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Helden des Waldes

Spitzmaus, die

Mittwoch, 9. November 2005, 9:40 Uhr
Eine Maskenspitzmaus im Geäst.
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Ein seltenes Exemplar in unseren Breitengraden: die Maskenspitzmaus (Foto: dpa)
Die Spitzmaus lebt gefährlich: Katzen, Marder und Eulen sind hinter ihr her - aus Versehen. Sie halten die Spitzmaus für eine Maus, also für ein leckeres Nagetier. Dabei gehört sie zur Gattung der Insektenfresser und schmeckt überhaupt nicht.
 

Die Spitzmaus lebt schnell: 1000mal schlägt ihr kleines Herz in der Minute, und um diesen Turbostoffwechsel zu bedienen, muss sie täglich Nahrung in der Größenordnung ihres eigenen Körpergewichtes zu sich nehmen. Ein intensives Leben - aber auch ein kurzes: nach ein bis zwei Jahren ist es schon zu Ende.

Mehr im Audio von Rainer Dachselt.
 

Die kleinsten Säugetiere der Welt: Spitzmäuse

Die Spitzmäuse sind mit den eigentlichen Mäusen nicht verwandt, doch auf den ersten Blick scheinen sie durchaus Ähnlichkeiten aufzuweisen. Aber während die echten Mäuse zur zoologischen Ordnung der Nagetiere gehören und damit Vegetarier sind, gehören die Spitzmäuse zu den Insektenfressern und sind damit Verwandte des Igels und des Maulwurfs. Ihre Bezeichnung als Spitzmäuse verdanken sie der spitz zulaufenden Schnauze, die mit den für Insektenfresser typischen kleinen, kegelförmigen und spitzen Zähnen besetzt ist, hervorragend zum Knacken von Insektenpanzern geeignet.

Die Kleinsten Säugetiere
Die Spitzmäuse stellen die kleinsten Vertreter unter den Säugetieren. Kaum größer und schwerer als ein Maikäfer werden die nordeuropäische Knirpsspitzmaus und die im Mittelmeerraum verbreitete Etruskerspitzmaus. In Deutschland leben sechs Spitzmausarten, deren Namen meist schon verraten, welchen der hier vorhandenen Lebensräume sie besetzt haben: Wald-, Feld-, Haus-, Wasser-, Sumpf- und Zwergspitzmaus. Letztgenannte bevorzugt den gleichen Lebensraum wie die erste in der Auflistung. Und alle sind sie hinter Gliedertieren her: Die einen jagen nach Käfern und deren Larven im Boden, die anderen erbeuten Kellerasseln und Spinnen, und die aquatisch lebende Wasserspitzmaus taucht sogar nach Flohkrebsen und Eintagsfliegenlarven.

Ständig unterwegs
Auf Achse sind sie ständig; sie wirken auf den Betrachter immer irgendwie nervös. Kein Wunder, mit einer Herzschlagfrequenz von 800 bis 1000 pro Minute weisen sie einen enorm hohen Stoffwechsel auf. Die Spitzmäuse halten keinen Winterschlaf, so dass in der kalten Jahreszeit der Stoffwechsel auch noch auf Hochtouren gefahren werden muss, um einem Erfrieren vorzubeugen. Das erklärt den vergleichsweise gewaltigen Appetit der doch so kleinen Tiere. Eine Spitzmaus vertilgt an nur einem Tag oft mehr als ihr eigenes Körpergewicht an Nahrung.

Kurze Lebenserwartung
Entsprechend kurz ist die Lebenserwartung mit höchstens zwei Jahren. Doch ausgeglichen wird der Verlust, den auch zahlreiche Beutegreifer wie Falken, Eulen, Marder, Wiesel und Katzen (die die Spitzmäuse oft nur fangen und töten, sie aber als Nahrung wegen des durchdringenden Moschusgeruches verschmähen) den Spitzmäusen zufügen, durch eine kräftige Vermehrungsrate.

Karawane als Schutz
Bis zu viermal im Jahr bringen nach einer nur rund dreiwöchigen Tragzeit Spitzmausweibchen fünf bis zehn Junge zur Welt. Eine Kuriosität stellen die zumindest bei Feld- und Hausspitzmäusen beobachteten Karawanen dar, die bei Gefahr dadurch gebildet werden, dass sich die Jungtiere jeweils in den Schwanzansatz des Vordertiers festbeißen und das vorderste Tier in den der Mutter. Auf diese Art und Weise wirken die kleinen Tiere wie eine große Schlange und können von der Mutter besser geschützt an einen sicheren Ort gebracht werden.

Textbeitrag von Herwig Winter vom BUND Hessen, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Landesverband Hessen e.V.

Nähere Infos unter www.bund-hessen.de
 
Redaktion: pefe
 
 

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