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Deckel eines Einmachglases (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
Der Klassiker: Im Einmachglas werden vor allem Obst und Gemüse für den Privatgebrauch haltbar gemacht.

Essbar oder nicht?

Die ältesten Lebensmittel der Welt

Lebensmittel die unendlich haltbar sind? Speisen und Getränke die über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte noch genießbar sind? Gibt's das?
 

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1.08.2012, 21:00 Uhr
Schon seit Jahrtausenden versuchen Menschen Ihre Lebensmittel zu konservieren, denn das sichert Vorräte für schwere Zeiten. In der Antike waren es die Amphoren, bis ins Mittelalter und darüber hinaus waren Krüge und Fässer nützliche Vorratshalter.

Seit der industriellen Revolution ist die Konservendose auf dem Vormarsch. Später kommt das bis heute beliebte Einmachglas, in dem Lebensmittel luftdicht verpackt für lange Zeit haltbar sind.

Doch wie lange sind Wein, Dosensuppen und Co eigentlich haltbar? Wir haben uns auf die Suche nach den fünf ältesten konservierten noch essbaren und trinkbaren Lebensmitteln der Welt gemacht...
 
Einfach für alle. Der Rundfunkbeitrag.
Weitere Informationen erhalten Sie [hier].

Platz 5:
Würzig und Lecker - Gewürzgurken im Glas aus dem Jahre 1928

Schon im 19. Jahrhundert wurden bei einer Firma in Esslingen bei Stuttgart Gurken in Gläser und Dosen gefüllt. So waren sie im heimischen Haushalt länger haltbar. Bevor das Glas und die Dose aufkamen wurden zunächst Gurken einzeln aus Holzbottichen an die Kunden verkauft. Nach und nach kam aber die praktische Variante im Glas und löste die offenen Holzbottiche ab.

In der Gurkenproduktion wurden die Gurken noch von Hand ins Glas sortiert. Heute erledigen das Maschinen. Essig, als eines der ältesten Konservierungsmittel der Welt, macht die Gurken haltbar. Der Essig lässt den Säuregehalt der Gurken steigen. Das stoppt Ihren Zerfall. Er wird zusammen mit einer Kräutermischung in das mit Gurken bestückte Glas gefüllt. Unter hohem Druck und Hitze werden die Gläser luftdicht verschlossen. So bleiben Sie über Jahre haltbar.

Doch was ist eigentlich mit unseren Gewürzgurken von 1928? Sind die eigentlich noch essbar? Experten sagen ja, aber ein Gaumenschmaus sind diese "alten Gurken" wohl nicht mehr.
 

Platz 4:
Entdeckt im ewigen Eis - Der älteste trinkbare Whisky von 1886

Im Jahre 1907 macht sich der Abenteurer Sir Ernest Shackleton auf den Weg in die Antarktis. Er und seine Mannschaft wollen bis zum Südpol vordringen. Doch die als Nimrod-Expedition bekannte Reise scheitert. Das Schiff, die "Endurance", wird von Eismassen eingeschlossen und zerdrückt. Mit letzter Kraft erreichen die Männer ihr Basislager Cape Royds auf der Insel Ross Island.

Hier müssen sie bis zum antarktischen Frühling ausharren. Doch neben jeder Menge Vorräte gibt es auch reichlich Alkohol. Darunter unseren Whisky von 1886, der ihnen durch die kalten Tage des Winters hilft. Die Shackleton-Hütte steht noch heute.
 
Neuseeländische Forscher des Antarctic Heritage Trust machen 2006 einen spektakulären Fund. Unter der Hütte im Packeis eingeschlossen, liegen Kisten mit Whisky. Eine Sensation für die Forscher. Und durch die permanent eisigen Temperaturen und den Alkoholgehalt ist der heute sogar noch trinkbar.

Mit Hilfe einer DNA-Analyse wird jetzt das Rezept des trinkbaren Goldes entschlüsselt um in einer Brennerei in Glasgow neu hergestellt zu werden.
 

