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Ab ins Netz: 1. Digital Natives

Jugendliche mit Handys (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Jugendliche mit Handys
Viele Kinder und Jugendliche können sich ein Leben ohne Internet und Handy nicht vorstellen. Ihr letzter Blick am Abend und der erste am Morgen fallen aufs Handy: Sind SMS gekommen? Und dann zum Computer. Man nennt sie die "Digital Natives".
 

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22.02.2010, 8:30 Uhr

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Digital Natives: Sie bringen wahrscheinlich einen viel stärkeren Umbruch mit sich, der auch alle anderen Menschen betrifft. Es ist die Gruppe, die man als "Generation Internet" bezeichnet: junge Menschen, die nie ein Telefon mit Wählscheibe bedient und den Sendeschluss im Fernsehen nicht mehr kennengelernt haben. Sie erfahren die heutigen revolutionären Medien ganz anders als die Älteren – und durch die Medien nehmen sie die Welt auch ganz anders wahr.

Im Allgemeinen versteht man unter Digital Natives Menschen, die nach 1980 geboren wurde. Der Begriff wurde von dem US-amerikanischen Medienpädagogen Marc Prensky geprägt. Er schwirrt nun durch Internet und Fachwelt und versucht als Modebegriff eine bestimmte Gruppe von Menschen zu beschreiben.
 

Soziale Netze gewinnen an Bedeutung

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Die Gruppe der Digital Natives ist laut Definition mit allen ab etwa 1980 Geborenen sehr groß, allein in Deutschland sind das 25 Millionen Menschen.
70 Prozent der jungen Leute tauschen sich heute in Echtzeit mit getippten Nachrichten im Internet aus. Genauso viele halten sich auf Webseiten wie SchülerVZ oder StudiVZ gegenseitig auf dem Laufenden: was sie gerade machen, welche Musik sie hören, welche Fotos sie auf der letzten Party gemacht haben. Dazu kann jeder etwa im Schüler- oder StudiVZ – also dem "Verzeichnis" für Schüler oder Studenten – ein eigenes Profil anlegen und sich damit im Internet präsentieren. Angebote wie SchülerVZ, StudiVZ oder das amerikanische Pendant Facebook bezeichnet man als Social Web, wörtlich also: soziales Netz.
 

Anderes Umfeld - gleiche Probleme

Verändern die neuen Techniken das Leben der jungen Menschen? Nicht grundsätzlich, findet Mediensoziologe Jan Schmidt, weil sie trotzdem bestimmte Aufgaben und Herausforderungen meistern müssen. Für ihn sind sie weiter Heranwachsende, die herausfinden müssen, wer sie sind, wer sie sein möchten und welchen Platz sie in der Gesellschaft einnehmen müssen. Die Entwicklungsaufgaben für junge Menschen seien kaum andere als früher, geändert habe sich lediglich das gesellschaftliche, technische und mediale Umfeld.
 

Von Eingeborenen und Einwanderern

Die mittlere Generation – also die Mitte 30- bis Mitte 50-Jährigen – ist mit den neuen Medien in Kontakt gekommen, nachdem sie noch Telefone mit Wählscheibe und Kabel benutzt hat. Sie kennt noch den Sendeschluss im Fernsehen und das Pausenzeichen beim Radio. Sie folgt in erster Linie dem zeitlichen Ablauf der Programme in Radio- und Fernsehen bevor sie sich Sendungen aus dem Internet runterladen. Aber auch die mittlere Generation ist im digitalen Zeitalter angekommen. Im Gegensatz zu den Digital Natives – also den digitalen Eingeborenen – nennt man sie "Digital Immigrants" – die digitalen Eingewanderten.
 

Piraten wachen über Bürgerrechte im Internet

Digital Natives sind sehr aktiv im Internet, sie konsumieren nicht nur, sondern gestalten auch. So hat das Phänomen längst eine politische Dimension erreicht. Die Digital Natives stecken hinter der Online-Petition gegen die von der Bundesregierung geplante Internet-Zensur. Aus ihren Reihen formierte sich die Piratenpartei, die sich für Bürgerrechte im Internet einsetzt und bei der Bundestagswahl 2009 von rund 840.000 Wählern unterstützt wurde. Mit 2,0 Prozent bekam sie prozentual sogar mehr Stimmen als die Grünen bei ihrer ersten Bundestagswahl.

Von Stefan Fries
Manuskript-Nr. 09-129
 
Redaktion: kim
Bild: © picture-alliance/dpa
Letzte Aktualisierung: 19.02.2010, 10:21 Uhr
 
 

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