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Banken und Ethik (1) - Die Veränderungen in der Bankenlandschaft

Dienstag, 7. Juni 2005, 8:40 Uhr
Hauptversammlung Deutsche Bank - Breuer und Ackermann (Foto: dpa)
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Hauptversammlung Deutsche Bank - Breuer und Ackermann (Foto: dpa)
"Im Zeichen der Globalisierung müssen wir mit amerikanischen und englischen Banken gleichziehen, sonst werden wir von ausländischen Banken übernommen", meint Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank. Dafür werden dann auch mal ordentlich Arbeitsplätze geopfert.
 

Beispiel Deutsche Bank

Da fuhr seine Bank Milliardengewinne ein, und trotzdem kündigte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Josef Ackermann Anfang des Jahres 2005 an, über 6.000 Arbeitsplätze zu streichen; dafür sollen 1.200 Arbeitsplätze in Billiglohnländern entstehen: "Smartsourcing" nennt Ackermann das.

Jahrelang war das Credo, Gewinne seien die Investitionen von morgen und die Arbeitsplätze von übermorgen. Für die Deutsche Bank stimmt dies nicht mehr: Gewinne werden nicht für Investitionen verwendet, sondern für die kurzfristige Steigerung der Gewinne. Kein Wunder, dass Ackermann mit seinem Kurs auf heftige Kritik stieß. Widerspricht er doch der Sozialbindung des Eigentums, wie es das Grundgesetz fordert..

Doch das vielfach negative Echo in der Öffentlichkeit wird von der Bankenwelt nicht geteilt. Hier prallen zwei Logiken aufeinander: auf der einen Seitedie soziale Verpflichtung des Eigentums, auf der anderen der Wunsch der Aktienbesitzer, ihr Geld möglichst gut angelegt zu wissen.

Josef Ackermann befürchtet, mit amerikanischen und englischen Banken nicht mithalten zu können und aufgekauft zu werden. In der Tat ist die größte Bank der Welt, die amerikanische Citigroup, an der Börse acht Mal teurer als die Deutsche Bank. Auch sollte man nicht vergessen: Die Aktien der Deutschen Bank gehören zu drei Vierteln so genannten "institutionellen Anlegern", etwa den mächtigen amerikanischen Pensionsfonds. Von den Eigentümern her gesehen ist die "Deutsche Bank" gar keine deutsche mehr.
 

Sparkassen verlieren Teile ihres Sonderstatus

Information

In Deutschland haben wir ein Bankensystem, das auf drei Säulen beruht: Neben den Privatbanken gibt es die Sparkassen mit einem Marktanteil von 40 Prozent sowie die Genossenschaftsbanken, also die Raiffeisen- und Volksbanken, die auf 33 Prozent kommen.
Die Sparkassen und Volksbanken weckten den Appetit der privaten Kreditinstitute. Diese klagten bei der EU-Kommission in Brüssel gegen deren Sonderstellung. Und bekamen recht.

Der Hintergrund:
Die Sparkassen sind öffentlich-rechtlicher Natur, sie gehören zumeist Kommunen und Kreisen und unterliegen speziellen Sparkassengesetzen der Länder. Danach dürfen sie sich gegenseitig keine Konkurrenz machen, sondern haben nach dem so genannten "Regionalprinzip" das Land unter sich aufgeteilt.

Und noch eine Besonderheit: Die Kommunen, Städte und Kreise, also die öffentliche Hand, übernahmen eine "Gewährträgerhaftung" mit der Folge, dass Sparkassen nicht bankrott gehen konnten. Deswegen wurden sie in der Vergangenheit von Ratingagenturen positiv bewertet, so dass sie günstig Kredite vergeben konnten.

Die EU sieht diese Gewährträgerhaftung als "Wettbewerbsverzerrung" an, seit dem 19. Juli 2005 ist sie deshalb abgeschafft.

Von Conrad Lay
Manuskript-Nr. 05-074
 

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Redaktion: kim / kahu
 
 

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