Platz 3:
Aufbewahrt in einer bleiverlöteten Dose - Der älteste Spargel der Welt aus 1820

Dank der Erfindung der Konservendose im 19. Jahrhundert konnte Gemüse nun haltbar gemacht werden. Auch Spargel stand nun das ganze Jahr auf der Speisekarte.

Im Napoleonischen Krieg machten Dosen die Truppen-Verpflegung haltbar. Einen Haken hatte die neue Erfindung jedoch: Die Konserve konnte nur mit grober Gewalt geöffnet werden. Hausfrauen behalfen sich mit Hammer und Meißel oder einem heißen Bügeleisen. Dosenöffner gab es nämlich zu dieser Zeit noch nicht.
 
Bleiverlötete Dosen waren nicht nur schwer zu öffnen, sondern auch gefährlich. Für die Mannschaft von Polarforscher John Franklin wurden sie Mitte des 19. Jahrhunderts zum tödlichen Begleiter. Auf ihrer Suche nach der Nordwestpassage wurde ihnen ihrer Verpflegung zum Verhängnis. Das Blei der Dosen gelang in die Nahrung. Die Männer starben nicht an der Kälte, sondern an einer schleichenden Bleivergiftung.

Und unser Dosen-Spargel? Vielleicht ist er noch nicht verdorben, aber bestimmt hat ihn das Blei inzwischen auch vergiftet. Also Finger weg!
 

Platz 2:
Gefunden in den Tiefen des Meeres - Der älteste Champagner der Welt von 1780

König Ludwig der XVI. verschickte den Champagner vermutlich an den russischen Zaren. Per Schiff sollte die kostbare Fracht über die Ostsee nach Russland gelangen. Doch da kam sie nie an. Das Schiff sank und mit ihm die edlen Flaschen.

2010 entdeckten Taucher vor der finnischen Küste der Aland Inseln das Wrack mit samt der edlen Fracht. Sie wussten gleich: Das ist was ganz Besonderes. Etwa 30 völlig intakte Flaschen Champagner brachten sie ans Tageslicht. Nach Schätzungen besitzt der einen Wert von über 50.000 Euro pro Flasche.
 
Die ständige Dunkelheit am Meeresgrund, der niedrige Salzgehalt der Ostsee und konstante Temperaturen etwa um die 4 Grad Celsius haben den Champagner über Jahrhunderte hinweg gut konserviert. Die Verkostung des edlen Tropfens fand unter großem Presserummel statt.

Das frische Prickeln der kleinen Bläschen ist zwar weniger geworden, doch Kenner schätzen und loben ihn wegen seiner süßlichen Note.
 

Platz 1:
Aufbewahrt hinter Würzburger Mauern - Der älteste Wein der Welt von 1540

Der 1540er Steinwein stammt aus der Zeit von Martin Luther und William Shakespeare. Um 1800 wurde der Weißwein dann vom Fass in Flaschen umgefüllt. Vorher war es eher unüblich Wein in Flaschen zu lagern. Gekeltert aus Trauben rund ums fränkische Würzburg, stammt er ursprünglich aus den Beständen der Königlichen Bayerischen Hofkellerei.

Durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs gelangte er aus dem Besitz einer Wiesbadener Weinhändlerfamilie nach London. Dort wurde der Steinwein durch Zufall in einem zerstörten Keller eines Weinhändlers wiederentdeckt.

1996 wurde der 1540er dem Bürgerspital Würzburg als Dauerleihgabe übergeben, wo er nun in der sogenannten "Schatzkammer" seinen Platz gefunden hat. Der 1540er Steinwein ist immer noch trinkbar.
 

Ausflugstipp

Information

Deutsches Verpackungsmuseum
Hauptstraße 22
69117 Heidelberg
Telefon: 06221 21361
Mail: info@
verpackungsmuseum.de

Internet: www.
verpackungsmuseum.de
Seit 1997 gibt es in Heidelberg das Deutsche Verpackungsmuseum. Dort erhalten die Besucher einen spannenden Überblick über die Entwicklung der Verpackung. Bei manchem Exponat kommen die Besucher sicher ins stauen.
 
Bericht: Lena Schulz
 
Redaktion: maho
Letzte Aktualisierung: 1.08.2012, 23:59 Uhr
 
 

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