+++ Weicht Frosch menschlichen Küssen aus? +++ Gefahr für die sieben Geißlein? +++ Ist Frau Holle zu Besuch bei Dornröschen? +++ Vom schönen Fischer und dem fliegende Fisch +++
Wöchentlich neu gibt es hier eine Extraportion Nachrichten aus der weiten Welt der Wissenschaft - ausgewählt von Wissenschaftsredakteur Karl-Heinz Wellmann. Bei seinen Streifzügen durch die Fachmagazine und Websites dieser Welt fällt ihm so manch interessantes Thema in die Hände. Zu kleinen, feinen Päckchen geschnürt finden Sie diese Perlen hier:
Möglicherweise aus Furcht vor aufdringlichen Mündern hat sich der Frosch "Rana iberica" in den Untergrund geflüchtet. Im Fachblatt "Subterranean Biology" wird berichtet, dass er seit einiger Zeit alle Entwicklungsstadien auch in unterirdischen Entwässerungskanälen durchlebt und nicht mehr allein in offenen Bächen und Flüssen. Ort des Geschehens ist der Norden von Portugal, genauer: der Serra da Estrela Naturpark. Bevor das Gebiet unter Schutz gestellt wurde, hatte man zahlreiche Kanäle gegraben, um Wasser abzuleiten. Die werden nun von Fröschen besiedelt, die in ihnen offenbar auch genug Futter finden und Nachkommen zeugen. Die portugiesischen Ökologen befürchten, dass die Besiedelung der Kanäle auch noch aus einem anderen Grund begonnen haben könnte: Die iberische Halbinsel leidet seit Jahren unter steigenden Temperaturen infolge des Klimawandels, und die Frösche seien möglicherweise vor den Hitzeperioden in den Untergrund geflüchtet.
Es ist lange her, 1841 war das schon, dass der letzte noch aus Urzeiten in Hessen überlebende Wolf abgeschossen wurde. Bei Lorsch war das. Vor ein paar Jahren dann hatten sich zwei vermutlich aus dem Osten zugewanderte Wölfe ganz im Norden im Reinhardswald und im Raum Gießen gezeigt. Einer davon wurde bald nach der ersten Sichtung von einem Jäger erschossen. Momentan gilt Hessen als frei von Wölfen, aber das muss nicht so bleiben: 19 Wolfsrudel soll es in Deutschland inzwischen wieder geben, und diverse Jungwölfe werden auch dieses Jahr wieder auf Wanderschaft gehen, um sich ein eigenes Revier zu beschaffen. Der Naturschutzbund Hessen hat jetzt die Initiative ergriffen und nach einem wie es im Amtsdeutsch heißt nach einen Management-Plan für Meister Isegrim gerufen. Man möchte die Jäger und die Nutztierhalter davon überzeugen, dass ein paar gerissene nein, nicht Geißlein sondern Rehe oder Schafe zu verkraften sein werden. Recht viele Wölfe leben inzwischen wieder im Grenzgebiet von Polen mit Brandenburg und Sachsen, aber auch in Niedersachsen kommt die Kunde, dass dort wieder zehn wilde Wölfe leben. Diese Wölfe gelten übrigens als scheu und für den Menschen ungefährlich.
Ist Frau Holle zu Besuch bei Dornröschen?
Meidet Frau Holle Besuche am Südpol? Auf diesen Gedanken kann man kommen, wenn man die jüngsten Fachartikel zum winterlichen Geschehen am Südpol durcharbeitet. Dort schwindet das Eis nämlich so rasch wie nie zuvor zehnmal schneller als jemals zuvor in den vergangenen 600 Jahren, berichtet New Scientist. Das konnte anhand von Eisbohrkernen nachvollzogen werden. Unklar ist allerdings, ob Frau Holles Abwesenheit vom Südpolarbereich die Ursache des Eisschwunds ist oder bloß eine Folge ihrer Frustration, dass es dort immer wärmer wird und der mühsam erzeugte Schnee nicht mehr liegen bleibt und zu Eis wird, sondern rasch dahin schmilzt.
"Vom schönen Fischer und dem fliegenden Fisch" erzählt nicht nur ein orientalisches Märchen, sondern auch eine Studie im Fachblatt PLOS One. Die Studie handelt vom Guppy, einem unserer beliebtesten Aquarienfische. Die Studie nahm ihren Anfang, als Daphne Soares von der Universität Maryland (USA) ihren Teebecher in ihrem Labor neben ein Aquarium stellte und ein Guppy aus dem Becken just in ihren Becher sprang. Da war glücklicherweise Eistee drin, so dass dem Fisch außer dem Schreck kein weiteres Unbill geschah. Frau Soares aber nahm dieses Erlebnis zum Anlass, die Guppys mit einer Spezialkamera zu filmen. Um zu klären, wie und warum die Guppys aus dem Wasser springen. Das Resultat: Kurz bevor ein Guppy springt, hält er inne, weicht ein wenig zurück und dann gehts ab und davon. Ohne nachvollziehbarem Anlass, ohne dass ein Artgenosse oder ein Fressfeind ihn bedrängt. Im Freiland, spekuliert Frau Soares, im Freiland könne ein beherzter Sprung dazu führen, dass ein Guppy von einem Restwassertümpel zum nächsten gelangt, in Zeiten der Trockenheit zum Beispiel. Ihre Testtiere waren nämlich Wildfänge aus Trinidad.
Weicht Frosch menschlichen Küssen aus? +++ Gefahr für die sieben Geißlein? +++ Ist Frau Holle zu Besuch bei Dornröschen? +++ Vom schönen Fischer und dem fliegende Fisch
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