Die klimafreundliche Küche: (1) Fleisch die Gretchenfrage
Highland-Rind
Rinder seien die schlimmsten Klimasünder im menschengemachten Treibhausklima: Diese Meldung erschreckte alle, die gerne Fleisch essen und dennoch umweltbewusst leben wollen. Was ist dran an der Nachricht?
Überhaupt sei der Fleischkonsum weltweit ein Motor von Umweltvernichtung. Für ihn wird Regenwald gerodet, und es wird Viehfutter angepflanzt statt Lebensmitteln, die direkt der menschlichen Ernährung dienen. Außerdem sei Fleischkonsum nicht gesund. Fazit: Nur Vegetarier leben gesund und umweltbewusst.
Aber, stimmt das auch? Wer genauer hinsieht, könnte bemerken, dass unsere Landwirtschaft ohne das liebe Vieh nicht funktionieren würde schon gar nicht, wenn es Bio sein soll. Und dass unsere Landschaft ohne Schafe, Ziegen und Rinder längst nicht mehr das wäre, was wir an ihr schön finden und genießen.
Pupst die Kuh die Atmosphäre kaputt?
Die Kühe auf der Weide am Hang - welch schöner Anblick! Aber die Idylle trügt: Was heute hier friedlich grast sind verkappte Klimakiller. Die Rindviecher rülpsen und pupsen das Klima kaputt. Bei ihrer Verdauung wird Methan frei. Das ist ein starkes Treibhausgas, zwanzig Mal stärker als CO2, das Kohlendioxid. Also: Rindfleisch essen ist klimaschädlich wie Autofahren. Fleischesser sind Klimaschädiger, denn eine Kuh emittiert im Jahr so viel Treibhausgas wie ein Kleinwagen.
Aber, so sagt das Sprichwort, man soll nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Denn das Treibhausgas, das der Kleinwagen produziert, stammt aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe, deren Kohlenstoff vor Jahrmillionen der Atmosphäre der Erde entzogen wurde, als die noch eine einzige Tropenzone war und das Klima viel heißer als heute. Während die Rindviecher, die heute weiden, ihr Treibhausgas aus heutigem Gras produzieren. Außerdem kann man mit dem Gras von der Weide weder Autofahren noch sonst viel anderes anfangen. Das Rind ist also nicht Täter, sondern Tatort. Sein Verdauungstrakt ist ein Bioreaktor, in dem Bakterien die schwer verdauliche Nahrung knacken und dabei Methan frei setzen. Der Kohlenstoff dafür stammt aus dem Gras, das ihn vorher als Kohlendioxid aus der Luft eingelagert hat. Das setzt die grasende Kuh nun wieder frei und um. Und gibt es als Kuhfladen teilweise auch wieder zurück an den Boden, wo es der Humusbildung dient. Dabei wird wieder CO2 im Boden eingelagert.
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