerdings nicht verbessern. Sie zeigen: Für die Frankfurter Grünen brechen schwierige Zeiten an.

Quelle: Tobias Lübben, hr-iNFO
 

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Redaktion: anbu / kahu
Bilder: © picture-alliance/dpa - Archiv (2)
Letzte Aktualisierung: 29.03.2012, 16:15 Uhr
 

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