Heutzutage muss man Kindern erklären, was eine Schallplatte ist. Auch CDs kennen sie nur noch aus dem Museum und über das Wort "Tonträger" amüsieren sie sich. Denn inzwischen verbreiten und speichern wir Musik auch ohne Tonträger auf Festplatten und über Datenleitungen, in digitaler und zudem in verdichteter Form: als MP3-Datei. Dies ist die Geschichte, wie es dazu kam. Sie erzählt, wie man Musik klein kriegt so klein, dass die Dateien auch per Modem versandt werden konnten.
Wie man dafür die menschlichen Ohren austricksen muss. Wie ausgerechnet ein Doktorand der Mathematik beharrlich sich und andere quälte, um den perfekten Trick zu finden. Und wie ihn die Sängerin Suzanne Vega vor ein scheinbar unlösbares Problem stellte. Die Geschichte erzählt von einem Akt der Internet-Piraterie, der MP3 erst zum Erfolg werden ließ. Und sie erklärt, warum MP3-Spieler eine politisch begründete Abneigung gegen Kastagnetten haben.
Viele kluge Köpfe beteilig
Die Geschichte beginnt bei Karlheinz Brandenburg. Informatiker, Mathematiker und Elektrotechniker; Damals, etwa 1980, ist er Doktorand, heute ist er Leiter des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie in Ilmenau bei Erfurt. Er gilt als Vater von MP3. Das heißt: eigentlich haben ihn dazu Journalisten ernannt. Er selbst legt Wert darauf, dass die Ideen hinter MP3 aus vielen klugen Köpfen stammen denen seiner Kollegen und denen früherer Forscher.
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